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Münster, 24.6.2018
Lettland: REWE-Tochter Palink zur Zahlungsunfähigkeit verurteilt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 07. Juni 2012 um 00:00 Uhr

Iki-FilialeBauarbeiter demonstrierten im Frühjahr 2011, weil sie sich vom Handelsunternehmen Palink und deren Lebensmittelketten iki bzw. Cento betrogen fühlten. Die Firma habe für Bauarbeiten in Riga nicht bezahlt, so dass die Baugesellschaft Landekss keine Löhne überweisen könne. Für Gewerkschafter und Medien schienen die Lebensmittelhändler die Schuldigen zu sein, auch die Lettische Presseschau berichtete in diesem Sinne. Eine Vertreterin von Palink bestritt aber die Vorwürfe. Die Firmen streiten seit Jahren vor Gericht. Ir-Redakteurin Inta Lase stellte am 30.5.12 die unterschiedlichen Sichtweisen der Beteiligten dar und kritisiert die lettische Justiz, die zeitweilig wegen 20.000 Lats (28.620 Euro) die Insolvenz eines millionenschweren Unternehmens feststellte.

Iki-Filiale in Riga, Foto: LP

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Lettland: Deutsche Unternehmer loben Fleiß ihrer lettischen Mitarbeiter und kritisieren Intransparenz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 24. Mai 2012 um 00:00 Uhr

Mercedes-Linienbus in RigaWenn ein Glas zu 50 Prozent gefüllt ist, reden Unternehmer lieber von einem halb vollen als von einem halb leeren Glas. Der Hinweis auf Fehlendes könnte das Geschäftsklima verderben. Die alljährliche Umfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer (DBHK) lässt sich so interpretieren, dass Deutsche weiterhin Interesse an Geschäften in den baltischen Ländern haben. Trotz der Finanzkrise, die Lettland realwirtschaftlich heftig erwischte, hielten sie durch und verzeichnen seitdem wieder steigende Umsätze. Insgesamt zeigen sich die deutschen Firmeninhaber relativ zufrieden, sind aber weniger euphorisch als in der Erholungsphase des letzten Jahres. Doch sie üben auch weiterhin Kritik an einigen Missständen. Die DBHK ist eine Interessenorganisation baltischer und deutscher Unternehmer, die in den baltischen Ländern aktiv sind. Diese Institution bezweckt, die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den drei Ostseerepubliken zu fördern. In jedem Frühjahr fragen die DBHK-Mitarbeiterinnen ihre Mitglieder, wie sie mit den Wirtschaftstandorten Estland, Lettland und Litauen zufrieden sind. Im soziologischen Sinne repräsentativ sind die Zahlen nicht, dafür ist die Datenbasis zu schmal. Doch die 48 Firmeninhaber, die sich diesmal in Lettland an der Umfrage beteiligten sowie jeweils 35 aus den baltischen Nachbarländern, spiegeln doch gewisse Trends und Entwicklungen wider und benennen Vor- und Nachteile ihrer Region aus ökonomischer Perspektive.

Städtischer Linienbus in Riga. Auf Rigas Straßen sind deutsche Marken ebenso präsent wie in den Geschäften der lettischen Hauptstadt, Foto: LP

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Lettland: Hohe Ölpreise gefährden Euro-Einführung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 21. März 2012 um 00:00 Uhr

Am Rigaer Meerbusen sprießen endlich die Schneeglöckchen und die Ökonomen frohlocken wieder einmal mit Wachstumsraten. Die Wirtschaft säuft – leider zuviel Erdöl, so dürfte wohl - wie stets in den letzten Jahrzehnten - auch das nächste Konjunkturpflänzchen vorzeitig verdorren und nicht soviele Früchte hervorbringen, dass ein "Wohlstand für alle", auch für die Unterschichten, gedeihen könnte. Lettische Autofahrer schauen mit gleichem Unmut auf die Preistafeln wie ihre deutschen Leidensgefährten, empören sich ähnlich stereotyp in den beliebten TV-Umfragen an der Zapfsäule. Gerade überschritten die Literpreise die „psychologisch wichtige“ Ein-Lats-Grenze (1,43 Euro) und erreichen damit neue Rekorde. Der Schuldige ist schnell ausgemacht: Der Perser randaliert am Golf und droht mit Blockaden. Mārtiņš Stirāns, Chef des Verbandes lettischer Brennstoffhändler, prophezeite gegenüber dem Webportal delfi.lv am 20.3.12 einen Anstieg von weiteren 40 bis 50 Santims (57 bis 72 Cent) pro Liter, falls Tanker, beladen mit saudi-arabischem Öl, die Straße von Hormus nicht mehr passieren könnten. Schuldig sind natürlich auch Energiesteuern und gewiss die gierigen Ölkonzerne. Doch diese verschwenden den Gewinn nicht nur für fantastische Managergehälter und Dividenden: Sie werden auch Rücklagen bilden müssen, um die technisch immer aufwändigere Ölgewinnung weiter zu finanzieren. Längst vermuten Energie-Experten, dass die Welt das Ölfördermaximum schon erreicht hat, dennoch melden China, Indien und weitere Boomländer steigenden Bedarf. Teures Öl treibt nicht nur die Benzinpreise. In der öllastigen Weltwirtschaft wird das schwindende Schwarze Gold schnell zur Inflationsgefahr. Die lettische Regierung des Premiers Valdis Dombrovskis plant in diesem Jahr einen Preisanstieg von 2,4 Prozent. Doch der Kalkulator des Lettischen Zentralamts für Statistik errechnet für Ende Februar 2012 eine Jahresinflation von 3,4 Prozent. Diese entspricht nicht dem Maastricht-Kriterium von drei Prozent. Das Kabinett Dombrovskis, das am 1.1.2014 den Euro einführen möchte und nicht zuletzt deshalb seiner Bevölkerung eine schonungslose Sparpolitik verordnete, will einen Inflationsbekämpfungsplan entwickeln.

An einer Tankstelle in Riga: Im März 2012 übertreffen die Benzinpreise erstmals die 1-Lats-Grenze, Foto: LP

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