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Münster, 23.9.2017
Lettland: Brummende Wirtschaft mit niedrigen Löhnen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 27. Dezember 2012 um 11:05 Uhr

Baustelle in RigaPauls Raudseps ist ein abwägender Kommentator, der nicht zu den Schönfärbern zählt. Dass Lettland derzeit nur 2,75 Prozent Zinsen für siebenjährige Anleihen berappen müsse, 2,5 Prozent weniger als zehn Monate zuvor, bewertete der Wirtschaftsjournalist der Wochenzeitschrift Ir im Dezember dennoch euphorisch mit der lettischen Bestnote „izcili“, hervorragend. Dieses Izcili bezieht Raudseps auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2012. Lettland habe es geschafft, das Vertrauen von Investoren und Gläubigern zurückzugewinnen. Die lettischen Wirtschaftspolitiker, Musterschüler der Merkel-Regierung, wollen offensichtlich das deutsche Modell kopieren: Exportoffensiven bei sparsamer Haushaltsführung. Ob eine solche Konjunkturpolitik jenen nützt, die am dringendsten einen Aufschwung benötigen?

Baustelle in Riga: Dank EU-Fördermittel konnte die lettische Bauindustrie überleben, Foto: LP

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Lieber putzen im Ausland als verkaufen in Liepāja – Trotz krimineller Arbeitsvermittler riskieren Letten die Fahrt zum Job im Westen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 16. August 2012 um 00:00 Uhr

Busbahnhof in RigaTrotz des Frohlockens regierungsnaher Ökonomen bleibt es für viele lettische Familien nach wie vor schwierig, vom hiesigen Einkommen den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die lettische Regierung hob am 1.1.2011 den Mindestlohn von 180 auf 200 Lats (286 Euro) an. Viele Arbeitnehmer verdienen als Sachbearbeiter in den Behörden oder als Verkäuferinnen in den Supermarktketten kaum mehr. Die Preise haben nach den Jahren der Inflation in vielen Sparten längst westeuropäisches Niveau erreicht. So locken bereits 1000 Euro, die Lettinnen beispielsweise als Putzhilfe in Österreich verdienen können. Viktors Ulberts, Journalist der Regionalzeitung Kurzemes Vārds, berichtete im Mai dieses Jahres, wie die Hoffnung auf ein etwas besseres Einkommen von Betrügern missbraucht wird: Lettische Arbeitssuchende wurden von eigenen Landsleuten nach Großbritannien gelockt, um sie dort wie Leibeigene auszubeuten. Trotz solcher Risiken bleibt die Arbeitssuche im Ausland attraktiv. Ulberts interviewte jüngst eine Frau aus Liepāja. Nicht nur das Gehalt, auch die Arbeitsbedingungen scheinen bei einigermaßen seriöser Vermittlung im Ausland annehmbarer.

Auf dem internationalen Bushof in Riga beginnen viele Fahrten zum Arbeitseinsatz im Ausland, Foto: LP

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Riga als Hafen Afghanistans – Letten hoffen auch nach dem Abzug der ISAF-Truppen auf regen Transitverkehr PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. Juli 2012 um 00:00 Uhr

Eisenbahnbr[cke in RigaAm Einsatz der ISAF-Truppen in Afghanistan beteiligen sich 50 Nationen mit insgesamt etwa 129.000 Soldaten. Daran sind auch Nicht-NATO-Staaten wie Aserbaidschan oder die Vereinigten Emirate mit kleinen Einheiten beteiligt. NATO-Mitglied Lettland hat 185 Armeeangehörige zur Kontrolle des nordafghanischen Flughafens Masar-e Scharif stationiert. In diesem Landesteil haben Generäle der Bundeswehr die Oberaufsicht. Auch die kleine lettische Einheit hatte Tote zu beklagen. Für die Militärstrategen ist die mittlere Baltenrepublik aus einem weiteren Grund von Beachtung. Von der Hafenstadt Riga werden die ISAF-Truppen aus nördlicher Richtung mit Nachschub versorgt. Vom Rigaer Flughafen starten Transportflugzeuge, aber zivile Güter werden auch auf dem billigeren Schienenweg befördert. Die Spurbreite der lettischen Eisenbahn entspricht dem Gleismaß der Sowjetunion, so dass die Militärwaggons ohne Unterbrechung über Russland, Kasachstan und Usbekistan oder über Kirgisien und Tadschikistan bis Afghanistan rollen. Auf diesen Strecken wird voraussichtlich reger Betrieb sein, wenn in den nächsten Jahren die Truppen abziehen sollten. Am 9.5.12 besuchte der Verkehrsexperte der afghanischen Regierung, Sham L. Bathija, den lettischen Verkehrsminister Aivis Ronis in Riga. Beide Seiten zeigen Interesse, den Transitweg zwischen Riga und Kabul nach dem ISAF-Abzug weiter zu nutzen. Māris Andžāns, Mitarbeiter des Lettischen Instituts für Außenpolitik, erläuterte in einem Beitrag für politika.lv die Vorteile.

Eisenbahnbrücke in Riga, Foto: LP

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