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Münster, 23.9.2017
Bill und Melinda in Geberlaune PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Jens von Rauchhaupt   
Dienstag, den 06. Februar 2007 um 15:46 Uhr
Menschenfreundlichkeit oder Menschlichkeit oder einfach Philanthropie scheint häufiger bei solchen Millionären und Millionärinnen aufzutreten, denen ein starker Partner zur Seite steht. Warren Buffet, 75 Jahre alt, ehemaliger Investment Banker und zweitreichster Mann der Welt ist dafür ein gutes Beispiel: "Meine Frau Susan hat mich Menschlichkeit gelehrt" sagte Buffet dem Forbes Magazin im Juni 2006. Buffet ist der größte Wohltäter der Welt, auch nachdem seine Frau im Jahre 2004 starb, hat Buffet mit dem Spenden nicht aufgehört. Ganz im Gegenteil, er verschenkte einen Großteil seines Vermögens erst im vorangegangenen Sommer an eine andere Wohltätigkeitsorganisation, die sich nun in Lettland engagiert.

Ein guter Freund von dem Heiligen des Geldes (FAZ) ist kein geringerer als der Microsoft Begründer Bill Gates. Mit einem Privatvermögen von etwa 55 Milliarden US Dollar ist Gates der reichste Mann der Welt, vor Buffet. Wenn es bei Bill Gates menschelt, erscheint er immer mit seiner Frau Melinda im Schlepptau. 1994 gründeten das Ehepaar aus Seattle die Bill & Melinda Gates Wohltätigkeitsstiftung, um der Menschheit Gutes zu tun. Seitdem floss die Hälfte ihres Privatvermögens, nämlich 26,5 Milliarden US Dollar, in ihre Stiftung. Sie gelten als die zweitgrößten Wohltäter der Welt, nach Buffet. Bereits 11 Milliarden US Dollar soll die Stiftung für die verschiedensten Projekte gespendet haben.

Warren Buffet schenkte der Bill & Melinda Stiftung im Sommer 2006 einen Betrag von 30 Milliarden US Dollar vor allem deshalb, damit diese ihre ehrgeizigen Ziele, wie etwa die Auslöschung der 20 gefährlichsten Krankheiten, verwirklichen können. Kritiker sprechen nun von einem Monopol der Wohltat (Zeit online), keine andere Wohltätigkeitsorganisation der Welt verfügt über so große finanzielle Mittel wie die Bill & Melinda Stiftung. Seit der denkwürdigen Zuwendung durch Warren Buffet soll sich bei der Stiftung, die noch über andere Sponsoren verfügt, ein Kapital von über 67 Milliarden US Dollar angehäuft haben.

Geld für lettische Bibliotheken
Die "Supermacht der Menschlichkeit" belässt es aber nicht bei groß angelegten Gesundheitsinitiativen, sie engagiert sich zudem in der Bildungsförderung und dem Ausbau und der Erhaltung von Bibliotheken, womit wir endlich im Baltikum angekommen sind. Die Bill & Melinda Gates Stiftung gab Ende November in einer Pressemeldung bekannt, dass die Republik Lettland neben Litauen und Botswana eine Spende erhalten soll.

Das Gros der Gelder erhält Lettland, wobei die Zuwendungen sachbezogen sind. 16,2 Millionen US Dollar will die Stiftung für den digitalen Ausbau aller Bibliotheken des Landes ausschütten. Mithilfe der Gelder sollen die lettischen Bibliotheken einen Internet Breitbandanschluss, sowie das nötige Equipment für drahtlose Funkverbindung (Wireless Lan) in den Leseräumen, Lehrgänge und eigene Computer erhalten. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist dabei, dass die Nutzung durch die Öffentlichkeit ohne Gebühr zu erfolgen hat. Diese Zuwendung ist ein Teil der so genannten „Global Liberies“ Initiative für die das Ehepaar weltweit in über 12 Staaten 328 Millionen US Dollar bereitstellen will.

Auch der lettische Staat beteiligt sich mit signifikanten 21,2 Millionen US Dollar an diesem Projekt. Die lettische Ministerin für Kultur, Helena Demakova sagte dazu: „Mit diesem Vorhaben können wir allen sozialen Schichten den gleichen Zugang zu wichtigen Informationen anbieten. Dies verbessert die Lebensbedingungen in unserem Land.“ Die Stiftung legt Wert darauf, dass die Höhe der Zuwendungen immer auch von der Bereitschaft des jeweiligen Landes abhängig ist. So hat Litauen etwas mehr als 200 Tausend US Dollar erhalten, während Lettland wegen seines finanziellen Eigenengagements weit mehr Finanzmittel über einen Zeitraum von 7 Jahren erhalten wird. Ein fader Beigeschmack bleibt. Neben der Bill & Melinda Stiftung und dem lettischen Staat ist auch Microsoft Lettland mit 7,9 Millionen US Dollar an diesem Bibliotheksprojekt in Lettland beteiligt. 

-JvR-

 


 

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