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Münster, 24.6.2018
Lettland spart an der staatlichen Gesundheitsversorgung - die Weltbank findet dies "exzellent" PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Montag, den 04. Mai 2009 um 16:11 Uhr
April-Sonnenbad in RigaDie Klimakatastrophe hat auch ihre sonnigen Seiten: Bei Rekordtemperaturen über 25 Grad flanierten Ende April die Rigenser im Grüngürtel zwischen  Altstadt und Jugendstilviertel. Manche nahmen bereits am Ufer des Stadtkanals das erste Sonnenbad. Zumindest die Natur sorgt noch für ‚blühende Landschaften’. Die Siege der lettischen Eishockeymannschaft über Schweden und Österreich bereiten ebenfalls Hochstimmung. Die wirtschaftliche und soziale Lage ist weitaus weniger berauschend. Finanzminister Einars Repše reiste vergangene Woche nach Washington, um mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verhandeln. Diese Institution, in der die größten Einzahler, die westlichen Industrienationen, die Mehrheit haben, hat Lettland einen Milliardenkredit zugesichert. Doch die IWF-Experten verlangen eine drastische Sparpolitik. Die lettische Regierung möchte erreichen, dass sie die Neuverschuldung von fünf auf sieben Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhen darf. Bislang soll Lettland die staatlichen Ausgaben um 40 Prozent kürzen, doch selbst bei einer Lockerung dieser Sparpolitik bliebe die Lage angespannt. Premier Valdis Dombrovskis und seine Minister verordnen den staatlichen Sektoren Verwaltung, Gesundheit und Bildung weiterhin drastische Kürzungen. Stets drohen neue Hiobsmeldungen. Letzte Woche wurde bekannt, dass im Herbst 2000 Lehrer ihre Arbeit verlieren. Der lettische Gesundheitsminister und die Weltbank, die Schwesterorganisation des IWF,  sorgen derzeit für weitere Skepsis.
Zumindest den Sonnenschein gibt es in Lettland noch umsonst: April-Idylle am Stadtkanal in Riga. Foto: Udo Bongartz
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. August 2016 um 19:00 Uhr
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Deutschland zeigt Verständnis für Lettlands Finanznöte PDF Druckbutton anzeigen?
Donnerstag, den 30. April 2009 um 20:43 Uhr
 Angela Merkel, Valdis Dombrovskis am 29. April 2009 in Berlin
Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt lettischen
Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis mit
militärischen Ehren. Photo: www.mk.gov.lv
 
Deutschland werde sich dafür einsetzen, dass die Auflagen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds für einen 7,5-Milliarden-Euro-Kredit an Lettland gelockert werden, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 29. April nach einem Treffen mit dem neuen lettischen Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis in Berlin. Wie auch von der Lettischen Presseschau berichtet, hatte die Baltenrepublik im Herbst 2008 angesichts eines drohenden Staatsbankrotts um finanzielle Unterstützung der europäischen Gemeinschaft gebeten. Das daraufhin ausgehandelte Darlehen ist mit beträchtlichen Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst verbunden und hat bereits bei Ärzten, Lehrern und Polizisten zu massiven Protesten geführt. Inzwischen stellen der radikale Sparkurs und ein starker Einbruch des Wirtschaftswachstums sogar Sozialleistungen wie Arbeitslosenhilfe oder Renten in Frage.
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IWF und EU fordern von der lettischen Regierung strikten Sparkurs PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 31. März 2009 um 21:46 Uhr
Markthalle in LiepajaDie Boomzeit Lettlands war eigentlich schon vor Beginn der globalen Finanzkrise vorbei. Jahrelang hatten Regierungen in Riga die alarmierend hohen Inflationszahlen ignoriert. Der Absturz der lettischen Wirtschaft erfolgt nun in einer Zeit, in der die weltweite Krise die lokale Misere verschlimmert. Die Forderung der Kreditgeber, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission, gerade im wirtschaftlichen Abschwung Sparpolitik zu betreiben, könnte die wirtschaftliche und soziale Situation des Landes noch weiter destabilisieren.
Dank Internationalem Währungsfonds und EU wird sich die Markthalle in Liepāja demnächst wohl auf weniger KundInnen einstellen müssen... Copyright Photo: Udo Bongartz.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Februar 2015 um 16:44 Uhr
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