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Münster, 22.1.2018
Die Deutschbalten und der lettische Staat zwischen 1918 und 1939 – Historikerin Helena Simkuva hielt einen Vortrag im Mentzendorff-Haus PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. November 2017 um 16:01 Uhr

Wie nationalistische Politik die ethnische Minderheit radikalisierte

Verfassungsgebende VersammlungDas, was Globalisierung genannt wird, stößt inzwischen in weiten Teilen der europäischen Wählerschaft auf Misstrauen. Der Globus spaltet sich in Gewinner und Verlierer (oxfam.org). Ein neuer Nationalismus ist die Antwort. Politiker fordern Grenzzäune, Rechtsradikale betrachten das Vaterland als das natürliche Biotop für die eigene Ethnie, in dem Fremde nichts zu suchen haben. Ob das hilfreich ist, um die weltweit brisanten Fragen zu beantworten? Will man tatsächlich der sozialen Ungerechtigkeit und der Umweltzerstörung mit völkischen Parolen begegnen? Ein Nationalismus in der Art Donald Trumps scheint die Probleme eher zu verschärfen als zu lösen. Auch in Europa hat das Enfant terrible des us-amerikanischen Establishments so manche Fans. Auch in Europa wettern Mehrheiten gegen Minderheiten und so verbiegt man Verteilungsfragen zu ethnischen Konflikten: Der Geflüchtete, dem es angeblich auf Kosten der Bürger zu wohl ergeht; der Muslim, der vermeintlich das christliche Abendland bedroht oder in Mittelosteuropa der Russe, der offenbar nur im Sinn hat, den eigenen Nationalstaat wieder ins Joch des Kremls einzuspannen. Dabei zeigte das 20. Jahrhundert: Diskriminierung und Entrechtung von Minderheiten schadet letztlich allen. Als Beispiel dient die Geschichte der Deutschbalten in Lettland zwischen 1918 und 1939: Zu diesem Thema hielt Prof. Helena Simkuva, Dozentin an der Lettischen Akademie für maritime Wissenschaften, am 31. Oktober 2017 einen aufschlussreichen Vortrag. Vor dem Domus-Rigensis-Publikum erläuterte sie, wie vorteilhaft es für alle Einwohner eines Landes ist, wenn die Minderheiten an den staatlichen Belangen mitwirken dürfen und wie schädlich es ist, wenn man ihnen das Recht auf kulturelle Autonomie nimmt.

Die verfassungsgebende Versammlung Lettlands im Jahr 1920, Foto: Saite
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99. Jahrestag der lettischen Staatsgründung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 17. November 2017 um 09:09 Uhr

Nationaltheater in Riga

Die lettische Republik wurde in dem Gebäude proklamiert, das bis 1918 "Russisches Theater" hieß und heute Lettisches Nationaltheater heißt. Der Architekt war Augusts Reinbergs. Das Theater wurde 1902 eröffnet, Foto: Public Domain, Link

Rigas Festprogramm

Am 18. November 1918 proklamierte Gustavs Zemgals, stellvertretender Vorsitzender des Volksrates, in dem Schauspielhaus, das heute Nationaltheater heißt, die unabhängige lettische Republik. Ministerpräsident der provisorischen Regierung wurde Karlis Ulmanis. Lettlands Staatsgründung erfolgte in den Wirren des Weltkrieges. Hier dauerte der Krieg länger als im Westen und die neue Regierung musste um ihr Überleben kämpfen. Heutzutage ist der staatliche Geburtstag der höchste politische Feiertag der Letten. Dann kann man im ganzen Land Konzerte, Ansprachen, Feuerwerke und viele weitere Veranstaltungen aufsuchen. In Riga kann man an diesem Tag Busse und Straßenbahnen ohne Fahrschein benutzen, unter „weiterlesen“ finden Sie das Tagesprogramm der Stadt Riga. Aufgeführt sind Veranstaltungen, die ohne besondere Einladung und kostenlos zugänglich sind.

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Ausstellung „Luther. Umkehr“ in der Lettischen Nationalbibliothek PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 02. November 2017 um 10:04 Uhr

Eyne Christliche vormanung von eusserlichem Gottisdienste vnde eyntracht, an die yn lieffland / durch D Martinum Luther vnd andere

Merkators LivlandkarteAusstellung "Luther. Umkehr", Lettische Nationalbibliothek, Parterre, Mukusalas iela 3, Riga, bis zum 4.2.2018

Das Lutherjahr hat nun seinen Höhepunkt erreicht. Die Lehre des Wittenbergers  ist für die lettische Kulturgeschichte ähnlich bedeutsam wie für die deutsche. Riga gilt als eine der ersten Städte, in denen sich protestantischer Geist verbreitete. Unter dem Titel „Luther. Umkehr“ widmet die Nationalbibliothek in Riga dem bekanntesten Reformator eine Ausstellung. Unter anderem sind Drucke seiner Sendbriefe zu besichtigen, die er den Livländern zwischen 1523 und 1525 geschrieben hat.

Gerhard Mercators Livland-Karte, Foto: Saite

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