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Münster, 17.10.2019
Lettischer Verteidigungsminister Artis Pabriks ehrt SS-Legionäre PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 10. Oktober 2019 um 00:00 Uhr

"Lettlands Legionäre sind der Stolz des lettischen Volkes und des Landes“

Artis PabriksAm 27. September 2019 fuhr Pabriks in den 181-Seelen-Ort More im Kreis Sigulda, 60 Kilometer von Riga entfernt. Er hielt dort eine Rede zum 75. Jahrestag der More-Kämpfe. Lettische SS-Legionäre, die teils von den Deutschen zwangsrekrutiert, teils freiwillig an der Seite der Wehrmacht gegen die Rote Armee kämpften, hatten die – nach lettischen Angaben – zehn Mal stärkeren Sowjets in einer mehrtägigen Abwehrschlacht zurückgeschlagen und damit deren Einmarsch in die lettische Hauptstadt verzögert. Daran erinnerten die Gedenkfeierlichkeiten, an denen auch Viesturs Bubucis, Stabschef der Nationalgarde, teilnahm. Der Tevija-Chor der Nationalarmee und die Folkloregruppe Vilkaci sorgten für Unterhaltung im Festprogramm. Auf dem örtlichen Soldatenfriedhof wurden am Legionärsdenkmal Blumen niedergelegt. Sie galten nach Auskunft des Verteidigungsministeriums dem „Helden“ der Schlacht, Rolands Kovtunenko (modgov.lv). Schließlich nutzte die Nationalgarde und ihre Jugendorganisation Jaunsardze die Gelegenheit, um Schüler anzuwerben. Diese übliche antibolschewistisch geprägte Erinnerungskultur wäre in der Öffentlichkeit längst abgebucht, wenn nicht Pabriks die Legionäre als Stolz des lettischen Volkes gepriesen hätte. Bei Sozialdemokraten und Antifaschisten entfachten die Ministerworte scharfe Kritik. Die Saeima-Oppositionspartei Saskana beschwerte sich beim NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Artis Pabriks, Foto: Saeima - 13.Saeimas deputātu svinīgais solījums, CC BY-SA 2.0, Saite

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Lettische Regierung will Arbeitslosengeld kürzen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 26. September 2019 um 00:00 Uhr

„...möglicherweise wird es Menschen motivieren“

Ramona PetravicaSozialministerin Ramona Petravica plant, ab kommendem Jahr die Dauer und Höhe des Arbeitslosengelds zu verringern. Die staatlichen Ausgaben dafür haben sich nominal (also nicht inflationsbereinigt) von 85,2 Millionen im Jahr 2014 auf 119,9 Millionen Euro im letzten Jahr erhöht. Petravica möchte die voraussichtlich eingesparte Summe von 12 Millionen Euro für Renten und andere Sozialausgaben verwenden. Sie begründet ihre Maßnahme mit einem Argument, das Deutschen noch aus der Zeit der Agenda 2010 bekannt ist: Die Erwerbslosen sollen stärker „motiviert“ werden, rasch eine neue Stelle zu finden. Petravica, Mitglied der Regierungspartei „Wem gehört das Land?“ (KPV), der von ihren Kritikern Populismus vorgeworfen wird, findet erwartungsgemäß Zuspruch von Unternehmerseite und erntet Kritik von Gewerkschaftern, doch auch ein Ökonom und eine linksliberale neue Partei bemängeln Petravicas Plan mit aufschlussreichen Argumenten.

Sozialministerin Ramona Petravica, Foto: Saeima - Krišjāņa Kariņa valdības apstiprināšana Saeimas ārkārtas sēdē, CC BY-SA 2.0, Saite

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Umfrage der Bildungsgewerkschaft LIZDA: Lettische Hochschullehrer kritisieren ihre unwürdig geringen Löhne und Gehälter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. September 2019 um 00:00 Uhr

Miese Bezahlung, dafür arbeiten bis zum Burnout

LIZDA-Demonstration

Die lettische Gewerkschaft für Bildung und Wissenschaft LIZDA präsentierte am 13. September 2019 ihre Ergebnisse einer Internet-Umfrage (lizda.lv). Sie hatte seit April des Jahres Dozenten und Lektoren der lettischen Hochschulen und Colleges befragt, wie zufrieden sie mit Gehältern und Arbeitsbedingungen sind. Die Ergebnisse stellen der lettischen Hochschulpolitik ein äußerst miserables Zeugnis aus: 96 Prozent der 451 Beschäftigten, die die Fragen online beantworteten, hielten ihren Lohn für derart gering, dass er nicht den Bedingungen einer würdigen Arbeit entspreche. Wer an einer lettischen Uni beschäftigt ist, sollte lieber verschweigen, was er macht und wo er arbeitet und Fragen nach dem Gehalt möglichst ausweichen. Nach heutigen materiellen Kriterien, nach denen das Maß gesellschaftlicher Anerkennung überwiegend von der Höhe des erzielten Einkommens bestimmt wird, sind die lettischen Hochschulgehälter beschämend und verdeutlichen, wie gering die gesellschaftliche Wertschätzung für diese Tätigkeit ist.

LIZDA-Demonstration vor dem lettischen Parlament. Auf Plakaten haben Lehrerinnen ihre geringen Bruttolöhne aufgeschrieben - ihren Kolleginnen an den Hochschulen ergeht es nicht besser, Foto: LIZDA

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