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Selbst ein Sieg hätte nichts genutzt. So mutet es weniger tragisch an, dass der izlase ein durchaus möglicher Erfolg über die Griechen durch einen Treffer von Kyriakos Papadopoulos sechs Minuten vor Schluss verwehrt blieb. Es ist sogar zweifelhaft, ob der Versuch des Schalker Gastarbeiters im Ziel gelandet wäre, hätten nicht, ähnlich wie beim Billard, gleich mehrere rot-weiß-rot bestutzte Abwehrbeine für den entsprechenden Bandeneffekt gesorgt. So kam ein 1:1 zustande, mit dem beide Seiten leben können.
Aus dem EM-Pokal der Uefa werden sich die Letten so schnell keinen Schampus genehmigen, Foto: 13fgfg_Ottobdn auf Wikimedia Commons
Der EM-Zug Richtung Polen und Ukraine war für die Gastgeber bereits vor der Partie abgefahren. Um die Letten auch nur an den Entscheidungsspielen der Gruppenzweiten teilnehmen zu lassen, hätte Konkurrent Kroatien sämtliche Spiele verlieren müssen - darunter das im Oktober anstehende Heimrencontre mit Lettland gleich mit mindestens vier Gegentreffern.

Der Grieche Kyriakos Papadopoulos spielt für Schalke 04, Foto: Der Hans04 auf Wikimedia Commons
Das wahre lettische Defizit
So viele Tore in einer Begegnung konnten die Letten noch nie erzielen. Beim Auswärtssieg in Georgien und beim Heimremis gegen die Griechen zeichnete die izlase nur jeweils einmal erfolgreich. Und es war immer derselbe, der sich in die Torschützenliste eintrug: Aleksandrs Cauņa erzielte das Goldene Tor in Tiflis und traf auch, bereits nach zwanzig Minuten, in Riga. Glänzend in Szene gesetzt hatte den Linksaußen, der bei Russlands Spitzenklub ZSKA Moskau unter Vertrag steht, Mittelfeldregisseur Oļegs Laizāns. Māris Verpakovskis durfte das rot-weiß-rote Sturmduo komplettieren. Der lettische Rekordtorschütze kennt die Griechen am besten, spielt er doch beim kretischen Club Ergotelis. Ein Treffer blieb dem im Oktober seinen 32. Geburtstag feiernden Oldie jedoch verwehrt.
Ebenso leer aus ging Artjoms Rudnevs. Das in der polnischen Ekstraklasa durchaus erfolgreich stürmende Talent (versprochen, die Presseschau verwendet diesen Begriff mit Bezug auf den mittlerweile 23-Jährigen zum letzten Mal) hat zwar in der noch jungen Saison für seinen Verein, den Tabellenführer Lech Posen, in fünf Ligaspielen bereits ebenso viele Male getroffen. Seine einzige Erwähnung auf dem Spielberichtsbogen der Partie in Riga freilich war eine gelbe Karte vier Minuten vor dem Ende. Seine Länderspieltrefferquote schraubte Rudnevs auf null Tore in nunmehr zehn Einsätzen.
Bester lettischer Spieler sowohl gegen Georgien als auch gegen Griechenland war der Torwart. Andris Vaņins agierte gegen beide Gegner nahezu fehlerfrei. Einen möglichen zweiten Treffer für Hellas verhinderte Lettlands Nummer eins durch eine glänzende Parade, als er Giorgios Karagounis' Knaller noch über die Latte lenkte.

Aleksandrs Cauņa erzielte in Tiflis den goldenen treffer, Foto: Papuass auf Wikimedia Commons
Alles bleibt beim Alten. Auch die Hoffnung für die Zukunft
Für die izlase bleibt also alles beim Alten: Die Abwehr steht halbwegs stabil, nach vorne passiert zu wenig. Es bleibt ja noch etwas Zeit zum Üben. Vor allem für Rudnevs, der sich ein Beispiel an Papadopoulos nehmen und im Winter zusätzlich am grünen Billardtisch trainieren sollte. Oder an einem Flipperautomaten. Doch Ernst beiseite: Der Torjäger wird eines Tages noch treffen, und sein Land wird sich irgendwann wieder für ein großes Turnier qualifizieren. Vielleicht sogar im Fußball.
Wirklich ernst wird es erst wieder im Herbst 2012. Dann heißt der Hauptwidersacher in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 - Griechenland. Sollte dann endlich mal gegen die Hellenen gewonnen werden, stehen die Chancen, zur Endrunde nach Brasilien zu reisen, gar nicht mal so schlecht. Das Sextett, das ein Direkt- und ein Umwegeticket via Relegationsspiele der Gruppenzweiten unter sich ausmacht, komplettieren Nachbar Litauen, die Slowakei, Bosnien-Herzegowina und die mitteleuropäische Fußballgroßmacht Liechtenstein. Die Kicker aus dem Alpenfürstentum haben immerhin mal vier Tore in einem WM-Qualifikationsspiel geschossen. 2006 war das, sogar auswärts; gegen eine Nation, die vierzehnmal so viele Menschen aufweist wie die eigene. Der Name des Giganten: Luxemburg.
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