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Am 25. Oktober 2009 schlug ein Meteorit auf den Feldern nahe der nordlettischen Kleinstadt Mazsalaca ein. Inzwischen bezweifeln Experten das Ereignis und behaupten, es sei aus kommerziellen Gründen fingiert worden. Eine private Telefongesellschaft wird nun beschuldigt, auf unsinnige Weise Wissenschaftler, Polizisten und Feuerwehrleute beschäftigt zu haben und Politiker stellen Regressforderungen. Dem widerspricht Uģis Brīnums, der sich als Jünger von Mazsalaca bezeichnet und Priester der Gemeinde des mobilen Funkens ist. Die Lettische Presseschau veröffentlicht seine Gegendarstellung. Der Stern von Mazsalaca? Wer`s glaubt! Foto: Wikimedia Commons
Jünger von Mazsalaca! Werte Gemeinde des mobilen Funkens! Seit dem 25. Oktober 2009 gehen die Uhren anders. An diesem Tag fiel ein Stern vom Himmel. Die Zeit hielt inne, um ihre neue Rechnung im allerneuesten Testament zu offenbaren. Dieses Zeichen, liebe Gemeinde des mobilen Funkens, ist ein besonderes und es wurde uns Jüngern von Mazsalaca in lettischer Nacht zuteil. Nach den fetten Jahren des Herrschers Kalvītis, als Kohl mit reichlich Speck aus allen Kesseln brodelte und dampfte, darbt nun sein Volk, schlürft jämmerlich das Wassersüppchen aus dem Blechnapf, in welchem die Pharisäer des IWF ihm nur bittere Kröten einbrockten. Doch nun erstrahlt Hoffnung und sie wurde nicht jenen zuteil, die dem Gestern vor dem 25. Oktober verhaftet sind, also jenen biblisch oder koreanisch inspirierten Altgläubigen oder etwa jenen gutmenschelnden und empirisch vermaledeiten Aufklärern, sondern jenen, die die moderne Sprache kommunizieren, den Marketendern unserer Heilsbringenden Telefongesellschaft, also Menschen, die dem Heute verpflichtet und der Zukunft zugewandt sind. Es sind Menschen mit direktem Draht zum Göttlichen. Sie werden das Dritte Testament schreiben, ein reiches Erbe, mit der sich die Geschichte ein für allemal und hoffentlich recht profitabel erfüllen wird. Und wir, die Jünger von Mazsalaca, werden ihnen folgen. 
Der bekannte Ordensmeister Wolter von Plettenberg gab Mazsalaca 1528 Adeligen zum Lehen. Die Burg ist von einem Park umgeben, den ein Naturpfad durchzieht. Der Wanderer trifft dort u.a. auf Hinterlassenschaften des Teufels, z.B. seine Kanzel. Zeichnung von 1788, Quelle: Wikimedia Commons
Am Anfang unserer Neuen Zeit war das Nichts, waren Not, Deflation und unbezahlte Kredite. Doch der Prophet sprach: “Es werde Lettland ein Event.” Und es wurde Lettland ein Event! Taghell erglänzten die lettischen Wälder, als der himmlische Funke in die Scholle fuhr und in ihr einen kreisrunden Kelch der Hoffnung formte. Rötlich illuminierter Weihrauch schickte er aus in die Welt. Um diesen Kelch, liebe Jünger, werden wir uns fortan am jeden 25. alter Zeitrechnung versammeln und die Hände reichen zum Gebet, das wir so in etwa im Sinne der geheiligten Worte des mobilen Telefon-Apostels Jānis S. verkünden: Herr, unser Ziel ist es, die lettische Gemeinde aufzuwecken. Herr, gib` uns die Kraft, dass wir den Weg nach Mazsalaca weisen, damit Lettland etwas vollbringen kann. Wir sehen, dass mit diesem Event Lettlands Name in aller Welt eingeschrieben sein wird. Lettland ist nun reizvoll für die Welt und nicht nur, weil es hier Krise gibt, es schlecht und schwierig zugeht, sondern weil hier Schöpferisches und Spannendes geschieht. Das ist ein einzigartiges Event und Teil unserer Kommunikation mit Dir, Gott. Über Deinen mobilen Funken sprechen wir hinauf zu Dir. Herr, wir wollen nicht, dass Du eingehst unter unserem Dach, aber schick` uns noch eine SMS und unsere Seelen werden gesund. 
Der Fluss Salaca durchfließt auch die Kleinstadt. Seine Landschaft ist mit den Ufern der Gauja vergleichbar, aber weniger touristisch erschlossen. Bekannt ist die Anhöhe mit den rötlichen Kreidefelsen an einer Uferstelle, von der ein Echo deutlich zurückschallt. Foto: Alexander von Vietinghoff auf Wikimedia Commons Gewiss, diese Frohe Botschaft wird angefeindet von den Ungläubigen, die harren in Finsternis und Verdammung, zu blind, um den göttlichen Funken und seine Wahrheit zu erkennen. Sie reisen mit finsterem Blick heran, vermessen, spekulieren, bilden ihre kleingeistigen Hypothesen, fabulieren von Wahrscheinlichkeit und Unwahrscheinlichkeit. Sie nennen sich Wissenschaftler oder kommen als Häscher des Staats, die unsere Apostel verfolgen und anklagen. Jede unfassbare und wunderbare Wahrheit hat ihre Märtyrer. Was vermag ein Feuerwehrmann zu löschen, wenn es um den göttlichen Funken geht? Unnütz seine Klage über das vergeblich verbrachte Tagewerk und unbillig seine Forderung, für seine unsinnigen Löschversuche Silbergeld von unserer Heiligen Telefongesellschaft einzukassieren. Als hätte ein solch religiös inspiriertes Event etwas empirisch Fassbares oder Auszulöschendes! Wen kümmerts, wer das Turiner Grabtuch bepinselte oder welch staubiges Gebein der Dreikönigsschrein zu Köln enthält? Oder dass man mit dem Metall geheiligter Kreuzesnägel ein Jahr lang die Rohstoffzufuhr der deutschen Automobilproduktion sichern könnte? Das kümmert alles nicht, denn unsere Wahrheit ist zu erhaben für die mit Rechenschiebern hantierenden Kleingeister, deren Sinne viel zu beschränkt sind, um den göttlichen Funken zu schauen. 
Ob die Kölner Rotefunken die Frohe Botschaft schon vernommen haben? Foto: Rolf Hahn auf Wikimedia Commons.
Liebe Jünger von Mazsalaca, werte Gemeinde des mobilen Funkens. Lasst Euch von den Pharisäern und Philistern nicht unsere Wahrheit nehmen. Vertrauen wir auf den mobilen Funken und auf die geheiligten Worte unseres Apostels Jānis S. Lobpreisen wir die Weihestätte Mazsalacas, wo uns der Kelch des göttlichen Funkens hinterlassen ist. “Macht aus dem Nichts ein Event”, lautet unser göttlicher Auftrag, verbringen wir unter dieser Losung unser Tagewerk, um die Botschaft in die Welt hinaus zu senden, mit den Antennen unserer Göttlichen Telefongesellschaft. Ladet nun euer Handy in Frieden. Amen.
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