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Münster, 15.8.2018
Zum Leben und Werk von Carl Gustav Jochmann, Teil 1: Zur Biographie PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 10. Mai 2018 um 00:00 Uhr

Ein Fremder in einer vom Wahn bestimmten Welt

Kreuzgang am Rigaer DomAm 10. Mai 1833 wurde Carl Gustav Jochmann laut Sterberegister der Sankt Wenzels-Kirche vom Vorstädtischen1 auf den Städtischen Gottesacker Naumburgs umgebettet. Drei Jahre zuvor, Anfang Juni 1830, war der gebürtige Deutschbalte ins anhaltinische Köthen unterwegs gewesen. Dort lebte Samuel Hahnemann. Der Begründer der Homöopathie war seine letzte Hoffnung. Doch wegen Fiebers und Lungenblutens musste Jochmann seine Fahrt an der Saale unterbrechen. Völlig erschöpft erreichte er das Gasthaus "Preußischer Hof" in Naumburg. Johann Ernst Stapf, ein Anhänger Hahnemanns, übernahm die ärztliche Behandlung. Stapfs Bemühungen blieben vergeblich, Jochmann starb am 24. Juli 1830 an Lungenschwindsucht. Wer war dieser rastlose und weitgehend unbekannte Reisende? Es handelte sich um "einen der größten revolutionären Schriftsteller Deutschlands", meinte der Philosoph und Kulturkritiker Walter Benjamin, zitiert von Ulrich Kronauer, der wiederum hinzufügt: "Nach dem Tod Jochmanns [...] war sein Herz zunächst in einer Porzellanvase nach Riga geschickt worden, um im Garten eines Freundes, des Kaufmanns Conrad Heinrich von Sengbusch, beigesetzt zu werden." Inzwischen ist die restaurierte Herz-Urne im Kreuzgang des Rigaer Doms zu sehen2 . Laut Kronauer wird die Reliquie ignoriert: "Die meisten Besucher der Domkirche gehen achtlos vorüber, kaum jemand weiß, um wen es sich handelt."3 Das Datum einer Umbettung vor 185 Jahren entstammt zwar keiner Weltchronik, doch es ist Anlass genug, um herauszufinden, weshalb einer "der größten revolutionären Schriftsteller" weitgehend unbekannt geblieben ist.

Kreuzgang am Rigaer Dom, wo die rerstaurierte Urne mit der Aufschrift ""Cor Jochmanni" zu finden ist, Foto: Domus Rigensis

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Lettlands Start in die Eishockey-WM 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Mittwoch, den 09. Mai 2018 um 06:37 Uhr

Zum Glück nimmt Südkorea teil

Gints MeijaEine Eishockey-Weltmeisterschaft im Olympiajahr ist ungefähr so spannend, wie Bearbeitungsmaschinen beim Aufbereiten der Spielfläche in der Drittelpause zu beobachten. Allein: Die lettischen Aktiven wären froh gewesen, bei der diesjährigen Winterolympiade den Maschinen beim Eisaufbereiten zuzusehen! Durften sie aber nicht, denn die izlase hatte zuvor die Qualifikation für Olympia versemmelt. Als eine Art Entschädigungsplattform könnte das aktuelle Turnier herhalten. In Dänemark bestünde zumindest theoretisch die Chance fürs lettische Eishockey, zu zeigen, dass es doch nicht so schlecht ist. Doch spätestens seit Spiel zwei ist allen Beteiligten klar: Auch bei der diesjährigen WM geht es für Lettland nur darum, den Abstieg zu vermeiden.

Eishockeyspieler Gints Meija, Foto: Romualds Vambuts, sportacentrs.com - Foto: "Dinamo Rīga" izcīna pelnītu uzvaru, Saite

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Lettland: Militärparade zum 4. Mai in Madona mit Ansprache des Staatspräsidenten Raimonds Vejonis PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 04. Mai 2018 um 17:35 Uhr

"Mögen wir alle in unseren Herzen und in unserer Arbeit wie ein Soldat sein"

Nach dem Tag der lettischen Staatsgründung, dem 18. November 1918, ist der 4. Mai 1990 der zweitwichtigste nationale Feiertag Lettlands. Vor 28 Jahren, als noch Michael Gorbatschow die Sowjetunion regierte, beschlossen die Parlamentarier des Obersten Rats der Lettischen Sowjetrepublik mit knapper Mehrheit die Unabhängigkeit ihres Landes, die aber erst im Spätsommer des folgenden Jahres international anerkannt werden sollte. Regierung, katholische Kirche und Militär organisierten zum diesjährigen 4. Mai ein ganztägiges Programm mit Gottesdienst, Militärparaden, Waffenschau, Nahkampfübungen, Blaskonzerten und einem abschließenden Spiel zwischen der örtlichen Fußball-Elf und einer Auswahl aus stationierten Nato-Soldaten. Seit 2012 wird die zentrale Unabhängigkeitsfeier in verschiedenen Orten der Provinz ausgerichtet, diesmal in Madona, einem Ort mit knapp 8.000 Einwohnern in der Region Vidzeme, 166 Straßenkilometer von Riga entfernt. Von der Ehrentribüne aus begrüßten Staatspräsident Raimonds Vejonis und Verteidigungsminister Raimonds Bergmanis die insgesamt etwa 700 Soldaten, Nationalgardisten, Grenzschützer, Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Dabei mahnten sie an die Bedeutung dieses Datums und rühmten die Versammelten als gesellschaftliches Vorbild.

Soldaten im Panzerfahrzeug beteiligen sich an der Parade, Foto: Valsts prezidenta kanceleja

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