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Münster, 15.12.2018
Lettland: Landwirtschaftsminister Jānis Dūklavs will Afrikanische Schweinepest mit Massenschlachtungen bekämpfen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 31. Juli 2014 um 00:00 Uhr

Schweine in engen MetallställenFür Menschen ist sie ungefährlich, doch für Schweine bedeutet diese sich rasch verbreitende Infektion fast immer den Tod. Von der afrikanischen Variante der Schweinepest war Europa bislang eher selten betroffen. Zu Beginn des Jahres 2014 wurden in Polen und Litauen Wildschweine beobachtet, die von dieser Krankheit befallen waren. Am 26.6.2014 stellte man erstmals auf lettischem Territorium bei drei Wildschweinen diese Infektion fest. Die Medien weisen darauf hin, dass die Tiere stets in der Nähe zur weißrussischen Grenze gefunden wurden. Sabotagevermutungen, die Journalisten in ihren Fragen äußerten, sind aber pure Spekulation. Das lettische Parlament hat am 2. Juli viele Gemeinden der ostlettischen Region Lettgallen zum Ausnahmegebiet erklärt, drei Wochen später wurde diese Zone erweitert. In diesen Gebieten hat der Lebensmittel- und Veterinärdienst ungehinderten Zugriff auf die Schweineställe. Bislang stellten lettische Veterinäre die Afrikanische Schweinepest bei 30 Wildschweinen und 28 Hausschweinen fest, 198 Hausschweine wurden bereits getötet. Diese Zahl wird sich in den nächsten Wochen drastisch erhöhen. Landwirtschaftsminister Jānis Dūklavs plant, etwa 40.000 Schweine in der betroffenen Zone zu töten.

Hausschweine in der sogenannten "Intensivtierhaltung", Foto: Tierrechtsinitiative Maqi auf Wikimedia Commons, Lizenz

 

Reisende verbreiten die Afrikanische Schweinepest

Māris Balodis, Generaldirektor des lettischen Lebensmittel- und Veterinärdiensts, warnt, dass die Situation immer kritischer werde. In diesen Tagen beginnt die Massentötung mit Bolzenschüssen, Stromschlägen oder Injektionen. Tierkörper, die sich als gesund erweisen, kommen in die Fleischverarbeitung. Infizierte Tierleichen enden in einem speziellen mobilen Krematorium, das der lettische Veterinärdienst aus England importieren ließ. Diese Verbrennungskammer kann innerhalb einer Stunde eine Tonne Kadaver entsorgen. Nur Schweine aus landwirtschaftlichen Betrieben, die besonders hohe Sicherheitsstandards einhalten, sollen verschont bleiben. Bauern, deren Schweine registriert sind, können mit Kompensationszahlungen rechnen, von 25 bis 115 Euro pro Tier. Balodis empfiehlt den Landwirten, sich auf andere Tierarten zu spezialisieren. Die Experten sorgen sich um Reisende, die die Infektion weiter verbreiten, sie könnte auch nach Deutschland gelangen. Der Befund dieser Tierseuche in Osteuropa hat Folgen für die gesamte EU: Schon vor der Ukraine-Krise erließ Russland aufgrund der Funde in Litauen und Polen ein Importverbot für Schweinefleisch. Davor landete ein Viertel des in der EU produzierten Fleischs auf russischen Tellern.

 

Externe Linkhinweise:

ir.lv: Izkaus visas mājas cūkas mēra inficētajā teritorijā

lsm.lv: ĀCM dēļ rosinās izkaut 40 000 mājas cūku

 

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