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Münster, 18.5.2012
Skonto Riga gegen Wisla Krakau: "Renars Rode was de pechvogel" PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Donnerstag, den 14. Juli 2011 um 07:17 Uhr

Torhüter Germans MalinsFür den heutigen Bericht wählte die Sportredaktion nicht ohne Grund eine fremdsprachige Überschrift: "Renars Rode was de pechvogel". Auf diese knappe Zeile lässt sich die Erstrundenbegegnung der Champions League-Qualifikation zwischen Skonto Riga und Wisla Krakau trefflich reduzieren. Sie stammt aus dem Bericht des niederländischen Portals Sportdome. In dem Land, das seinen ursprünglich rein pflanzlichen Exportschlagern in den letzten Jahrzehnten solche auf zwei Beinen mit Trainerlizenz hinzufügte, traf die Begegnung auf lebhaftes Interesse. Der Grund heißt Robert Maaskant und ist auch im übertragenen Sinne - betreffend seine beruflichen Qualitäten - keine Tulpe. Sondern ein erfolgreicher Fußballlehrer: Den Beweis lieferte er mit Wislas souveränem Gewinn der polnischen Meisterschaft.

Der tapfere Skonto-Torhüter Germans Malins hatte gegen den Schuss des Teamkollegen keine Chance, Foto: Papuass auf Wikimedia Commons

 

Der Auftritt in Riga war freilich keine Meisterleistung. Die Gäste besaßen die überlegene Spielanlage und kamen auch zu Chancen durch die Israel- beziehungsweise Bulgarienexporte Maor Meliksson und Tzvetan Genkov. Anschließend tat das Spiel, was es in lettischen Stadien gerne macht: Es plätscherte vor sich hin. Doch mitten in diese zenbuddhistisch anhauchende Phase fiel plötzlich das Tor des Tages.

Die gute Nachricht: Ein Lette erzielte es. Die zweite gute Nachricht: Er spielt tatsächlich bei Skonto und nicht, wie beispielsweise Artjoms Rudņevs, als Legionär in der polnischen Ekstraklasa. Leider traf Renārs Rode, der Eingangssatz dieses Berichts lässt es erahnen, ins eigene Netz. Der insgesamt sehr solide haltende Germans Malins im Skonto-Tor hatte keine Chance.

Kristaps Blanks

Kristaps Blanks verpasste die Chance zum Ausgleich, Foto: Papuass auf Wikimedia Commons

 

Malins war es dann zu verdanken, dass Wisla nach dem Seitenwechsel nicht davonzog. Fast hätte es sogar zu mehr gereicht: Die gerade zunichte gemachte Gästechance drehte der Skonto-Keeper geistesgegenwärtig in eine eigene, als sein präziser Abschlag zur Idealvorlage für Kristaps Blanks geriet. Freilich konnte der eingewechselte Stürmer die gute Gelegenheit nicht nutzen. Da war das Spiel schon fast zu Ende. Die Rigaer hatten nicht mehr zuzulegen, was auch daran lag, dass Juris Laizāns nach seiner zweiten gelben Karte wegen Foulspiels in der 83. Minute das Feld verlassen musste.

Im Rückspiel am 19. Juli in Krakau dürften die Südpolen alles klar machen. Eine Übermannschaft sind sie nicht. Doch reichen die Offensivqualitäten von Skonto bei weitem nicht aus, um eine Champions League-Qualifikation zu überstehen. Wo gibt es das schon, dass der Torwart unmittelbar nach Vereitelung einer Großchance die beste Möglichkeit der eigenen Mannschaft einleitet? Fürs nächste Mal sollte sich der gute Malins vornehmen, nicht die Idealvorlage zu geben, sondern direkt vom eigenen Strafraum ins gegnerische Netz zu treffen. Wie's geht, zeigte unlängst David Bingham. Der Torhüter des US-Teams San José Earthquakes erzielte den Treffer im Freundschaftsspiel gegen den englischen Premier League-Club West Bromwich Albion. Mit diesem Kunststück wartete er nicht etwa bis kurz vor dem Abpfiff: Binghams Schocker entschied bereits in der dritten Minute die Begegnung.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 14. Juli 2011 um 07:50 Uhr
 

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