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Münster, 21.11.2018
Der historischen Petrikirche in Riga fehlt die Orgel PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 26. Februar 2015 um 00:00 Uhr

Petrikirche in RigaSpendenaufruf zur Orgelrekonstruktion der Gottfried-Kloosen-Orgel von 1734 - PR-Text

Das Baltikum wurde ab dem 12. Jahrhundert durch Norddeutsche christianisiert. Bischof Albert aus Bremen gründete 1201 die Stadt Riga an der Düna/ Daugava. Riga blieb seitdem eine deutsch geprägte Stadt, bis 1918 die nationale Selbstständigkeit der Letten begann. Bis dahin war die Behördensprache in ganz Livland (also in Lettland und große Teile Estlands) deutsch, über 700 Jahre. Mit der Marienverehrung begann ein Aufschwung des religiösen Lebens in Livland. Neue Klöster wurden gegründet. Die Forscher stellten seitdem vermehrt Heiligenverehrung und eine Zunahme der Seelenmessen fest. Reformbestrebungen deuteten sich an. Eine neue Zeit begann. Martin Luther sprengte die Türen mit der Fülle von Umwälzungen und dem Durchbruch eines ganz neuen Lebensgefühls. Die reformatorische Lehre zündete zuerst in Riga, der größten und dem Ursprungsland der Reformation nächstgelegenen Stadt. Andreas Knopken, Mitarbeiter Bugenhagens, veranstaltete 1522 eine Disputation in der St.-Petri-Kirche Riga. Damit hatte die Reformation in dieser Stadt früh gesiegt. Diese Kirche wurde zur Wiege der evangelisch-lutherischen Glaubenslehre.

Die Petri-Kirche in Riga, Foto: LP

Um dem Zwang der Papstkirche zu begegnen schrieb Martin Luther 1523 einen Brief an alle Christen in Riga, Dorpat/Tartu und Reval/Tallinn. Von Riga ging eine starke Ausstrahlung aus, die ganz Livland erfasste. Auf dem Städtetag in Reval/Tallinn, am 18. Juli 1524, manifestierten die deutschen Ritterschaften und die Bürgermeister aller livländischen Städte in einem Religionsbündnis den Sieg der Reformation. Das Bekenntnis stiftete langfristig Gemeinsamkeit zwischen den Ethnien. Die neue geistige Haltung begründete eine Beziehung mit dem Land Luthers, wie sie zuvor noch nie bestanden hatte.

Herzog Albrecht von Preußen trieb die Reformation in Livland stark voran. Von Lübeck aus wurden 1525 viele Schriften Luthers nach Riga geschickt. So begann die lettische Bildungsgeschichte, an der deutsche Pastore einen großen Anteil hatten. Sie übersetzten die Bibel, den Katechismus und die christlichen Lieder ins Lettische. Sie brachten der Bevölkerung die Schriftsprache und lehrten die Bauern Lesen und Schreiben. Sie gründeten erste Schulen. Das niederdeutsche Gesangbuch von 1530 beeinflusste auch das religiöse Leben in Livland. Das hiesige Gesangbuch war von Knopken zusammengestellt und enthielt 22 Luther-Lieder, darunter „ Ein feste Burg".

Kurz vor Beginn der wieder erreichten Unabhängigkeit Lettlands bildete sich 1987, nach fast einem halben Jahrhundert sowjetischer Okkupation, in der Petri-Kirche wieder eine evangelisch-lutherische Gemeinde, die von einem Pastor geleitet wird. Diese hat es schwer, sich wieder fest zu etablieren und ihr christliches Leben zu leben. Die Gläubigen müssen derzeit noch ihre Lieder mit Klavierbegleitung singen. Ihr Gotteshaus ist der älteste, sakrale Bau im Baltikum, ein denkmalgeschütztes und historisches Kulturerbe. Riga ist eine hoch musikalische Stadt, in der täglich Orgelkonzerte im Dom stattfinden - aber leider nicht in der Petri-Kirche, weil sich dort seit 1941 keine Orgel mehr befindet. Ganz Riga hat bislang keine barocke Orgel. Diese Lücke möchten wir schließen. Der letzte Schüler Johann Sebastian Bachs, Johann Gottfried Müthel, der einzige international bekannte Organist des Baltikums, hat viele Jahre auf der Kloosen– Orgel in der Petri-Kirche gespielt.

Trotz vieler Mühen, für den barocken Orgelbau Spenden in ganz Europa und Übersee zu bekommen, ist es uns bis jetzt nicht gelungen, mit dem direkten Nachbau zu beginnen. Unser nächstes Ziel sind die Reformationsfeierlichkeiten, die in ganz Europa 2017 stattfinden werden – 500 Jahre Reformation. Zu gern würden wir zu diesem Zeitpunkt die fertige Orgel feierlich übergeben. Sehr herzlich bitte ich Sie um Ihre Spende! Auch eine feste Zusage für das Jahr 2015, 2016 oder 2017 würde uns sehr helfen und erfreuen! Sie können auch Orgelpfeifen erwerben, die mit Ihrem Namen versehen werden. Spendenbescheinigungen werden in Deutschland erteilt. Die Spender werden auf einer Tafel in der Petri-Kirche erfasst und für die nächsten Jahrhunderte sichtbar dokumentiert.

 

Kontakt:

Babette v. Sass

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Deutschbaltisch – Estnischer Förderverein e. V., Berlin

 

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