logo
Münster, 23.9.2017
Gunnars Birkerts gestorben PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 18. August 2017 um 00:00 Uhr

Der Architekt der Lettischen Nationalbibliothek war auch in den USA erfolgreich

Lettische NationalbibliothekGunnars Birkerts, der Architekt der Lettischen Nationalbibliothek, die 2014 eröffnet wurde, ist am 15. August 2017 in Needham im US-Bundesstaat Massachusetts gestorben. Birkerts lebte seit 1949 in den USA. Dort plante er Dutzende von öffentlichen Gebäuden und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Die Lettische Nationalbibliothek in Riga, Foto: CC BY-SA 3.0, Saite

Birkerts wurde 1925 in Riga geboren, 1943 floh er vor der Roten Armee nach Deutschland,  studierte in Stuttgart Architektur. 1949 emigrierte er in die USA, die damals als das Zentrum der architektonischen Moderne galten. Birkerts arbeitete in den Büros des finnischen Industriedesigners Eero Saarinen und bei Minoru Yamasaki, dem Architekten, der später das New Yorker World Trade Center entwarf. Von 1959 bis 1990 lehrte der Exillette an der Universität Michigan, 1962 gründete er sein eigenes Büro in einem Vorort von Detroit. Sein erstes viel beachtetes Gebäude wurde die Federal Reserve Bank of Minneapolis, die 1973 fertiggestellt wurde. (lsm.lv) Birkerts plante eine Vielzahl von Museen, Schulen, Verwaltungsgebäuden, Kirchen, Bibliotheken, Stadthallen, Botschaften und weitere öffentliche Bauten. Architektin Ieva Zībārte nennt als Beispiele seines Schaffens das Glasmuseum von Corning im US-Bundesstaat New York und die unterirdische Erweiterung der Law School der Universität Michigan. Für seine Bauten erhielt Birkerts viele us-amerikanische Architekturpreise, in Lettland 1995 den Drei-Sterne-Orden.

Gebäude der Federal Reserve in Minneapolis

Das ehemalige Gebäude der Federal Reserve in Minneapolis, heute Marquette Plaza, ist ein Birkerts-Bau, Foto: HABS—Historic American Buildings Survey of Minnesota collection .DIGID: http://hdl.loc.gov/loc.pnp/hhh.mn0558, Public Domain, Link

Die Nationalbibliothek

Für die Letten ist der Name Birkerts vor allem mit der neuen Nationalbibliothek am linken Ufer der Daugava verbunden. Lettische Kollegen hatten ihn ein Vierteljahrhundert vor der Fertigstellung aufgefordert, dieses Gebäude zu planen. Lange Zeit blieb dessen Realisierung ungewiss, schließlich wurde es trotz Finanzkrise gebaut und im Jahr 2014, als Riga Kulturhauptstadt war, eröffnet. Zibarte schätzt den Bau so ein: “Die große Erfahrung und der Bezug auf Lettlands und Rigas landschaftliche Archetypen gestatteten Birkerts, nicht nur einen zeitgenössischen Bau der Kultur und Wissenschaft zu schaffen, sondern auch eine organische und zeitlose Architektur. Während der Verwirklichung dieses Projekts erwies sich der Architekt als Beispiel höchster Ideale im Hinblick auf Profession und Menschlichkeit.” (kulturaskanons.lv)

 

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||