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Münster, 22.9.2017
Rigas Polizisten wünschen sich mehr Aufmerksamkeit in Notfällen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. März 2013 um 00:00 Uhr

Schneespuren Der Homo Oeconomicus saust durch die Stadt. Unsichtbare Scheuklappen bewahren ihn vor dem Blick ins Elend. Zeit ist Geld und entsprechend knapp und kostbar. Auf chromblitzendem Tretroller auf die nächste Win-Win-Situation zusteuernd wäre ein Seitenblick zu riskant und pure Verschwendung. Dieser Typ, diese Parodie des Menschen, schufen Wirtschaftswissenschaftler. Eigennutz rechnet sich ökonomisch. Ein Verweilen, um Hilfe zu leisten, hielte nur auf und schadete dem Volkseinkommen. Im Zeitalter der Effizienz-Kriterien veralbert der Homo Oeconomicus die drollige Unvernunft des Gutmenschen. Einer Bettlerin 20 Santims zu spendieren, das mag noch angehen. Doch was wäre, wenn man sich ernsthaft kümmerte? Müsste man die eigene beheizte Wohnung Obdachlosen zur Verfügung stellen? Die gesamte Freizeit opfern, um fremde Bedürftige zu betreuen und unbekannte Kranke zu pflegen, die Feierabende am Ausschank von Suppenküchen verbringen? Vielleicht sogar in einen Sozialberuf wechseln? Nicht jeder ist für das Leben eines Albert Schweitzers oder des heiligen Franziskus` geeignet. Rigas Städtische Polizei bietet eine bequemere Möglichkeit das Leben anderer zu retten. Seit dem 24.9.2012 registrierten die Polizisten 24 Menschen im Stadtgebiet, die wegen Unterkühlung starben. Experimente zeigen, dass die Mehrheit der Passanten achtlos an Kälteopfern vorübergeht. Dabei hielte sich der Helferaufwand in Grenzen: Man müsste nur über den Notruf 110 die Polizisten informieren. Rigas Polizei stellte am 26.3.2013 ihre Kampagne „Neesi vienaldzīgs!/ Sei nicht gleichgültig!“ der Öffentlichkeit vor.

Eisige Temperaturen verursachen Kältetote, auch auf öffentlichen Plätzen, Foto: LP

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Lettland: Ombudsmann Juris Jansons kritisiert Behandlung mit Psychopharmaka in den Betreuungszentren PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. März 2013 um 00:00 Uhr

BetreuungszentrumJansons leitet ein staatliches Büro, das überprüft, ob Regierung, Ministerien, Behörden und Institutionen die Menschenrechte beachten. Der Jurist wendet sich an die Öffentlichkeit, wenn er Verstöße und Diskriminierungen feststellt. Im Februar schrieb er der lettischen Regierung einen offenen Brief, in dem er die Zustände in den Staatlichen Sozialen Betreuungszentren (Valsts sociālās aprūpes centri, VSAC) beklagt, darüber informierte er auch die Parlamentarier. Sein Team aus Juristen und Psychiatriekennern hatte diese Heime im letzten Jahr zum wiederholten Mal überprüft. Solche sind in größeren Gemeinden zu finden. Ihre Aufgabe ist es u.a., Waise, Invalide, aber auch geistig Behinderte und psychisch Kranke aufzunehmen und zu versorgen. Insgesamt werden in solchen Einrichtungen 13.035 Bewohner betreut (Stand: 31.12.2011), davon sind 6.994 Personen psychisch krank oder geistig behindert. Die Rechtshüter stellten fest, dass in diesen Häusern die Menschenrechte nicht immer beachtet werden. Jansons kritisierte, dass Heimbewohner Psychopharmaka in zu hoher Dosierung nehmen müssten. Ziel sei offenbar die Beruhigung mit chemischen Mitteln, um verhaltensauffällige Patienten leichter beaufsichtigen zu können. Die Betreuer verabreichten die Medizin, ohne über ihre Wirkung zu informieren. Eine solche Praxis verstößt gegen die Grundrechte.

Ein Betreuungszentrum in Riga, Foto: LP

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Lettische Antikorruptionsbehörde übergibt den Fall Daimler dem Generalstaatsanwalt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 07. Februar 2013 um 00:00 Uhr

Mercedes-Bus in RigaIn einer Pressemitteilung informierte die lettische Antikorruptionsbehörde KNAB (Korupcijas novēršanas un apkarošanas birojs/ Büro für Korruptionsvermeidung und -bekämpfung) am 7.2.13, dass sie die Materialien über den Fall Mercedes-Benz dem Generalstaatsanwalt übergeben hat. Falls die KNAB-Vorwürfe stimmen, hatten Tochterfirmen des Stuttgarter Konzerns von 2002 bis 2006 sieben Personen korrumpiert, die mit dem Ankauf von 117 Nahverkehrsbussen in Verbindung standen. Der fragliche Handel führte dazu, dass die Daimler AG die Fahrzeuge teurer an die Stadt Riga verkaufte, um Bestechungsgelder mitzufinanzieren. KNAB nennt eine Summe von 5,26 Millionen Euro, die auf Privatkonten landeten und für die, zumindest teilweise, der lettische Steuerzahler oder der Fahrgast von Rigas Satiksme, der städtischen Busgesellschaft, aufkommen muss.

Mercedes-Linienbus in Riga, Foto: LP

 

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