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Lettland: US-Militärfrachter lieferte Kriegsgerät nach Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 12. März 2015 um 00:00 Uhr

Ein Abrams-Panzer in der WüsteAm Montag legte der 200 Meter lange US-Militärfrachter "Liberty Promise" im Rigaer Hafen an. Er lieferte 120 Kriegsgeräte, darunter sechs Abrams-Panzer und ebenso viele Bradley-Panzerfahrzeuge. Diese Waffen werden für die nächste Rotation von US-Truppen in Lettland bereitgestellt. Seit der Ukraine-Krise üben 150 US-Soldaten, die alle drei Monate wechseln, im Rahmen der Operation "Atlantic Resolve" gemeinsam mit lettischem Militär. Die Fracht wird zum Stützpunkt Ādaži weitertransportiert. Soldaten in gleicher Anzahl und zu gleichem Zweck hat die US-Regierung in die baltischen Nachbarstaaten und nach Polen gesandt. Örtliche Politiker, darunter Rigas Bürgermeister Nils Ušakovs, empfingen die Amerikaner. Auch der lettische Verteidigungsminister Raimonds Vējonis war anwesend. Dies sei eine erneute Bekräftigung der Nato-Solidarität. "Wir sind ein Nato-Mitgliedstaat und wir sind gemeinsam bereit für alle neuen Herausforderungen, welche in unserer Region bestehen," sagte der Minister der Militär-Webseite sargs.lv. US-General John O`Connor fügte hinzu, dass die US-Streitkräfte ihre Bereitschaft zeigten, in den baltischen Staaten und Polen so lange Präsenz zu zeigen, wie es notwendig sei, "um die Aggression Russlands aufzuhalten und die Nato-Allianz zu stärken." Ende März findet in Ādaži das Manöver „Operation Summer Shield XII” statt. O`Connor betonte, wie wichtig das gemeinsame Training der Soldaten sei, denn nur gute Zusammenarbeit und Kompabilität sicherten die Stärke des Militärbündnisses. Während ein Video auf sargs.lv die Ladung der Liberty Promise mit martialischer Rockmusik begrüßt, formuliert ein Russia-Today-Artikel die Einwände.

Ein Abrams-Panzer, Foto: „M1A1 Abrams Tank in Camp Fallujah retouched“ von Joseph A. Lambach, U.S. Marine Corps - http://www.defenseimagery.mil; exact source. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

 

Neue Trennlinien

Laut Russia Today (RT) nutzten die USA die Krim-"Sezession", um ihre Präsenz in Osteuropa zu verstärken. Der Artikel erinnert daran, dass laut der Nato-Russland-Akte von 1997 Nato-Truppen nicht dauerhaft in den baltischen Staaten stationiert werden dürfen. Doch derzeit sei nicht klar, wann Washington die "wahrgenommene" Bedrohung durch Russland für beendet erkläre. Zudem zitiert RT den in Italien stationierten US-Kommandeur Michael Foster. Nach seinen Worten ist die US-Armee bestrebt, Atlantic Resolve über Rumänien und Bulgarien bis zum Schwarzen Meer auszudehnen. Für die russische Seite bezog der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoly Antonov Stellung. Die Nato-Verbündeten ignorierten die Diplomatie und nutzten die Situation in der Ukraine aus, um näher an die russische Grenze heranzurücken. Statt alle Kräfte zu einen, um gemeinsam gegen das Unheil zu kämpfen, wobei Antonov an erster Stelle an den Terrorismus denkt, zeichneten die westlichen Staaten neue Trennlinien, versuchten, Eindämmungskonzepte gegen nicht willkommene Staaten zu entwickeln, derzeit sei Russland das Ziel solcher Vorhaben. RT fügt hinzu, dass die Nato ärmere Mitgliedsländer dazu dränge, Waffensysteme von reicheren Verbündeten anzuschaffen. So lasse sich Lettland "nicht lumpen" und stelle 54 Millionen Euro bereit, um ein britisches Paket, bestehend aus 123 Kampffahrzeugen, zu erwerben. Lettland hat sich gegenüber der Nato verpflichtet, sein Militärbudget in den kommenden Jahren auf 2 Prozent seines BIP zu steigern.

 

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Externe Linkhinweise:

sargs.lv: Rīgas ostā izkrauj tankus „Abrams” un bruņumašīnas „Bradley” nākamajai ASV rotācijai

rt.com: Over 100 US armored vehicles roll into Latvia, NATO flexes muscles in Europe (VIDEO)

 

 

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