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Münster, 25.4.2018
Lettland - Diskussionen um "Tscheka-Säcke" PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 09. Februar 2018 um 13:55 Uhr

Von Geheimdienstlern und ihrem Anspruch auf Geheimhaltung

Stura MajaTscheKa ist die russische Abkürzung für die Außerordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution, Spekulation und Sabotage. Sie wurde auf Lenins Geheiß gegründet, um Kritiker und Gegner seines Regimes auszuschalten. Tscheka gilt als Synonym für staatliche Verfolgung, Verhaftung, Deportation und Exekution. Die Mitarbeiter und Agenten der sowjetischen Geheimdienste NKWD und des später gegründeten KGB waren ebenfalls gefürchtet, auch sie wurden "Tschekisten" genannt. In der Zeit, als Lettland eine Sozialistische Sowjetrepublik war, befand sich die lettische KGB-Filiale im "Stura Maja", im Eckhaus zwischen der Brivibas und Stabu Straße in Riga. Dort wurde eine Kartei mit zirka 25.000 Agentennamen angelegt. Von diesen Karteikarten sind schätzungsweise ein Fünftel bis ein Drittel in zwei Stoffsäcken erhalten. Mehr als zwei Jahrzehnte blieben sie versiegelt. Erst 2014 beschloss die Saeima, eine interdisziplinäre Kommission einzusetzen, die den Inhalt erforschen und ausgerechnet 2018, im Jahr des 100jährigen Staatsjubiläums, veröffentlichen soll. Laut Gesetz muss die geplante Publikation bis zum 31. Mai erfolgen. Das sorgt für zahlreiche Diskussionen.

Das "Stura Maja", die ehemalige Zentrale des KGB in Riga, Foto: LP

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Jost Eickmeyer über die Gelehrten Rigas im 16. Jahrhundert PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 03. Februar 2018 um 14:43 Uhr

Nur ein zartes Keimen des humanistischen Netzwerks

Alte Domschule in RigaNach Ansicht Gero von Wilperts hat Riga auf der "Landkarte des europäischen Humanismus" seinen "legitimen Platz"1. Er nennt als Beispiel Jacobus Batt, der ein "Freund von Speratus und eifrige[r] Korrespondent [...] von Erasmus von Rotterdam" gewesen war.2 Aufgrund der Empfehlungen Melanchthons und Luthers sei dieser 1527 zum Rektor der Rigaer Domschule berufen worden. Jost Eickmayer weist dem deutschbaltischen Literatur-Wissenschaftler und anderen Kennern Fehler nach: Der berufene Rektor trug zwar denselben Namen, war aber ein anderer, nicht der Erasmus-Freund aus den Niederlanden. Ebenso kritisch betrachtet Eickmeyer die Forderung des Humanisten Conrad Celtis nach einer "Sodalitas litteraria" für die Ostseeregion. So nannte dieser die von ihm gegründeten institutionalisierten Vereinigungen, in denen Gelehrte sich über humanistische Ideen austauschen sollten. Eickmeyer schreibt, dass es eine solche Institution in Riga nie gegeben hat. Das angeeignete Stereotyp führt zu Irrtümern, man sieht und liest hinein, was nicht ist. In seinem Aufsatz "`Sodalitas litteraria Rigensis`?"3 beschäftigt sich Germanist Eickmeyer mit der Frage, wie humanistisch Riga tatsächlich war.

Ein altes Foto der Rigaer Domschule, die 1888 abgerissen wurde, Foto: Saite

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Lettische Kunstausstellungen im Februar 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 02. Februar 2018 um 17:44 Uhr

Begriffslose metaphysische Stimmungen in einer vielperspektivischen Realität, mal farbig, mal schwarz-weiß

Rinke, BlumenbeetGegenständliche Malerei und Grafik, mal farbig wie ein Comic den nur scheinbar grauen Alltag aufheiternd oder schwarzweiß in abstrakt anmutenden Strukturen die Welt darstellend, vom Spinnennetz bis zum Universum oder verschiedene Perspektiven des Menschen und seiner Beziehungen aufzeigend, von innen und außen. In den Kunstausstellungen des Februars kann der Betrachter sich mit ungewöhnlichen Ansichten der Realität auseinandersetzen. Im lettischen Jubiläumsjahr feiert auch eine der weltweit bekanntesten Künstlerinnen des Hyperrealismus: Die in New York lebende Vija Celmins wird 80 Jahre. Sie wurde in Riga geboren und musste, wie so viele, mit ihren Eltern vor der Roten Armee fliehen. Das Lettische Nationale Kunstmuseum zeigt deshalb erstmals sämtliche ihrer Werke, die es im Bestand hat. Hier die PR-Zusammenfassungen lettischer Museen für den Februar.

Daina Rinke, "Zerstörtes Blumenbeet", Foto: LNMM
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