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Münster, 18.5.2012
Lettland: Stellvertretender Bürgermeister von Daugavpils ermordet PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 24. April 2010 um 10:39 Uhr
Eingang zur Festung DaugavpilsDas Verbrechen bedeutete ein Schock für Politiker und Bürger. Grigorijs Ņemcovs wurde am 16.4. auf offener Straße erschossen. Das Ratsmitglied Ludmila Smikova äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur LETA ihre Betroffenheit, weder Geld noch Politik könne diesen Mord rechtfertigen und die stellvertretende Ratsvorsitzende Rita Strode zeigte sich schockiert darüber, dass man im Zentrum der ostlettischen Stadt um die Mittagszeit einen Menschen erschießen kann.
In der Stadt Daugavpils, der zweitgrößten des Landes, kann man Festungsruinen besuchen. Ein Zugang ist mit sowjetischen Symbolen verziert. Foto: UB

 

LETA weist in ihrer Meldung vom Tag des Verbrechens darauf hin, dass der Ermordete politische und persönliche Gegner hatte. Ein Gesinnungswechsel des ehemals linken Politikers führte dazu, dass Rihards Eigims von der Latvijas Sociāldemokrātiskā Strādnieku Partija (Lettische Sozialdemokratische Arbeiterpartei) 2006 sein Bürgermeisteramt in Daugavpils verlor. Seitdem regiert ein Vertreter der Latvijas Pirmā Partija/Latvijas Ceļš (Lettlands Erste Partei/Lettlands Weg) die Stadt.

Der 61jährige stritt laut LETA in mehreren Gerichtsprozessen als Täter und Opfer. Das Unternehmen Latgales reklāma, das er leitete, wurde 2001 wegen Verleumdung angeklagt und musste 3000 Lats an die Firma DauTKom zahlen. 2004 zog er selbst gegen zwei Journalisten vor Gericht. Er beschuldigte sie, ihn in ihren Publikationen beleidigt zu haben.

Im Jahr 2000, als er noch Bezirksvorsitzender der lettophoben Par cilvēka tiesībām vienotā Latvijā/ Für Menschenrechte im vereinten Lettland war, wurde Ņemcovs verprügelt und beraubt. Er vermutete, dass politische Motive hinter diesem Angriff steckten. Mutmaßliche Brandstifter richteten 2007 an seinem Wohnhaus in Skrudaliena einen Schaden von 9500 Lats an. Der Politiker sah sich bedroht und mutmaßte, dass die Täter Druck auf die Zeitung Million ausüben wollten, die er herausgab.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 08. Februar 2011 um 20:27 Uhr
 

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