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Münster, 25.6.2018
Lettische Kunstausstellungen im Dezember 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 02. Dezember 2017 um 14:47 Uhr

«Du hast 1234 Nachrichten»

Lismanis«Du hast 1234 Nachrichten. Das Leben vor dem Internet. Die letzte Generation» ist der Titel einer Ausstellung, die das Nationale Kunstmuseum gemeinsam mit dem Zentrum für Zeitgenössische Kunst organisiert und die am 8. Dezember eröffnet wird. Dabei zeigt sich: Auch analog auf Papier gebannt oder in Plattenrillen gepresst versank die Welt schon vordigital in Informationen und wenn auch die 1234 neuen Nachrichten damals noch nach und nach in richtigen Briefkästen ankamen: Behördenpost, Firmenrechnungen und die Unzahl von Reklameschriften brachten schon damals den Empfänger zur Verzweiflung. Eine weitere Ausstellung beschäftigt sich mit der künstlerischen Verarbeitung der aktuellen Epoche: das Nationale Kunstmuseum zeigt 150 Werke, die in den letzten 17 Jahren erworben wurden. Reinis Lismanis präsentiert in seiner ersten Soloausstellung den künstlerischen Umgang mit Versuchen und Fehlern auf dem Weg zu neuen Darstellungsmitteln. Bei Meeresfotografien von Ilona Vilka kann man ins Träumen geraten, ihre Fotos in Daugavpils zu sehen. Hier die Zusammenfassung aus den PR-Mitteilungen der lettischen Kunstmuseen zu ihren Ausstellungen im Dezember.

Foto von Rainis Lismanis, Foto vom Künstler/ LNMM

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Lettland: Hunderte gedenken der Toten von Rumbula PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 01. Dezember 2017 um 09:36 Uhr

„Eine Generation, die sich erinnern wird“

Gedenkort RumbulaAls die Deutschen im Zweiten Weltkrieg Lettland besetzten, begannen sie sogleich mit der Verfolgung von Juden. Zunächst wurden sie in Ghettos konzentriert. Ein solches entstand auch in der lettischen Hauptstadt an der Ludzas Straße. Am 30. November und 8. Dezember 1941 trieben lettische Hilfspolizisten auf deutschem Befehl die Ghetto-Bewohner aus den Häusern. Sie mussten viele Kilometer zu Fuß bis in den Wald von Rumbula gehen. Dort warteten bewaffnete SS-Männer auf sie. Die Opfer mussten sich ausziehen, sich vor dem Massengrab aufstellen und wurden erschossen. Insgesamt starben an diesen beiden Tagen etwa 25.000 lettische Juden. Die Rigaer Bluttage gehören zu den größten Mordaktionen des Holocausts. Diese Ereignisse werden allmählich Teil der lettischen Gedenkkultur. Mehrere hundert lettische Bürger ehrten am letzten Novembertag die Opfer mit Kerzen und Blumen am Nationaldenkmal.

Gedenkanlage in Rumbula, Foto: Avi1111 dr. avishai teicher - Own work, CC BY-SA 3.0, Link

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Die Deutschbalten und der lettische Staat zwischen 1918 und 1939 – Historikerin Helena Simkuva hielt einen Vortrag im Mentzendorff-Haus PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. November 2017 um 16:01 Uhr

Wie nationalistische Politik die ethnische Minderheit radikalisierte

Verfassungsgebende VersammlungDas, was Globalisierung genannt wird, stößt inzwischen in weiten Teilen der europäischen Wählerschaft auf Misstrauen. Der Globus spaltet sich in Gewinner und Verlierer (oxfam.org). Ein neuer Nationalismus ist die Antwort. Politiker fordern Grenzzäune, Rechtsradikale betrachten das Vaterland als das natürliche Biotop für die eigene Ethnie, in dem Fremde nichts zu suchen haben. Ob das hilfreich ist, um die weltweit brisanten Fragen zu beantworten? Will man tatsächlich der sozialen Ungerechtigkeit und der Umweltzerstörung mit völkischen Parolen begegnen? Ein Nationalismus in der Art Donald Trumps scheint die Probleme eher zu verschärfen als zu lösen. Auch in Europa hat das Enfant terrible des us-amerikanischen Establishments so manche Fans. Auch in Europa wettern Mehrheiten gegen Minderheiten und so verbiegt man Verteilungsfragen zu ethnischen Konflikten: Der Geflüchtete, dem es angeblich auf Kosten der Bürger zu wohl ergeht; der Muslim, der vermeintlich das christliche Abendland bedroht oder in Mittelosteuropa der Russe, der offenbar nur im Sinn hat, den eigenen Nationalstaat wieder ins Joch des Kremls einzuspannen. Dabei zeigte das 20. Jahrhundert: Diskriminierung und Entrechtung von Minderheiten schadet letztlich allen. Als Beispiel dient die Geschichte der Deutschbalten in Lettland zwischen 1918 und 1939: Zu diesem Thema hielt Prof. Helena Simkuva, Dozentin an der Lettischen Akademie für maritime Wissenschaften, am 31. Oktober 2017 einen aufschlussreichen Vortrag. Vor dem Domus-Rigensis-Publikum erläuterte sie, wie vorteilhaft es für alle Einwohner eines Landes ist, wenn die Minderheiten an den staatlichen Belangen mitwirken dürfen und wie schädlich es ist, wenn man ihnen das Recht auf kulturelle Autonomie nimmt.

Die verfassungsgebende Versammlung Lettlands im Jahr 1920, Foto: Saite
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