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Münster, 23.4.2017
Die Furcht vor Wiedergängern und Nachzehrern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 15. April 2017 um 00:00 Uhr

Lettischer Friedhof

Auf einem lettischen Friedhof, Foto: LP

Auferstehen ja bitte – aber nicht im Diesseits!

Ostern ist das Fest der Auferstehung. Christen verbinden damit die Hoffnung, eines Tages wie Gottes Sohn aus dem Grab zu steigen. Doch bitte schön: In einer anderen, besseren Welt. Auf den Friedhöfen gedenken wir unseren nächsten Angehörigen, schmücken ihre Gräber zu Festtagen besonders festlich mit Blumen und Lichtern. Mancher Gläubige sehnt sich nach einem Wiedersehen mit ihnen im Jenseits. (Garstige Schwiegermütter und lieblose Stiefväter einmal ausgenommen). Doch was wäre, wenn die Lieben auf dem Kirchhof aus dem Grab stiegen? Diese Vorstellung, die doch eigentlich ein Moment der größten Freude sein müsste, war für unsere Vorfahren ein schlimmer Albtraum. Journalistin Angelika Franz sprach mit Lokalhistorikern und Archäologen, die Gräber rund um die norddeutsche Stadt Stade erforschen (spiegel.de). Die Verwandten der Toten mussten einiges beachten, um die befürchtete Wiederkehr zu verhindern: Die Nadel, mit der das Totenhemd genäht wurde, gehörte in den Sarg. Die Angehörigen mussten das Herdfeuer löschen und die Asche wegkippen, wenn der aufgebahrte Tote das Haus verließ. Auf keinen Fall durfte der oder die Verstorbene bestohlen oder die Gebeine geschändet werden. Die Forscher fanden zudem schwere Steine auf den Särgen, damit ja der Deckel zublieb. Doch weshalb war die Furcht vor einer Wiederkehr der Lieben größer als die Freude über ein Wiedersehen? Der bekannteste Untote Rumäniens namens Dracula liefert die Antwort: Die Wiedergänger zehren von den wirklich Lebenden, nähren sich von ihrem Blut oder von ihrer Kleidung. Das schwächt die Lebenskraft und droht, die Lebenden selbst ins Grab zu ziehen. Auch wenn die Leichen nur an der Kleidung der Lebenden nagten, schwächte es deren Lebenskraft. Franz berichtet über den Fall eines solchen toten Nachzehrers: Ihm legten die Bestatter einen fremden Oberarmknochen über das Gebiss, um ihn an der Verspeisung von Textilien zu hindern. Solcher Horror war in den früheren Jahrhunderten grenzenlos. Freund Hein mit seinen Helfershelfern wie Pest und Cholera machte vor Zollschranken nicht Halt. Eine überlieferte Geschichte, die in Pēteris Šmits` Sammlung „Lettische Märchen und Sagen“ überliefert ist, kündet davon, dass die Menschen an der Daugava Gleiches fürchteten. Das hat Jānis Alberts Jansons aus Nogale überliefert, dessen kleine Geschichte unter „weiterlesen“ auf Deutsch nacherzählt wird.

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Lettische Kunstausstellungen im April 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 06. April 2017 um 00:00 Uhr

Porträtierte Damen neben Goyas Albträumen

Rigas BörseDas internationale Kunstmuseum Rīgas Birža präsentiert in den nächsten Monaten Werke bekannter Maler aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Sie sind Leihgaben aus dem Madrider Museum Prado.  Die  Birža-Ausstellung "Prado - 12 Charaktere"  zeigt Frauenporträts alter Meister aus Spanien und anderen Ländern. Gleichzeitig ist in Rīgas Birža in einem anderen Saal Francisco de Goyas Radierzyklus "Caprichos" zu betrachten. Krista Dzudzilo beschäftigt sich in ihrer Werkausstellung in der Kunsthalle Arsenals mit Schöpfungsfragen und Erin Lawlor schafft ihre Bilder mit vollem Körpereinsatz. - Hier die Zusammenfassung von den PR-Mitteilungen lettischer Kunstmuseen für den April.

Spanische Wochen im Kunstmuseum Rīgas Birža, Foto:  Diego Delso, CC BY-SA 3.0, Saite

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Rätsel um die Pläne der deutschen Besatzer für die Lepra-Klinik in Stūrīši PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. März 2017 um 00:00 Uhr

Rettete Irma Ludzeniece ihren Patienten vor deutschen Soldaten das Leben?

Irma AronsÄrzte, Pfleger, Soldaten und Hilfspolizisten beteiligten sich in der Nazi-Zeit am Massenmord an Psychiatriepatienten in Deutschland und in den besetzten Gebieten, auch in Lettland. Das ist inzwischen bekannt. Wollten deutsche Soldaten auch die Insassen einer Leprastation in der Nähe von Talsi erschießen, weil die Wehrmacht Lazarette benötigte? Entsprechende Überlieferungen, die Agnese Lūse im Auftrag eines Buchprojekts recherchierte, deuten darauf hin, lassen aber Zweifel bestehen.

Passfoto von Irma Ārons vor ihrer Ehe mit Jānis Ludzenieks, Foto: Lettlands Historisches Staatsarchiv

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