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Münster, 23.9.2017
Die Johannisnacht in Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 24. Juni 2017 um 09:27 Uhr

Feiern mit Eichenlaub, Blumenkränzen und Folkrock

Ligo-Schrift an der HaupttribühneAm Ligo-Tag, am 23. Juni, ist der ganzen Stadt anzumerken, dass sich die Einwohner auf ein großes Fest vorbereiten. Eichenlaub ziert den Kühlergrill mancher Autos, Busse und Bahnen sind mit dem Stadtwappen beflaggt, aus den Taschen der Frauen ragen Wiesenblumen. Man kann sie an den Marktständen kaufen. Diesmal haben die Städter Glück. Jene, die der eigentliche Star und Kultobjekt dieses Festes ist, strahlt, verbirgt sich diesmal nicht hinter dunklen Wolken: Die Sonne zeigt sich an einem ihrer längsten Tage, nur ist es windig und schon am frühen Abend recht frisch.

Ligo-Schriftzug an der Haupttribühne auf der Rigaer Großveranstaltung zum Johannisfest vom 23. bis 24. Juni 2017, Foto: LP

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Balten feiern Johannisnacht in 28 Ländern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 21. Juni 2017 um 14:19 Uhr

Weshalb die Letten zur Sonnwendfeier Bier trinken

Sowjetische Briefmarke zum JohannisfestVor dem 24. Juni befindet sich Lettland im Ausnahmezustand. Dann bereiten sich die Menschen hierzulande auf die Sonnwendfeier vor. Es ist das wichtigste Fest im Jahreskalender. Dann sieht man Autos mit Eichenlaub am Kühlergrill, Wanderer pflücken Blumen und Kräuter, in den Supermärkten erklingen Schlager zum Fest und man erfreut sich dort an den Sonderangeboten der Bierbranche. Städter fahren ins Grüne, um die Nacht singend und tanzend um ein Lagerfeuer zu verbringen, mit Eichenlaub (Männer) oder Blumenkränzen (Frauen) auf dem Kopf. Die Johannisfeier gilt als ländliches Vergnügen, das auf den Wiesen und Feldern zwischen Dörfern und Wäldern stattfindet. Doch die heutige Art, Lettlands wichtigstes Fest zu feiern, haben Rigenser geprägt, unter ihnen die Mitglieder der Bierträger-Gilde.

Briefmarke zum lettischen Johannisfest in der Spätzeit der Sowjetunion, Foto: Saite

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Streit um die Besitzverhältnisse der Rigaer Petrikirche PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 18. Juni 2017 um 00:00 Uhr

Nationalkonservative geben der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands (LELB) den Vorzug

Petrikirche in RigaIhr schlanker, zierlicher Turm ist mit 123 Metern der höchste in der Rigaer Altstadt und ein markanter Punkt in deren Skyline. Er überragt den Rigaer Dom, den ehemaligen Sitz des katholischen Bischofs. Der Bau der Petrikirche im 13. Jahrhundert war ein architektonisches Zeichen der Kaufleute, der bischöflichen Macht etwas entgegenzusetzen. Hier wurde Andreas Knöpken 1524 Archidiakon und damit begann hierzulande die Reformation. Zur selben Zeit wurden die Gotteshäuser von Bilderstürmern heimgesucht. Auch der Altar der Petrikirche wurde zerstört. Ein Altarbild des Luther-Fans Albrecht Dürer ging entweder bei dieser Gelegenheit oder bei den späteren Kalenderunruhen verloren. Überhaupt war das gotische Bauwerk Objekt mancher Zerstörungen und Umbauten. Der hölzerne Turm wurde durch Blitzeinschlag, Brand und zuletzt beim Angriff der deutschen Wehrmacht 1941 zerstört. In der Sowjetzeit wurde die Kirche wieder aufgebaut, der Turm als sichere Metallkonstruktion neu errichtet. Fortan diente die Petrikirche nicht sakralen, sondern profanen Zwecken: Für Konzerte und Ausstellungen. Seit der Unabhängigkeit ist nicht endgültig geklärt, wer der Besitzer dieses historischen Bauwerks ist. Derzeit ist lediglich die Stadt Riga im Grundbuch eingetragen. Das Dezernat für Bildung, Kultur und Sport organisiert die Veranstaltungen, der lettische Staat finanziert Restaurierungsarbeiten. Nun schlug die Nationale Allianz vor, die Kirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands (LELB) zu übereignen. Doch dieser Plan stößt auf Widerstand.

Die Petrikirche in Riga mit ihrem markanten Turm, dahinter der Dom, Foto: By User:Moralist - Paša darbs, Neaizsargāts darbs, Saite

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