logo
Münster, 14.12.2018
8. November: 10. Jahrestag der Parex-Bank-Rettung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 08. November 2018 um 00:00 Uhr

Wie die lettische Regierung Bankschulden verstaatlichte

Parex-Bank-FilialeIm Herbst 2008 befürchteten die Regierungen eine weltweite Pleitewelle unter den Banken und in deren Folge den Zusammenbruch der Geldwirtschaft. Nur Lettland schien zunächst außen vor. Ein Vertreter der staatlichen Finanzaufsicht FKTK hatte der Öffentlichkeit versichert, dass das lettische Kreditsystem so simpel sei wie Haushaltsseife. Daraus ließ sich folgern, dass die hiesigen Banker am spekulativen Derivatehandel nicht beteiligt gewesen wären. Das war ein Irrtum, wie sich nach der Lehman-Pleite herausstellte. Valerijs Kargins und Viktors Krasovickis, die Mehrheitseigner an den Aktien der Parex-Bank, damals eines der größten Kreditinstitute des Landes, baten im Oktober 2008 um einen Termin beim Ministerpräsidenten Ivars Godmanis. Sie verlangten staatliches Geld, um die Pleite abzuwenden. Zunächst zögerte der Regierungschef, doch schließlich stimmte er auf Anraten der Lettischen Zentralbank zu: Am 8. November 2008 kaufte die Regierung für 2 Lats (2,85 Euro) eine 51-Prozent-Beteiligung an der Parex-Bank – und handelte damit dem Staat einen Haufen Schulden ein. Der Crash hatte mittelbar für die Bürger Insolvenzen, Lohnkürzungen und Erwerbslosigkeit zur Folge. Kargins und Krasovickis hingegen konnten sich der Schulden unmittelbar entledigen und kassierten eine Weile weiter Zinsen in Millionenhöhe - aus ihren privaten Einlagen in der staatlich geretteten Bank.

Ehemalige Parex-Bank-Zentrale in der Rigaer Innenstadt, Foto: LP

Weiterlesen...
 
Lettland: Nominale Lohnsteigerungen um 8,4 Prozent PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 01. September 2018 um 00:00 Uhr

Aber westeuropäisches Lohnniveau ist noch weit entfernt

GewerkschaftsprotesteDie lettischen Löhne und Gehälter sind von Juni 2017 bis Juni 2018 deutlich gestiegen. Das ermittelten die Mitarbeiter des lettischen Zentralamts für Statistik, CSB. Durchschnittlich beträgt ein monatliches Brutto-Gehalt nun 1004 Euro für eine Vollzeitstelle, davon blieben netto 743 Euro. Das entspricht einem nominalen Brutto-Lohnzuwachs von 8,4 Prozent innerhalb eines Jahres (der reale Netto-Lohnzuwachs abzüglich Inflation betrug 7,4 Prozent). In der privaten Wirtschaft wurden 991 Euro, im öffentlichen Dienst 1035 Euro Brutto-Durchschnittslohn erreicht, in den gesondert aufgeführten vom Staat kontrollierten Kapitalgesellschaften 984 Euro (csb.gov.lv). Allerdings wird in den einzelnen Branchen und je nach Region recht unterschiedlich verdient. Experten sagen ein baldiges Ende des Lohnbooms voraus.

Proteste der Lehrergewerkschaft LIZDA gegen niedrige Löhne, Foto: LIZDA

Weiterlesen...
 
Dürre in Lettland: Landwirtschaftsministerium schätzt die Verluste PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. August 2018 um 00:00 Uhr

Der nasse Herbst des letzten Jahres schadete der diesjährigen Ernte zusätzlich

trockener FeldwegEnde Juli reiste der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs nach Brüssel, um mit dem zuständigen EU-Kommissar Phil Hogan zu verhandeln (LP: hier). Hogan zeigte sich beim Thema Entschädigungs-Zahlungen wegen der diesjährigen Hitze und Dürre reserviert und forderte von Duklavs, bis zum 30. August erst einmal die zu erwartenden Verluste für die lettischen Landwirte zu beziffern. Das lettische Landwirtschaftsministerium legte am 22. August provisorische Zahlen vor: Demnach brachte die lang andauerne Hitze und fehlender Regen den lettischen Bauern Ertragseinbußen in Höhe von 359 Millionen Euro ein.

Nahaufnahme eines trockenen Feldwegs, Foto: Gohnarch 22:45, 18 January 2008 (UTC) - Own work, CC BY-SA 3.0, Link

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 17

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||