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Münster, 23.9.2017
Lettland: Nationale Allianz verhindert automatische Zuerkennung der Staatsbürgerschaft an die Kinder von Nichtbürgern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. September 2017 um 00:00 Uhr

Koalition wichtiger als europäische Werte

NichtbürgerpassNach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit zog Lettland den Unmut von Menschenrechtlern auf sich. Der lettische Gesetzgeber schloss Immigranten von der Staatsbürgerschaft aus, die nach der sowjetischen Besatzung 1940 ins Land gekommen waren und keine lettischen Vorfahren nachweisen konnten. Das machte über ein Drittel der lettischen Bevölkerung zu sogenannten `Nichtbürgern`. Diese haben zwar ein lebenslanges Aufenthaltsrecht, dürfen aber nicht an Wahlen teilnehmen und bestimmte Berufe im Staatsdienst nicht ausüben. Seitdem hat sich vieles geändert. Die Gesetzgebung wurde liberalisiert und mit einem lettischen Sprachnachweis können die meistens russischstämmigen Nichtbürger inzwischen die lettische Staatsbürgerschaft erhalten. Einst betrug die Zahl der Nichtbürger etwa 700.000. Sie ist auf weniger als 250.000 gesunken. Die Zahl wird sich weiter verringern, da nach den Gesetzesnovellen der letzten Jahre auch die Kinder von Nichtbürgern den lettischen Pass erhalten können – falls die Eltern diesem zustimmen. Staatspräsident Raimonds Vejonis brachte am 21.9.2017 eine Gesetzesinitiative in die Saeima ein, die die automatische Zuteilung der Staatsbürgerschaft für Kinder bezweckte, auch wenn die Eltern sich dagegen aussprechen (president.lv). Doch dieses Vorhaben scheiterte am Einspruch der Nationalen Allianz.

Ein Auslaufmodell: Der lettische Nichtbürgerpass, Foto: Neaizsargāts darbs, Saite

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Lettische Hausärzte bummeln bis zum Herbst PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 19. August 2017 um 00:00 Uhr

Ärztevertreter beklagt „stalinistische Repressionen“

Ärztin mit FormularenSeit Anfang Juli protestieren lettische Hausärzte gegen zu geringe staatliche Vergütungen. Aus dem unbefristeten Streik wurde inzwischen ein Bummelstreik, bei dem pro Tag 20 Patienten behandelt werden. Der Lettische Verband der Hausärzte (LGGA) lehnte das Angebot der Regierung ab. Diese ist zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit. Ärztevertreter beklagen nicht nur die niedrige Bezahlung, sondern auch die bürokratischen Schikanen, mit denen die Hausärzte kontrolliert und überwacht werden.

Ärzte im Bürokratiestress, Foto: Mennonite Church USA Archives - https://www.flickr.com/photos/mennonitechurchusa-archives/25021335601/, No restrictions, Link
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Afrikanische Schweinepest nun auch in Lettgallen festgestellt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 22. Juli 2017 um 00:00 Uhr

„Schwer zu sagen, wie wir das alles überstehen sollen“

Infiziertes SchweineohrEin fröhliches Schweinegesicht schwebt über den Schriftzug „Latgales Bekons“. Er ziert Wurst und Pasteten auf der hauseigenen Webseite (bekons.lv1). Der Fleischproduzent ist der größte in der ostlettischen Region Lettgallen. Der Betrieb befindet sich in der Gemeinde Viski, in der 2000 Menschen und dazu 6000 Schweine in Bekons` Ställen leben - letztere wahrscheinlich nicht mehr lange. Denn die staatlichen Veterinäre haben auch in ihren Reihen die afrikanische Schweinepest entdeckt, die nur durch Massentötungen bekämpft werden kann. Darüber informierte die zuständige Behörde am 15.7.2017 (zm.gov.lv ).

Ohrblutung als Symptom der afrikanischen Schweinepest, Foto: Gemeinfrei, Link

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