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Münster, 19.4.2019
Lettische Kunstausstellungen im Februar 2019 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 02. Februar 2019 um 00:00 Uhr

Boris Luries "NO!art" – Keine Kunst ist auch eine Kunst

Lurie Boris Lurie machte seine Jugend, in der er den Holocaust überlebte, zum Rebell, das heißt: zum politisch provokativen Künstler, der in New York die NO!art-Bewegung gründete. Mit Ausstellungen wie „NO! Show“ erinnerte er die Konsumgesellschaft an die begangene Barbarei und inspirierte Gesinnungsgefährten, unter ihnen Wolf Vostell. Das internationale Kunstmuseum Rigas Börse zeigt nun die provokativen Arbeiten dieser Antikünstler, die gerade wegen ihres „No“ zur Kunst Künstler blieben. Sarah Cooper und Nina Gorfer begaben sich in den hohen Norden, um abzulichten, wie man in entlegenen und unwirtlichen Gebieten textile Kunst schafft. Olgerts Krauklis gehört zu den Architekten, die auch gute Maler sind. Hier die Zusammenfassung von PR-Texten lettischer Kunstmuseen für den Monat Februar.

 

Boris Lurie: Spüren eines schwarz und rot aufgezeichneten "No", 1963, Foto: ©Boris Lurie Art Foundation, LNMM

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Voldemars Veiss` Gedenktafel auf dem Ehrenfriedhof „Bralu kapi“ PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 30. Januar 2019 um 00:00 Uhr

Wird in Riga wegen eines deutsch-lettischen Vertrags ein NS-Kollaborateur verehrt?

Eingangsschuld zum Brüderfriedhof in RigaDarauf wurde am 12. Dezember 2008 sogar die italienische Corriere della Sera aufmerksam: Mussolini hatte gerade lettische Politiker entzweit: "Die historische Figur von Benito Mussolini hat mehr als 60 Jahre nach seinem Tod Chaos und hitzige Debatten im lettischen Parlament entfacht, nachdem auf dem Friedhof, wo die `Väter des Vaterlandes` des baltischen Landes bestattet sind, eine Gedenktafel zu seinen Ehren aufgestellt wurde." (corriere.it, Dank an eine Römerin, die nicht genannt werden möchte, für den Hinweis). Nun war die Tafel nur erneuert worden und sie enthält noch viele andere Namen. Mit der lettischen Verehrung für Mussolini wird sich die LP später einmal beschäftigen. Doch in der Debatte fiel ein weiterer Name, Voldemars Veiss, der ebenfalls auf dem genannten Friedhof zu lesen steht und dem angeblich in deutschem Interesse gehuldigt wird. Die Namen der Genannten sind auf dem "Bralu kapi", dem Brüderfriedhof in Riga zu finden. So nennen Letten ihre Ehrenfriedhöfe für Soldaten. Jene, die als sogenannter "kleiner Mann" oder sogenannte "kleine Frau" auf dieser Welt wandeln und die in rührender Weise noch die Gräber ihrer Liebsten für ein paar Jahre auf eigene Kosten hegen und pflegen, bis sie alle schon wieder sang- und klanglos aus der Weltgeschichte verschwunden sein werden, sie dürften nicht schlecht staunen, wer so alles auf diesem absurden Planeten "verewigt" wird. 

Zugangsschild zum Rigaer Brüderfriedhof, Foto: LP

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Lettische Historiker recherchierten über das Lager Salaspils: Teil 3: Lettisch-russischer Streit um Fakten und Deutungen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 26. Januar 2019 um 00:00 Uhr

„Versuch, nazistische Schandtaten zu verhehlen“

Figuren der Gedenkstätte SalaspilsAus sowjetischen Quellen stammt die Zahl von 100.000 Opfern, die in Salaspils getötet worden seien1. Die lettischen Historiker Kangeris, Neiburgs und Viksne ermittelten nur knapp ein Viertel als Gesamtzahl der Inhaftierten, von denen einige überlebten, zumindest die Zwischenstation in Salaspils. Man kennt die Gefahr der Verringerung bei diesem Thema aus rechtsradikalen Kreisen. Solche ziehen die Zahlen des Holocausts prinzipiell in Zweifel, sie leugnen sogar schlechthin, dass der industrielle Massenmord an Juden und anderen dem Regime nicht genehmen Gruppen erfolgt ist, eine Behauptung, die in Deutschland legitimerweise unter Strafe steht. Deshalb soll hier herausgestellt werden, dass in der Salaspils-Forschung des lettischen Autorentrios keine rechtsradikalen Bestrebungen zu entdecken sind. Die nationalsozialistischen Verbrechen (inklusive ihrer lettischen Beteiligung) werden weder verharmlost noch verleugnet. An keiner Stelle erhält der Leser den Eindruck, dass etwas aus lettischer Perspektive beschwichtigt oder geschönt werden soll, die Autoren bemühen sich um wissenschaftliche Aufklärung, gestehen auch ein, wo sie auf Recherchegrenzen stoßen, dort, wo geeignete Daten und Dokumente fehlen.2 Die deutschen Besatzer hatten die Akten des Lagers Salaspils bei ihrem Rückzug aus Lettland vernichtet.3 Dennoch gelang es den Historikern, durch zahlreiche Dokumentenfunde vieles zu erhellen. Sie zweifelten dabei Zahlen und Greueltaten an, die sich in den Berichten der Außerordentlichen Kommission von 1944 finden und die aus Sicht der Autoren zu Propagandazwecken benutzt wurden. Bis heute bleibt beim Thema Salaspils die Trennung von Fakten und Fake-Daten unscharf, die Vermischung ist nützlich, wenn sie dem eigenen nationalen Narrativ entspricht. Das verdeutlicht eine Rezension auf der lettischsprachigen Webseite des russischen Nachrichtenmagazins Sputnik, die zu diesem Buch erschienen ist. Unterschiedliche Geschichtsdeutungen sind ein wichtiger Grund dafür, weshalb das lettisch-russische Verhältnis bis heute angespannt ist.


Figuren der Gedenkstätte Salaspils, Foto: Neaizsargāts darbs, Saite
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