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Münster, 23.9.2017
Flüchtlinge kehren enttäuscht nach Lettland zurück PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 09. Dezember 2016 um 11:51 Uhr
Mucenieki„`Wie denken Sie über Deutschland?`
Was die Leute alles von mir wissen wollen!
`Nach Deutschland mag ich auch nicht gehen.`
`Warum, Deutschland ist doch ein recht hübsches Land (...)`
`Nein, ich mag die Deutschen nicht. Wenn ihnen die Rechnungen vorgelegt werden, dann sind sie die Entsetzten, und wenn sie die Rechnungen nicht bezahlen können, dann sind sie die Besetzten.` (…) Da könnte ich nie die unterste Schicht der Mittelklasse erklimmen und ein wertvolles Mitglied der menschlichen Gesellschaft werden`“
B. Traven: Das Totenschiff
Der lettische Ort Mucenieki, wo sich eine Unterkunft
für Asylbewerber befindet, Foto: Saite

Kein Erbarmen im Hippie-Staat Deutschland

Die lettischen Behörden hatten 23 Flüchtlingen Anfang des Jahres genehmigt, in der Baltenrepublik bleiben zu dürfen. Sie waren aus den Kriegsgebieten in Syrien oder Irak oder vor der Diktatur in Eritrea geflohen, waren in den Aufnahmelagern Italiens und Griechenlands gestrandet und wurden nun im Rahmen eines EU-Verteilungsabkommens nach Lettland gebracht. Im September machten sie Schlagzeilen: Fast alle hatten sich auf den Weg nach Eiropas bagātākā valsts, Europas reichstem Land, Deutschland, gemacht, später auch das letzte Pärchen, das damals noch von lettischen Journalisten befragt wurde. Die lettischen Unterstützungszahlungen erwiesen sich als derart dürftig, dass die Lettland Zugewiesenen nicht einmal eine bescheidene Unterkunft anmieten konnten (Die LP berichtete darüber). Da schien Deutschland die letzte Rettung. Schließlich gilt es wegen seiner Flüchtlingspolitik neuerdings als mitfühlender „Hippie-Staat“, der einem britischen Politologen unheimlich ist. Und die Botschaften des deutschen Journalismus, z.B. „Deutschland ging es noch nie so gut wie heute“ von welt.de, kommen via Internet, in anderen Sprachen verbreitet, auch in ferne Länder an, auch in Afrika, auch im Nahen Osten und auch in den Kriegsgebieten, in denen sich deutsche Waffen befinden. Das Kleingeschriebene, nämlich, dass es zwar der Wirtschaft Deutschlands gut geht, aber längst nicht allen seinen Einwohnern, verschwindet auf der Datenautobahn zwischen Berlin und Mossul. Nun melden lettische Internet-Portale: Diese Flüchtlinge, die Hilfe von den Deutschen erhofften, kehren frustriert nach Lettland zurück. Die deutschen Behörden verweigerten ihnen jegliche Unterstützung.

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Letten reagieren gelassen auf die Wahl Donald Trumps PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 11. November 2016 um 14:38 Uhr

"Der Dritte Weltkrieg ist abgewendet"

Donald TrumpNach der Wahl des republikanischen Kandidaten Donald Trump zum US-Präsidenten reagieren lettische Politiker gelassen und zeigen sich zur Zusammenarbeit bereit. Im Wahlkampf hatte der gewagt geföhnte Blondschopf für Aufregung gesorgt, weil er den Beistand der USA im Nato-Bündnisfall an Bedingungen geknüpft hatte. Jānis Jurkāns, erster lettischer Außenminister nach der Unabhängigkeit, reagierte in der LTV-Talk-Sendung "Tieša runa" vom 9.11.2016 sogar erleichtert: Mit der Wahl Trumps sei der Dritte Weltkrieg aufgeschoben worden.

Donald Trump, Foto: Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, Link

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EU-Streit über Nord Stream 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 22. Oktober 2016 um 14:10 Uhr

"Deutschland gibt den eigenen wirtschaftlichen Belangen Vorrang"

Kaljuleid und VejonisDer Spaltpilz gedeiht prächtig in der EU. Er entzweit auch über Nord Stream 2. Eine niederländische Tochter von Gazprom verlegt die neue Gasröhre entlang der ersten Ostsee-Pipeline zwischen dem russischen Wyborg und dem vorpommerischen Lubmin, vorbei an den Hoheitsgebieten Polens und der baltischen Staaten. Derzeit beginnen die Arbeiten an der 1200 Kilometer langen Leitung. Ost- und südeuropäische Politiker kritisieren das Vorhaben scharf, aber aus unterschiedlichen Gründen. Das Projekt entspreche nicht den Zielen und Prinzipien einer EU-Energieunion, meinte der lettische Staatspräsident Raimonds Vējonis. Er ist sich darin mit seiner Amtskollegin Kersti Kaljulaid einig. Die neue estnische Präsidentin befand sich am 21.10.2016 auf Antrittsbesuch beim lettischen Kollegen in Riga.

Kersti Kaljulaid und Raimond Vējonis auf ihrer Pressekonferenz, Foto: Toms Kalniņš, Latvijas Valsts prezidenta kanceleja

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