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Münster, 24.6.2018
Lettland: Auftragsmord am Brüderfriedhof PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 07. Juni 2018 um 18:26 Uhr

Insolvenzverwalter Martins Bunkus in Riga erschossen

BrüderfriedhofDie Blumenhändler am Ehrenfriedhof im Rigaer Norden wurden am 30. Mai 2018 kurz vor neun Uhr morgens durch Schüsse aufgeschreckt. Am Ort des Geschehens sahen sie einen Range Rover, der sich in den Friedhofszaun gebohrt hatte, die Tür stand offen. Davor lag ein toter Mann, dessen weißes Hemd völlig mit Blut durchtränkt war. Polizisten sperrten den Tatort an der Aizsaules iela 1 ab. In der Nähe fanden sie einen ausgebrannten VW-Kastenwagen mit gefälschtem Nummernschild, der wahrscheinlich für die Mordtat benutzt worden war. Es stellte sich heraus, dass der Tote Martins Bunkus ist. Die Fahnder sind davon überzeugt, dass es sich um einen Auftragsmord handelte, der mit der beruflichen Tätigkeit des Opfers in Zusammenhang steht (lsm.lv). Als Insolvenzverwalter musste Bunkus viel Geld eintreiben und war gewiss der Schrecken mancher Schuldner. Doch in den Medien wird auch spekuliert, ob Bunkus selbst nicht immer gesetzestreu gehandelt hat.

Brüderfriedhof in Riga, Foto: Zhagatasligzda - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

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Aufruf der Sicherheitspolizei: Lettische Bibliothekare sollen Verdächtige melden PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 13. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Koranleser im Visier

KoransureAm 7. Januar 2018 verbreitete pietiek.com einen Aufruf der Sicherheitspolizei (drosibas policija) an lettische Bibliothekare: Sie sollen beobachten, ob Besucher ein besonderes Interesse für den Islam zeigen, ob sie im Internet Webseiten des sogenannten Islamischen Staats aufsuchen oder sogar Abzeichen dieser Terrorgruppe tragen. Islamistische Informationen verbreiteten sich vorwiegend über das Internet und seien bei einer Gruppe von Jugendlichen beliebt. Häufig nutzten sie vermeintlich anonyme Internetzugänge, wie sie Bibliotheken zur Verfügung stellten. Diese Tendenz sei in allen europäischen Ländern, in geringerem Maß auch in Lettland, zu beobachten. Zwar bekennt die lettische Polizei, dass solche vagen Anhaltspunkte noch keinen Nachweis für Radikalisierung ergeben, jeder Fall müsse individuell geprüft werden, dennoch fordert sie die Bibliotheksangestellten auf, die Namen verdächtiger Besucher und deren Lektürewünsche mitzuteilen. Die Bibliothekare zeigen sich irritiert.

Machen sich Koranleser in lettischen Bibliotheken verdächtig? Foto: Aziz Efendi (d. 16 August 1934) - Muhittin Serin: Hattat Aziz Efendi. Istanbul 1988. ISBN 375-7663-03-4. p.53., Gemeinfrei, Link

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Lettland: Staatspräsident Raimonds Vejonis begnadigt Ilmars Poikans PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 04. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Ermutigung für Whistleblower

Poikans„Obwohl Ilmars Poikans mit seiner Tat das Gesetz übertreten hat, ist der gesellschaftliche Gewinn seiner Aktion beträchtlich größer gewesen als die negativen Folgen. Sie bewirkte Offenheit und Transparenz in der staatlichen Verwaltung, zudem richtete sie die Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der staatlichen Informationssysteme.“ Mit diesen Worten begründete Staatspräsident Raimonds Vejonis am 18. Dezember 2017 seine Entscheidung, Poikans` Antrag auf Begnadigung zu entsprechen (president.lv). Der Informatiker war nach jahrelangem Rechtsstreit in letzter Instanz dazu verurteilt worden, 60 Stunden gemeinnützige Arbeit zu verrichten.

Ilmars Poikans, Foto: CC BY 2.0, Saite

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