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Münster, 26.5.2017
Die lettische Hafenstadt Ventspils will sich an Nord Stream 2 beteiligen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 22. April 2017 um 13:22 Uhr

Streit zwischen Transatlantikern und Oligarchen


Kuhskulptur im Hafen von VentspilsDer deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger behauptete in seiner berühmten „Schlitzaugen“-Rede (YouTube.com) vom 26.10.2016, dass der Gazprom-Angestellte Gerhard Schröder nun genügend Zeit habe: „Nord Stream 2 wird nicht gebaut und Frau ist weg.“ Oettinger scheint sich zumindest im ersten Punkt zu verschätzen. Die Bürger Lubmins, wo die  Gasröhren die deutsche Ostseeküste erreichen sollen, informieren sich gerade über den Stand der Planung. Im vorpommerischen Lubmin kommt bereits Nord Stream 1 an, mit der das gleichnamige Konsortium aus Gazprom und westlichen Konzernen die Deutschen direkt beliefert. Die neue Trasse soll die Kapazitäten erhöhen. Dann könnten etwa 80 Prozent des russischen Gases für die westlichen EU-Länder durch die Ostsee strömen. Die Leitung soll durch den geschützten Greifswalder Bodden verlegt werden. Gegner können noch bis zum 31.5.2017 bei den Ämtern Einwände vorbringen (welt.de). Die Opposition der Naturschützer ist nur ein kleiner Teil des Streits, den Nord Stream 2 international verursacht. Zu den Kritikern gehören vor allem Ukrainer, Polen, die EU-Kommission und einige EU-Abgeordnete. Zu den Gegnern zählten bislang auch die Balten. Doch nun vernimmt man neue Töne aus der lettischen Hafenstadt Ventspils: Der dortige Bürgermeister Aivars Lembergs will am Gazprom-Vorhaben teilhaben. In seiner Pressekonferenz vom 20.4.2017 (YouTube.com) forderte er von der lettischen Regierung Kompensationszahlungen, wenn diese Ventspils den Anschluss an die neue Nord-Stream-Röhre verweigere. Der neue Konflikt ist ein Lehrstück über die gegensätzlichen Interessen innerhalb des lettischen Establishments: Zwischen den Transatlantikern, die ihr Land enger an den Westen binden möchten und den sogenannten „Oligarchen“, die weiterhin mit Russland Handel treiben wollen.

Im Hafen von Ventspils, Kühe sind ein Symbol der Ölhafenmetropole, Foto: By Stgubr92 - Own work, CC BY-SA 3.0, Link

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Lettlands „Talka“ auch in Deutschland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 20. April 2017 um 08:14 Uhr

Haus Berzaine bei Freiburg wird gesäubert

SubbotnikAm 22.4.2017 werden wieder Tausende Lettinnen und Letten in die Wälder und Parks ihres Landes ausströmen, um ehrenamtlich den verstreuten Unrat einzusammeln (talkas.lv). Ganze Schulklassen machen mit. Mitgebrachter Proviant und die bekannte lettische Sangeskunst machen das Einsammeln zum Gemeinschaftserlebnis. Im letzten Jahr nahmen 175.000 Menschen teil, die 1620 Orte vom Müll befreiten (lv.wikipedia.org). Diese Aktion, die die Letten „Talka“ nennen, war in der Sowjetunion als „Subbotnik“ bekannt. Am ersten freiwilligen Arbeitssamstag legte sich 1920 Lenin höchstpersönlich ins Zeug. Danach gab es in jedem Frühjahr einen Subbotnik. Die Schriftstellerin Anna Žīgure erinnerte sich 2008 an diese Tradition, anlässlich des 90. Jahrestages der lettischen Republik. Der damalige Staatspräsident Valdis Zatlers übernahm die Schirmherrschaft. Nun findet der freiwillige Arbeitssamstag wieder alljährlich statt. In diesem Jahr fordert der Verband der Letten Europas (Eiropas Latviešu apvienības, ELA) die migrierten Mitbürger auf, sich am Talka in ihrer Region zu beteiligen (latviesi.com). In Deutschland findet am Samstag ein solcher im süddeutschen Freiburg statt.

Der Subbotnik in sowjetischer Zeit, Foto: BEKET23 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link
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Wehrerziehung an lettischen Schulen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 19. April 2017 um 07:24 Uhr

Auf Telepolis können Sie einen Artikel über den Plan des lettischen Verteidigungsministers Raimonds Bergmanis lesen, Wehrkunde an lettischen Schulen obligatorisch einzuführen:

heise.de:  Bald obligatorische Wehrerziehung an lettischen Schulen

 

 
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