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Münster, 22.9.2017
Bach-Preis-Stipendium für Ruta Paidere PDF Druckbutton anzeigen?
Dienstag, den 23. Januar 2007 um 09:31 Uhr
Hamburger Senat und Bürgerschaft haben ihr mit 5000 Euro dotiertes Bach-Preis-Stipendium in diesem Jahr der jungen lettischen Komponistin Ruta Paidere zuerkannt. Dies gab die Kulturbehörde der Hansestadt am 19. Januar bekannt und verwies zur Begründung auf den Namen, den sich die Künstlerin mit zeitgenössischen Werken in der Musikszene gemacht habe.
Ruta Paidere ist 1977 in Lettland geboren. Einer abgeschlossenen Musiktheorie-Ausbildung am Jazeps-Medins-Musikcollege in Riga folgt ab 1998 ein Studium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, zuerst Komposition- und Musiktheorie bei Prof. Fredrik Schwenk, später auch Klavierpädagogik bei Prof. Volker Banfield. 2003 ergänzt sie ihre Ausbildung am Dartington College of Arts in England und wird im selben Jahr mit dem DAAD-Preis der Stadt Hamburg ausgezeichnet.

R. Paideres Werke sind auf verschiedenen Festivals hauptsächlich zeitgenossischer Musik aufgeführt worden, zum Beispiel Arena in Riga (2002), ADEvantgarde in München (2003), Budapest Spring Festival (2004), Junges Musikforum Köln (2004). Es sind Auftragswerke unter anderem für die Kulturstiftung NRW, das ADEvantgarde- Festival in München oder das Trio Baltica entstanden. Von ihr stammt auch die Musik zu dem Theaterstück Der Kaiser und die Hexe von Hugo von Hofmannsthal.
 
R. Paidere ist langjährige Stipendiatin der Oscar-und-Vera-Ritter-Stiftung gewesen und hat 2005 den Hermann-Rauhe-Preis für moderne Kammermusik erhalten. Sie lebt und arbeitet in Hamburg. Über sich und ihren Beruf sagt sie selber:

"Ein Komponist spiegelt das Gefühl und den Geist seiner Zeit wieder, wahrscheinlich in präziserer und aufrichtigerer Weise als es die Chroniken der Geschichte tun. Ich habe oft das Gefühl, daß die Existenz des Komponisten heutzutage schon eine Provokation in sich ist - hier denke ich, zum Beispiel, an die Entscheidung für eine Lebensform, die Freiheit vor Sicherheit stellt - eine Auffassung, welche in starkem Kontrast zu der in der jetzigen modernen Gesellschaft allgemein herrschenden Einstellung steht".

Wie die Hamburger Kulturbehörde gleichfalls am Freitag mitteilte, geht der eigentliche Bach-Preis 2007 an Sofia Gubaidulina. Die bei Hamburg lebende 76-jährige Künsterlerin gehöre zu den erfolgreichsten Komponistinnen weltweit, hieß es zur Begründung.

S. Gubaidulina wurde 1931 in der Tatarischen Republik geboren und studierte Klavier und Komposition in Kasan. 1975 gründete sie gemeinsam mit anderen Komponisten die Gruppe Astraea. Mitte der 80er Jahre fanden ihr Werke Einzug in westliche Konzertprogramme.

Aber kaum ein Interpret hat sich um die Musik der Künstlerin mehr verdient gemacht als der Ausnahmegeiger Gidon Kremer aus der lettischen Hauptstadt Riga. Insofern ist es nur folgerichtig, daß S. Gubaidulina der mit 10 000 Euro dotierte Bach-Preis am 6. Februar im Anschluß an ein Konzert der KREMERata Baltica unter der Leitung von G. Kremer in der Hamburger Laeiszhalle überreicht werden soll (s. den entsprechenden Eintrag im Event-Kalender). Auf dem Programm steht dann unter anderem auch die deutsche Erstaufführung von S. Gubaidulinas Werk Die Leier des Orpheus (und nicht Die Leiden des Orpheus, wie es die Agentur ddp fälschlicherweise in die Welt hinausposaunt hat).
 
-OJR-


 
 

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