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Münster, 22.2.2018
AHK Baltische Staaten: Trotz Ukraine-Krise positive Aussichten - Deutsche Unternehmer sehen gute Chancen im Baltikum PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 30. April 2015 um 00:00 Uhr

Pressekonferenz der AHKPR-Text der Deutsch-Baltischen Handelskammer, Riga, 21.04.2015

Deutsche Unternehmen glauben trotz des Russland-Konflikts weiterhin an gute Perspektiven auf den drei baltischen Märkten. Neun von zehn der deutschen Investoren geben in einer aktuellen Umfrage der AHK Baltische Staaten an, dass sie heute wieder in die Region investieren würden. 96 Prozent der von der Deutsch-Baltischen Handelskammer für Estland, Lettland und Litauen (AHK) befragten deutschen Unternehmer in Estland würden sich derzeit wieder für ihr Gastland als Investitionsstandort entscheiden. In Lettland sind es 82 Prozent und in Litauen 93 Prozent. „Diese Einschätzung ist über die vergangenen zehn Jahre konstant geblieben“, kommentiert AHK-Präsident Thomas Schöllkopf: „Auch die Einschränkungen aufgrund der russischen Sanktionspolitik können die dauerhafte Attraktivität der baltischen Standorte nicht brechen. Alle drei Werte sind im Vergleich zu 2014 in diesem Jahr sogar noch leicht gestiegen.“

Pressekonferenz der Deutsch-Baltischen Handelskammer (AHK) zu ihrer Umfrage, Foto: AHK

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Lettland: Konzern Maxima zu Tarifverhandlungen bereit PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 16. April 2015 um 00:00 Uhr

Maxima-FilialeDiscounten bis zum Tiefstpreis ermöglicht dem Rentner, Erwerbslosen oder Geringverdiener, mit wenig Geld am Massenkonsum teilzunehmen: Ob Nordsee-Krabben, chilenischer Lachs, Kleidung oder Computer aus Südostasien, niemand kommt zu kurz, wenn der "Preis spricht", wie eine entsprechende Reklame verheißt. Doch stets gibt es welche, die die Zeche bezahlen, zum Beispiel mit miesen Arbeitsbedingungen. Die Kassiererinnen müssten eigentlich mit Windeln an der Kasse sitzen, weil für den Gang zur Toilette keine Zeit bliebe, hieß es einmal bei einem deutschen Discounterskandal. Das war wohl journalistisch übertrieben, verdeutlichte aber, was Verkäuferinnen und Kassiererinnen täglich leisten und erdulden müssen. Als im November 2013 in Riga-Zolitūde das Dach einer Maxima-Filiale einbrach und 54 Tote unter sich begrub, zeigte sich, was die Sicherheitsvorschriften dieses Konzerns vorsahen: Bis zum letzten Atemzug sollte abkassiert werden. Damals erinnerte sich die Öffentlichkeit an einem zuvor publizierten Artikel der Journalistin Ilze Vēbere. Sie arbeitete mehrere Wochen in einer Maxima-Filiale. Das war die Zeit eines freudlosen Lebens. Nicht nur lange Arbeitszeiten und mäßiger Lohn verdrießten, hinzu kam der psychische Druck, gleichzeitig für schnelle Bedienung an der Kasse und für volle Regale sorgen zu müssen. Defizite bei Kassenschluss sollte sie selber ausgleichen. Ihr fragwürdiger Arbeitsvertrag ermöglichte ihrem Chef, sie nach Bedarf einzusetzen oder ihr abzusagen. Solche Presse hat den Ruf der litauischen Supermarktkette, die auch in Lettland die größte ist, gründlich ruiniert. Es kursierte sogar ein Boykott-Aufruf, der allerdings den Umsatz kaum minderte. Pēteris Krīgers, Vorsitzender des lettischen Gewerkschafts-Dachverbandes LBAS rief damals die Beschäftigten dazu auf, ihren "sklavischen Gehorsam" zu überwinden und sich gewerkschaftlich zu betätigen. Mitarbeiter wagten nur anonym, in den Medien über ihre misslichen Arbeitsbedingungen zu berichten. Von den etwa 7500 Angestellten sind nur wenige Dutzend Gewerkschaftsmitglied. Dennoch trifft sich die Maxima-Führung seit 2013 mit Vertretern der lettischen Einzelhandelsgewerkschaft LTDA. Am 20.3.2015 informierte die lettische Webseite des Konzerns darüber, dass sich die Geschäftsleitung mit den Gewerkschaftern auf ein Absichtsprotokoll geeinigt hat.

Kleine Maxima-Filiale in Riga Purvsciems, Foto: LP

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EU-Sanktionspolitik und russische Wirtschaftskrise treffen auch lettische Fischverarbeiter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 20. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

Hafen VentspilsKurz vor Weihnachten erfuhren 402 Beschäftigte des Ventspils Fischkonserven-Kombinats/ Ventspils zivju konservu kombināts (VZKK) eine wenig frohe Botschaft: Ab Januar 2015 werden sie nicht mehr gebraucht. Hauptsächlich konservieren sie Fisch für russische Kundschaft. Doch nun verleidet er Ost-West-Konflikt die Geschäfte. Die russische Regierung hat auf westliche Sanktionen mit einem Lebensmittel-Embargo reagiert. Lettische Milchbauern sind davon betroffen. Sie erleiden hohe Einbußen, weil ihre Milch und Milchprodukte nicht mehr über die russische Grenze gebracht werden dürfen. Aber das VZKK konnte weiterhin die beliebten geräucherten Sprotten oder Brätlinge in Tomatensoße zum russischen Verbraucher liefern. Die Webseite der Firma präsentiert ihre Produkte gleich mit kyrillischen Aufschriften. Nun trifft die russische Wirtschaftskrise auch die lettischen Fischverarbeiter. VZKK-Vorstandsmitglied Ingus Klindžāns begründete am 18.12.2014 der Nachrichtenagentur Leta die Massenentlassung mit Absatzproblemen. Er gestand die Abhängigkeit vom russischen Markt ein. 70 Prozent aller Ventspilser Fischexporte enden in russischen Regalen. Jetzt wollen die VZKK-Chefs die Produktion drastisch drosseln. Ab Januar sollen nur noch 80 Mitarbeiter Fisch einlegen und verpacken. Klindžāns nennt als Hauptgrund den Rubelverfall.

Die Hafenausfahrt von Ventspils, die Stadt ist auf Geschäfte mit Russland angewiesen, Foto: Algirdas auf Wikimedia Commons

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