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Münster, 26.5.2017
Kreuzkirchengemeinde Liepaja fürchtet um ihre Existenz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 09. Juli 2016 um 05:22 Uhr

ELKL beansprucht Kirche und Gemeindehaus

Gemeindehaus der KreuzkirchengemeindeWie berichtet hat die Evangelisch Lutherische Kirche Lettlands (ELKL) das Verbot der Frauenordination beschlossen und sich damit international weitgehend isoliert. Die Kreuzkirchengemeinde in Liepaja (Libau) protestierte dagegen und trat aus der ELKL aus. Diese wandte sich nun an die lettischen Behörden, um der rebellischen Gemeinde deren Immobilien zu nehmen. Die engagierten Protestanten der westlettischen Hafenstadt könnten ihre Kirche und das diakonische Gemeindehaus verlieren, das zum wichtigen Treffpunkt sozial Benachteiligter geworden ist. Die Kreuzkirchengemeinde wird sich juristisch gegen die Enteignung wehren und bittet um Unterstützung. Die Lettische Presseschau veröffentlicht die Stellungnahme der Kreuzkirchengemeinde vom 1.7.2016.

Gemeindehaus der Kreuzkirchengemeinde, Foto: LP

 

Liepaja, den 1. Juli 2016

Stellungnahme zum Beschluss des Lettischen Unternehmensregisters den Gemeindekirchenrat und den Vorstand der Kreuzkirchengemeinde Liepaja zu entlassen

Am 30. Juni 2016 hat die Gemeindevorsteherin der Kreuzkirchengemeinde Anita Rupeika vom Oberkirchenrat der Evangelisch Lutherischen Kirche Lettlands (ELKL) den Beschluss des Unternehmensregisters erhalten, die Leitungsgremien der Kreuzkirchengemeinde abzulösen.

Wir sind mit diesem Beschluss nicht einverstanden und halten ihn für absolut rechts- und verfassungswidrig.

Das Unternehmensregister begründet seinen Beschluss mit einem von der Gemeinde am 17.06.2016 eingereichten Antrag, Änderungen im Register für religiöse Organisationen und deren Einrichtungen einzutragen. Die Ev. Luth. Kreuzkirchengemeinde in Liepaja hat diesen Antrag nie gestellt und auch keinen dazu bevollmächtigt.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses am 17.06.2016 vorsätzlich von Vertretern der ELKL getan wurde.

Nicht berücksichtigt wurde die Tatsache, dass die Kreuzkirchengemeinde Liepaja bereits am 09.06.2016 dem Unternehmensregister einen Antrag auf Umregistrierung im Register für religiöse Organisationen und deren Einrichtungen eingereicht hat.

Aus diesen Gründen werden wir gegen den Beschluss des Unternehmensregisters Widerspruch einlegen und unsere rechtlichen Interessen vor Gericht verteidigen. Der Beschluss gibt der Leitung der ELKL die Möglichkeit, die der Gemeinde gehörende Kirche und das Gemeindehaus wegzunehmen.

Die ELKL kann weder historisch, noch moralisch einen Anspruch auf unser Eigentum geltend machen. Die Kirche und das Gemeindehaus sind in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von der Evangelischen Gemeinschaft, die sich später mit der Methodistischen Kirche vereinigte, gebaut worden. Allein in den letzten Jahren sind mehr als 100.000 EUR in die Renovierung der Gebäude investiert worden, von denen ein Großteil Spenden aus Deutschland waren, um die diakonische Arbeit vor Ort zu unterstützen. Seitens der ELKL ist kein einziger Cent ausgegeben worden.

Die ELKL will nicht die Tatsache akzeptieren, dass die Gemeinde nach dem Synodenbeschluss zur Ablehnung der Frauenordination aus der ELKK ausgetreten ist. Die Kreuzkirchengemeinde und ihr Pastor sind offiziell in die Lettische Auslandskirche aufgenommen worden. Am 10.07.2016 wird die nächste Gemeindevollversammlung stattfinden, auf der jedes Gemeindemitglied die Möglichkeit haben wird, die Zugehörigkeit zur Kreuzkirchengemeinde zu bekräftigen.

Wir sind dankbar für alle, die für uns beten und anderweitig ihre Unterstützung aussprechen und zeigen.

 

Im Namen der Kreuzkirchengemeinde Liepaja

Anita Rupeika                              Martin Urdze

Gemeindevorsteherin                    Pastor


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