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Münster, 23.9.2017
Lettland: Rigas Zirkus wegen Einsturzgefahr geschlossen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. März 2016 um 17:59 Uhr

Die Artisten in der Zirkuskuppel: Obdachlos

Die ZirkuskuppelIn der Rigaer Innenstadt fällt dem Passanten auf der Merķeļa iela ein merkwürdiges Gebäude ins Auge: Zwischen den hohen Wohn- und Geschäftshäusern mischt sich hier ein eigenartiger Flachbau mit dunkelroter Kuppel. Über dem Portal sieht er ein Reklameschild, das von zwei stehenden Schimmeln halb umrundet wird. Es zeigt einen Pferdekopf mit der Aufschrift „Rīgas cirks”. Hier haben lettische Zirkusartisten seit 1888 eine feste Bleibe. Hier sahen die Rigenser Turner, Ringer, Seilakrobaten, Clowns, Löwen und Elefanten mit ihren Dompteuren sowie dressierte Pferde, hier staunten sie, als ihnen unter der Zirkuskuppel 1895 bewegliche Bilder vorgeführt wurden – es war der erste Kinofilm der Brüder Lumière. Gründer dieser Vergnügungsstätte war Albert Salomonski, der bereits in Berlin und Moskau Zirkusstätten errichtet hatte. Auch in Riga, in einer der rasch wachsenden Industriestädte des russischen Imperiums, fanden solche Veranstaltungen genügend Publikum. Nach längerem Kampf mit den Behörden beauftragte Salomonski den lettischen Architekten Jānis Fridrihs Baumanis, den Zirkusbau auszuführen. Über ein Jahrhundert boten lettische und internationale Artisten den Zuschauern hier Unterhaltung. Nun beschloss die staatliche Bauaufsicht im Februar 2016, die weitere Nutzung zu untersagen. Der Zirkus sei einsturzgefährdet.

Die Kuppel des Rigaer Zirkus, Foto: lv.wikipedia.org

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John Hidens Paul-Schiemann-Biographie wurde in der Saeima feierlich vorgestellt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 05. März 2016 um 00:00 Uhr

Paul Schiemann: "Im tobenden Wettkampf geht das letzte Gefühl für Gemeinsamkeit verloren"

Saeima-Parlamentarier hatten am 25.2.2016 als erste Gelegenheit, die neue lettische Übersetzung von John Hidens Buch "Defender of Minorities: Paul Schiemann, 1876-1944", das 2004 in englischer Sprache erschien, in die Hand zu nehmen. Damit gedachten die Abgeordneten sowohl ihres deutschbaltischen Kollegen Schiemann, der in den zwanziger Jahren die liberale Minderheitenpolitik Lettlands wesentlich mitbestimmte, als auch seines Biographen, der im angelsächsischen Raum die Erforschung der baltischen Geschichte vorantrieb. Der britische Historiker lehrte an der Universität Bredford und gründete dort die Baltic Research Unit. Hiden starb 2012. Saeima-Vorsitzende Ināra Mūrniece würdigte das Lebenswerk beider.

Parlamentsvorsitzende Ināra Mūrniece (Mitte) zwischen Herausgebern und Übersetzern vor dem Bild Schiemanns, Foto: Ernests Dinka, Saeimas Administrācija

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Lettische Kunstausstellungen im März 2016 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Montag, den 29. Februar 2016 um 17:18 Uhr

"Die ganze Zeit Schnee" in Riga - aber nur in Arsenals

Romans SutaNoch bis zum 29. Mai (mit Unterbrechung vom 26. 2. bis 13.3.2016) ist in der Kunsthalle "Arsenals", Torņa ielā 1, die Ausstellung "Die ganze Zeit Schnee/ Visu laiku sniegs" zu besichtigen. Sie erinnert an den lettischen Künstler Ilmars Blumbergs, der am 11.2.2016 gestorben ist. Die schicksalhaften Themen des Menschen - Liebe, Tod und Gott - bestimmten sein Schaffen und seine Leitideen wie "Alles ist eins" oder "Es gibt kein Ende". Er war der Überzeugung, dass das Leben ein endloser Prozess ist. Seine letzte Ausstellung, die er für "Arsenals" organisierte, hatte den Titel: "Ich sterbe nicht". Das war eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Wiedergeburt. "Die ganze Zeit Schnee" widmet sich der Kindheit Blumbergs`. Sein Vater, der von der SS als Legionär rekrutiert worden war, musste in der Stalinzeit sein Leben in sibirischen Lagern verbringen. Mutter und Sohn Ilmars zogen zu ihm. Elita Ansone schreibt zur Gedenkausstellung: "In der visuellen Entwicklung des Zyklus` gelingt die Montage der Bewusstseinsströme und der dramatischen Lebensfragmente des Künstlers. Die tragischen und emotionalen Ereignisse des persönlichen Lebens verschränken sich mit Seiten lettischer Geschichte. Die Sicht des Kindes auf die Welt, der Kampf der Eltern um das Überleben, die späteren Jahre der Sowjeunion und Episoden des politische Aktivismus` der 80er Jahre führen den Betrachter durch verschiedene bedeutende Phasen im Werden dieses Schöpferlebens. Der Zyklus `Die ganze Zeit Schnee` stellt das in der Kindheit vertraut gewordene Sibirien dar, welches dem Künstler das Verständnis für Leben und Tod, Langmut und Liebe, Wunsch und Erfüllung vermittelte. Dieser Zyklus ist eine monumentale historische Saga, basierend auf persönlicher Erfahrung."

Romans Suta: Foto: lv.wikipedia.org: Fair use

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