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Münster, 22.7.2017
Lettlands „Talka“ auch in Deutschland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 20. April 2017 um 08:14 Uhr

Haus Berzaine bei Freiburg wird gesäubert

SubbotnikAm 22.4.2017 werden wieder Tausende Lettinnen und Letten in die Wälder und Parks ihres Landes ausströmen, um ehrenamtlich den verstreuten Unrat einzusammeln (talkas.lv). Ganze Schulklassen machen mit. Mitgebrachter Proviant und die bekannte lettische Sangeskunst machen das Einsammeln zum Gemeinschaftserlebnis. Im letzten Jahr nahmen 175.000 Menschen teil, die 1620 Orte vom Müll befreiten (lv.wikipedia.org). Diese Aktion, die die Letten „Talka“ nennen, war in der Sowjetunion als „Subbotnik“ bekannt. Am ersten freiwilligen Arbeitssamstag legte sich 1920 Lenin höchstpersönlich ins Zeug. Danach gab es in jedem Frühjahr einen Subbotnik. Die Schriftstellerin Anna Žīgure erinnerte sich 2008 an diese Tradition, anlässlich des 90. Jahrestages der lettischen Republik. Der damalige Staatspräsident Valdis Zatlers übernahm die Schirmherrschaft. Nun findet der freiwillige Arbeitssamstag wieder alljährlich statt. In diesem Jahr fordert der Verband der Letten Europas (Eiropas Latviešu apvienības, ELA) die migrierten Mitbürger auf, sich am Talka in ihrer Region zu beteiligen (latviesi.com). In Deutschland findet am Samstag ein solcher im süddeutschen Freiburg statt.

Der Subbotnik in sowjetischer Zeit, Foto: BEKET23 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link
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Wehrerziehung an lettischen Schulen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 19. April 2017 um 07:24 Uhr

Auf Telepolis können Sie einen Artikel über den Plan des lettischen Verteidigungsministers Raimonds Bergmanis lesen, Wehrkunde an lettischen Schulen obligatorisch einzuführen:

heise.de:  Bald obligatorische Wehrerziehung an lettischen Schulen

 

 
Die Furcht vor Wiedergängern und Nachzehrern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 15. April 2017 um 00:00 Uhr

Lettischer Friedhof

Auf einem lettischen Friedhof, Foto: LP

Auferstehen ja bitte – aber nicht im Diesseits!

Ostern ist das Fest der Auferstehung. Christen verbinden damit die Hoffnung, eines Tages wie Gottes Sohn aus dem Grab zu steigen. Doch bitte schön: In einer anderen, besseren Welt. Auf den Friedhöfen gedenken wir unseren nächsten Angehörigen, schmücken ihre Gräber zu Festtagen besonders festlich mit Blumen und Lichtern. Mancher Gläubige sehnt sich nach einem Wiedersehen mit ihnen im Jenseits. (Garstige Schwiegermütter und lieblose Stiefväter einmal ausgenommen). Doch was wäre, wenn die Lieben auf dem Kirchhof aus dem Grab stiegen? Diese Vorstellung, die doch eigentlich ein Moment der größten Freude sein müsste, war für unsere Vorfahren ein schlimmer Albtraum. Journalistin Angelika Franz sprach mit Lokalhistorikern und Archäologen, die Gräber rund um die norddeutsche Stadt Stade erforschen (spiegel.de). Die Verwandten der Toten mussten einiges beachten, um die befürchtete Wiederkehr zu verhindern: Die Nadel, mit der das Totenhemd genäht wurde, gehörte in den Sarg. Die Angehörigen mussten das Herdfeuer löschen und die Asche wegkippen, wenn der aufgebahrte Tote das Haus verließ. Auf keinen Fall durfte der oder die Verstorbene bestohlen oder die Gebeine geschändet werden. Die Forscher fanden zudem schwere Steine auf den Särgen, damit ja der Deckel zublieb. Doch weshalb war die Furcht vor einer Wiederkehr der Lieben größer als die Freude über ein Wiedersehen? Der bekannteste Untote Rumäniens namens Dracula liefert die Antwort: Die Wiedergänger zehren von den wirklich Lebenden, nähren sich von ihrem Blut oder von ihrer Kleidung. Das schwächt die Lebenskraft und droht, die Lebenden selbst ins Grab zu ziehen. Auch wenn die Leichen nur an der Kleidung der Lebenden nagten, schwächte es deren Lebenskraft. Franz berichtet über den Fall eines solchen toten Nachzehrers: Ihm legten die Bestatter einen fremden Oberarmknochen über das Gebiss, um ihn an der Verspeisung von Textilien zu hindern. Solcher Horror war in den früheren Jahrhunderten grenzenlos. Freund Hein mit seinen Helfershelfern wie Pest und Cholera machte vor Zollschranken nicht Halt. Eine überlieferte Geschichte, die in Pēteris Šmits` Sammlung „Lettische Märchen und Sagen“ überliefert ist, kündet davon, dass die Menschen an der Daugava Gleiches fürchteten. Das hat Jānis Alberts Jansons aus Nogale überliefert, dessen kleine Geschichte unter „weiterlesen“ auf Deutsch nacherzählt wird.

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