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Münster, 20.11.2017
Garnelenklau in Bremerhaven endete wahrscheinlich in einem Rigaer Kühlhaus PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 02. August 2012 um 00:00 Uhr

Garnelen zum essen aufbereitet

65 Paletten mit tiefgekühlten Garnelen, die zwei LKW-Fahrer in Bremerhaven auf ihre Anhänger luden, verschwanden Mitte Juli unbezahlt. Die beiden Betrüger legten an der Ladestelle gefälschte Dokumente vor. Ihre litauischen Pässe mit den Namen Jonas Valaitis und Andrius Dauksas erwiesen sich als genauso unecht wie die Transportpapiere des lettischen Unternehmens Alvos Trans, das seinen Namen nun missbraucht sieht. Der Frachtwert wird auf bis zu 200.000 Euro geschätzt. Die geschädigten Firmen stellten für die Wiederbeschaffung des Beuteguts eine Belohnung in Aussicht: 10 Prozent der Schadenssumme, aber höchstens 20.000 Euro. Doch nun scheinen die entwendeten Paletten bereits gefunden. Die lettische Nachrichtenagentur LETA berichtete am 31.7.12, dass vier Tage zuvor die Finanzfahnder der lettischen Steuerbehörde in Rigaer Kühlräumen 30 Tonnen Garnelen ohne Begleitpapiere entdeckten. Obwohl die Behörden den Zusammenhang noch nicht bestätigten, vermuten die lettischen Journalisten, dass es sich um das Bremerhavener Diebesgut handelt.

 

In diesen Zeiten werden auch Lebensmittel zum begehrten Diebesbeute: Foto:Frank C. Müller auf Wikimedia Commons

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Lettland: Ir-Redaktion ködert Fahrraddiebe PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. April 2012 um 00:00 Uhr

Durchgetrenntes FahrradschlossAm 22. April beginnt in Riga die Fahrradwoche mit Gruppenfahrten, Filmvorführungen und Diskussionen. Radfahren wird immer beliebter. Die Rigenser haben entdeckt, dass sie mit dem Drahtesel billiger und gesünder fortkommen als mit dem Auto. Das „Gesünder“ muss freilich relativiert werden: Rigas Straßennetz ist auf Radler nicht vorbereitet, entsprechend hoch ist das Unfallrisiko. Die Besitzer müssen zudem stets um ihr Zweirad bangen, denn auch die Zahl der Diebstähle nimmt zu. In den ersten drei Monaten dieses Jahres stahlen die Langfinger in der Region Riga bereits 162 Räder, das sind 52 mehr als im Vorjahreszeitraum. Im letzten Jahr wurden in der Hauptstadt insgesamt 1442 Räder gestohlen. Doch das ist nur die offizielle Zahl, die lettische Polizei schätzt, dass jeder fünfte Diebstahl nicht angezeigt wird. Die Redakteure der Wochenzeitschrift Ir beabsichtigen, den Dieben auf die Spur zu kommen: Ab dem 20.4.12 stellen sie im Zentrum Rigas fünf Fahrräder ab. Diese sind mit GPS-Sendern präpariert.

Durchgetrenntes Kabelschloss, Foto: Riki1979 auf Wikimedia Commons

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Lettland: Weiter Gerangel um den profitablen Öltransit von Ventspils PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 10. Februar 2012 um 20:44 Uhr

Hafenausfahrt VentspilsVentspils oder deutschbaltisch Windau, die Ölhafenstadt an der lauschigen Venta-Mündung, liegt ganz im Westen Lettlands, wo ein wilder Wind weht, der manchmal auch Orkanstärke erreicht. Das Öl aus Russland, das mit Kesselwagen über die Schienen oder, wenn sie denn funktioniert, per Pipeline an der Ostseeküste anlangt, wird hier mit Tankern nach Westeuropa weiter befördert. Daher hat die Stadt an der Venta so etwas wie ein mittelalterliches Stapelrecht, das Reichtum ermöglicht und die kleine Provinzstadt in den Rang einer Hafenmetropole erhebt: Die ansässigen Transitfirmen verdienen kräftig mit, wenn es darum geht, das Schwarze Gold auf Schiffe zu verladen. Daher beobachten lettische Journalisten seit Jahren ein Hauen und Stechen von Geschäftsleuten und Anwälten um Macht und Millionen, meistens mit dabei ist Bürgermeister Aivars Lembergs. Der Oligarch steht seit Jahren wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Dabei ist unklar, wem was gehört. Diese Stadt hat eigene Gesetze und Regeln, selbst die Uhren gehen hier anders. Den Jahresbeginn feiern die Bürger nach der Ventspils-Zeit. Und es gibt sogar eine Ventspils-Mathematik: Nach dem jüngsten Gerangel hat eine der sprudelnden Profitquellen, die Firma Ventbunkers, die Öl zwischenlagert, ventspils-mathematische Besitzverhältnisse: Der Schweizer Jurist Rudolf Meroni, der als Verwalter von Kapitalvermögen eingesetzt wurde, behauptet, 71 Prozent der Aktienbesitzer zu vertreten, doch vier Widersacher wähnen sich mit einem Anteil von 58 Prozent ebenso als Mehrheitseigner.

Die Hafenausfahrt von Ventspils, Foto: Algirdas auf Wikimedia Commons

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