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Münster, 20.7.2018
XXVI. Allgemeines Lettisches Lieder- und XVI. Tanzfest in Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 10. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Der musikalische Höhepunkt zum 100jährigen Staatsjubiläum

Traditionsfahne zum LiederfestIn diesem Jahr ist es wieder so weit: Etwa 40.000 Sänger, Musiker, Tänzer, Amateurschauspieler und Kunsthandwerker werden vom 30. Juni bis 8. Juli 2018 die lettische Hauptstadt in eine Monumentalstätte des Gesangs, des Tanzes und der Volksmusik verwandeln. Dann ziehen Blaskapellen, Chor- und Tanzgruppen durch die Straßen, um sich an 54 Veranstaltungen zu beteiligen. Wer keine Karte hat, kann die Auftritte auf Videowänden in der Innenstadt oder im staatlichen Fernsehen verfolgen, auch Internetnutzer haben weltweit Zugang. In diesem Jahr wird dieses Treffen zu einem ganz besonderen Höhepunkt: Das XXVI. Liederfest findet im Jahr des 100jährigen Bestehens der Republik Lettland statt.

Die Fahne des Liederfestes von 1873, Foto: Saite

 

12.000 Stimmen und 500.000 Besucher

Was Musik und Gesang angeht, ist in Lettland Klasse gleich Masse. Hunderte von Sängerinnen und Sängern und mehrere Chöre gleichzeitig werden auf der Großtribüne im Rigaer Stadtteil Mezapark zu sehen und zu hören sein. Die große Anzahl bedeutet für die Sängerinnen und Sänger keineswegs, dass es für sie ein leichtes Spiel gewesen ist, dorthin zu kommen. In den letzten fünf Jahren haben die Chöre auf dieses Ziel mit zahlreichen Proben hingearbeitet, ein neues Repertoire entwickelt, ihr Können in Konzerten erprobt. Das dreistündige Abschlusskonzert "Auf dem Weg der Sterne" singt ein Gemeinschaftschor aus 12.000 Stimmen. Eine Woche lang wird Riga von Gesang und Volksmusik geprägt sein. Zudem sind Folkloregruppen und Amateurtheater zu sehen. Auf Basaren kann man lettisches Kunsthandwerk kaufen. Die Organisatoren rechnen mit 500.000 Besuchern, das heißt, dass etwa jeder vierte Einwohner Lettlands Veranstaltungen in der Mezapark-Tribüne oder im Daugava-Stadion besuchen wird. Diese beiden Stätten wurden in den letzten Jahren renoviert. In der Mezapark-Arena, die 1955 gebaut wurde, wurden Sitzplätze für 30.000 Zuschauer installiert, zudem wurden unterirdisch Räume für Sanitäres und für die Gastronomie eingerichtet. Die Veranstalter beabsichtigen, das Liederfest so zu gestalten, dass Letten und jene, die sich mit Lettland verbunden fühlen, das 100jährige Jubiläum wie einen persönlichen Geburtstag feiern können.

Mezapark-Bühne

Die Mezapark-Bühne während des Liederfestes von 2008, Foto: CC BY-SA 3.0, Saite

Karten ab 3. März zu bestellen

Die Tradition der Liederfeste geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Der Geistliche Juris Neikens nahm sich deutschbaltische Chortreffen zum Vorbild und veranstaltete 1864 das erste lettische Liederfest in der nordlettischen Gemeinde Dikli (deutschbaltisch: Dickeln). Ein paar Jahre später übernahm die Rigaer Lettische Gesellschaft die Organistation. Sie veranstaltete 1873 das I. Allgemeine Lettische Liederfest mit 1000 Sängern. Im Jahr 2003 kürte die UNESCO die lettischen, litauischen und estnischen Liederfeste zum Weltkulturerbe. Ab 3. März sind Karten zu beziehen, im Internet über www.bilesuparadize.lv. Pro Person kann man vier Eintrittskarten erwerben. Die Veranstalter rechnen damit, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird, insbesondere für das große Tanzereignis "Maras Land" im Daugava-Stadion und für das bereits erwähnte Abschlusskonzert. 74 Prozent der Karten werden auf dem freien Markt gehandelt, 24 Prozent sind besonderen Personengruppen vorbehalten, z.B. Gehbehinderten, Großfamilien oder Exilletten. Zwei Prozent sind für Einladungen spezieller Gäste vorgesehen. Eine Kommission überwacht die Transparenz der Kartenvergabe. Für Kinder bis zu sieben Jahren, die keinen eigenen Sitzplatz benötigen, ist der Eintritt frei. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass etwa Zweidrittel der Konzerte und Auffürhrungen frei sind. Veranstalter ist das Lettische Nationale Kulturzentrum, es wird von privaten Sponsoren unterstützt.

 

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