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Münster, 13.8.2020
Aufruf der Fon-Rogge-Stiftung: Die verlassenen deutschen Friedhöfe in Lettland: Mehr als 23.000 deutsche Grabstätten sind ohne Pflege PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 30. Juni 2012 um 00:00 Uhr

GrabkreuzEin Gastbeitrag von Sintija Sproge für die gemeinnützige Fon-Rogge-Stiftung

Seit etwa 800 Jahren haben die Deutschen enge Verbindungen zu Lettland. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg lebten zahlreiche deutschbaltische Familien hier. Sie wurden vor dem Krieg umgesiedelt, weil nach dem Geheimabkommen des Hitler-Stalin-Pakts Lettland der Sowjetunion zufallen sollte. Das ist nun schon 73 Jahre her. Aber in Lettland sind noch allenthalben viele deutschbaltische Friedhöfe aus jener Zeit zu finden. Diese Grabstätten sind leider in einem bedauerlichen Zustand. Sie erscheinen verwildert, ausgeraubt, demoliert. Grabräuber plünderten so manche Gruft (beispielsweise auf dem groβen Pokrow-Friedhof in Riga, der auch von Touristen besucht wird. Dort sind die Namen bekannter deutschbaltischer Familien auf den Grabsteinen zu sehen). Manche Gräber sind in einem wahrhaft bedauerlichen Zustand, man findet dort Müll und sogar frei herumliegende Knochen.

Foto: Vilnis Plavins

 

Nach 1945 fehlten in Lettland die Angehörigen, die sich um die Ruhestätten der Deutschen hätten kümmern können. Nur 5 -7 % der Verwandten aus Deutschland pflegen noch hierzulande die Grabstätten ihrer Vorfahren. Doch die übrigen 23.000 Ruhestätten sind vergessen, verlassen, ungepflegt.

Ungepflegter Friedhof

Foto: Vilnis Plavins

Das Thema vernachlässigte deutschbaltische Friedhöfe hat bislang weder die lettische noch die deutsche Öffentlichkeit besonders beschäftigt. Deshalb hat sich Olavs Igals Rogge, Spross einer deutschbaltischen Familie, sich dieser Aufgabe angenommen und die „Fon Rogges Wohltätigkeitsstiftung“ gegründet. Ihr Ziel ist es, die alten deutschbaltischen Friedhöfe wieder in einen guten Zustand zu bringen.

Rogge begründet sein Engagement:Ich will das Interesse der Deutschen für ihre Verstorbenen, die in Lettland blieben, wecken, damit sie hier eine gepflegte und ehrenvolle letzte Ruhestätte bekommen, und keine, die mit Müll verdreckt ist oder gar geplündert wurde.“

Restaurierter Grabengel, vorher - nachher

Foto: Vilnis Plavins

Seine Stiftung hat bereits mit der Pflege von deutschen Grabanlagen begonnen (nämlich in Riga, Sigulda, Allazi, Ligatne) und ist bestrebt, diese Arbeit fortzusetzen. Dies benötigt Zeit, verursacht auch Kosten. Deshalb würden wir uns sehr über Spenden für unsere Projekte freuen.

Die Namensliste der Deutschen, die in Lettland beerdigt sind, finden Sie auf unserer Webseite veröffentlicht und sie wird ständig weiter ergänzt. Vielleicht werden Sie auch den Namen Ihres Groβvaters, Urgroßvaters bzw. Ihrer Groβmutter oder Urgroßmutter dort wiederfinden.

Rogge appelliert an alle Deutschbalten, sich ihrer Friedhöfe anzunehmen. Ihr Zustand gibt Anlass, sich auf folgenden Leitspruch zu besinnen: Wer die Vergangenheit nicht achtet, der hat auch keine Zukunft.


Externer Linkhinweis:

www.fonrogge.lv

 
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