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Münster, 19.4.2019
Fünf Jahre Euro in Lettland: Für Ministerpräsident Maris Kucinskis eine Erfolgsgeschichte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. Januar 2019 um 00:00 Uhr

Der Druck auf ärmere Staaten, die Löhne zu erhöhen

Maris KucinskisAm 1. Januar 2014 wurde Lettland Mitglied der Eurozone. Für den noch amtierenden Premier Kucinskis (nach den Parlamentswahlen im Oktober sind die Koalitionsverhandlungen noch nicht abgeschlossen) ist das eine Erfolgsgeschichte. Als solche beschrieb er den Euro auf der Jubiläumskonferenz der Europäischen Kommission, die am 7. und 8. Januar in Riga stattfand und zu der Kucinskis` Vorvorgänger im Amt, der jetzige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis, internationale Gäste geladen hatte (lsm.lv). Trotz der lobenden Worte wies Kucinskis auch auf Probleme hin: Mangelnde Investitionen in die lettische Wirtschaft und den Druck auf die Regierungen ärmerer Länder, die Löhne und Gehälter zu erhöhen. Es folgt eine Erörterung seiner Argumente mit kommentierenden Ergänzungen.

Der noch amtierende Ministerpräsident Maris Kucinskis, Foto: Saeima - 10. Saeimas deputāts Māris Kučinskis, CC BY-SA 2.0

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Lettische Historiker recherchierten über das Lager Salaspils: Teil 1: Der Streit um historische Quellen und Bezeichnungen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 09. Januar 2019 um 00:00 Uhr

Verharmlosung des Faschismus` oder Dekonstruktion bolschewistischer Propaganda?

Eingang zur Gedenkstätte Salaspils„Es sei vorneweg gesagt: Salaspils ist ein Ort des Grauens. Als 1941 die Nationalsozialisten Riga erreichten, richteten sie sofort im nahen Salaspils eines ihrer unzähligen Massenvernichtungslager ein. Über 100.000 Menschen, darunter Letten, Juden, Tschechen, Österreicher, Polen, Franzosen, Belgier und Holländer, fanden hier einen furchtbaren Tod oder erlitten Höllenqualen. Selbst vor der Hinrichtung von Kindern (7000) schreckte man nicht zurück.“1 Diese Beschreibung aus einem deutschen Reiseführer ist erschütternd, allerdings sind die genannten Zahlen fragwürdig. Dass 100.000 Menschen hier den Tod fanden, ist eine Behauptung der bolschewistischen Propaganda. Nach Recherchen von Karlis Kangeris, Uldis Neiburgs und Rudite Viksne war bereits die Gesamtzahl der Lagerinsassen mit höchstens 23.035 deutlich geringer2. Diese wurden nicht alle auf einmal in Salaspils gefangen gehalten, sondern befanden sich in verschiedenen Gefangenengruppen zeitlich nacheinander in den diversen Baracken des Lagergeländes. Denn nach dem detaillierten Forschungsbericht der drei lettischen Historiker, der nach einer Aufschrift auf der dortigen Gedächtnisstätte benannt ist (Aiz siem vartiem vaid zeme./ Hinter diesen Toren stöhnt die Erde.) erlebte das von den deutschen Besatzern eingerichtete Lager in der Nähe Rigas während seines vierjährigen Bestehens verschiedene Etappen mit verschiedenen Insassen. Nach der Lektüre des Buchs bleibt Salaspils ein „Ort des Grauens“, doch es ist nicht „das Todeslager“, das bolschewistische Publikationen propagierten. Wie in allen NS-Lagern wurde in Salaspils geprügelt, gequält und gemordet, doch nicht wie in den bekannten großen Vernichtungslagern mit industriellen Methoden getötet. Das lettische Bemühen, aus einer Vielzahl von Quellen sich der historischen Realität zu nähern und bolschewistische Stereotypen zu dekonstruieren, erntet spöttischen Kommentar von russischer Seite, die darin eine Verharmlosung des Faschismus` erkennen will.

Zugang zur Gedenkstätte Salaspils mit der Aufschrift "Hinter diesen Toren stöhnt die Erde", Foto: Derbrauni - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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Lettland: Karteidaten der „Tscheka-Säcke“ im Internet zugänglich PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 05. Januar 2019 um 00:00 Uhr

Die Erforschung des sowjetlettischen KGB steckt noch „in den Windeln“

Das Vor drei Jahren schrieb die damals 90jährige lettische Sowjet-Dissidentin Lidija Doronina-Lasmane gemeinsam mit acht Gleichgesinnten einen offenen Brief an den Staatspräsidenten Raimonds Vejonis, der Parlamentsvorsitzenden Inara Murniece und an die damalige Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma: „25 Jahre nach der Unabhängigkeit der lettischen Republik hat weder die juristische noch moralische Auswertung der Okkupationsfolgen und der Kollaboration stattgefunden.“ Die Verräter hätten ihre Verbrechen nicht eingestanden und seien nicht bestraft worden, die Opfer bis heute ohne Genugtuung geblieben. Deshalb forderten die Intellektuellen, unter ihnen Wissenschaftler, Dichter und Schriftsteller, den Inhalt der sogenannten „Tscheka-Säcke“ zu veröffentlichen. Sie beinhalten Karteikarten mit etwa 4300 Namen ehemaliger Agenten des sowjetlettischen KGB. Nach vielen Debatten und Verzögerungen sind die Daten seit dem 20. Dezember 2018 im Internet zugänglich.

Das berüchtigte "Eckhaus" der sowjetlettischen KGB-Zentrale, in der heute ein Museum untergebracht ist. In diesem Gebäude wurden die "Tscheka-Säcke" gefunden, Foto: LP

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