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Münster, 19.4.2019
Missbrauchsvorwurf gegen katholischen Geistlichen erhärtet sich: Nun ermittelt der Staatsanwalt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. Februar 2019 um 00:00 Uhr

„Dann ist eben alles, wie es ist“

Katholische Kirche in RezekneDie lettische Polizei hat den Fall eines lettischen Geistlichen, der des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wird, am 22. Februar 2019 der Staatsanwaltschaft übergeben. Im August des vergangenen Jahres hatte eine Nichtregierungs-Organisation, dessen Name der Öffentlichkeit nicht bekannt ist, Anzeige erstattet. Die Polizei nahm drei Männer zwischen 60 und 73 Jahren fest, zwei von ihnen stehen im Verdacht, Menschenhandel betrieben und sexuelle Gewalt angewendet zu haben. Der dritte beschäftigt die Öffentlichkeit besonders: Er ist hochrangiger katholischer Geistlicher des Bistums Rezekne-Aglona, der Hochburg des katholischen Glaubens in Lettland. Er soll sich am sexuell motivierten Menschenhandel beteiligt haben. Inzwischen ermittelte die Polizei ein weiteres Opfer, einen Mann, der in der Zeit des Missbrauchs noch minderjährig gewesen sei. Wenn sich die Anschuldigungen vor Gericht beweisen lassen, drohen den Tätern lange Haftstrafen.

Eine der katholischen Kirchen in Rezekne, in denen der Angeschuldigte predigte, Foto: Jānis Sedols, CC BY 3.0, Saite

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Hoffnung für Schloss Cirava (Zirau) PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 21. Februar 2019 um 17:30 Uhr

Italienischer Besitzer verspricht Sanierung

Schloss CiravaDie kleine Gemeinde Cirava, die sich in der Region Kurzeme (Kurland) befindet, etwa 200 Kilometer von Riga entfernt, ist ein typisch lettischer Erholungsort für großstadtgeplagte Touristen: Hier können sie sich auf den Pfaden eines der ältesten Waldparks des Landes entspannen. Rund um das Schloss sind besondere Arten von Fichten, Zedern, Buchen und Korkbäumen gepflanzt. In der Umgebung kommen Jäger und Angler auf ihre Kosten. Leider ist das Zentrum dieser Idylle baufällig und eine Gefahr für Passanten: Schloss Cirava (deutsch: Zierau), einst eines der prächtigsten Herrenhäuser im Westen Lettlands, ist nur noch eine Ruine mit blättrigem Putz, verbretterten Fenstern und löchrigem Dach. Doch nun will der italienische Besitzer mit der Sanierung beginnen.

Schloss Cirava in idyllischer Umgebung, Foto: J. Sedols, CC BY 3.0, Saite

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Etwa 12 Prozent der lettischen Bevölkerung erwägen Emigration PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 16. Februar 2019 um 00:00 Uhr

Unterschiedliche Einkommensverhältnisse spalten weiterhin die EU-Länder

Protest gegen Armut an einem Müllcontainer

Jedes Jahr ermitteln Lettlands staatliche Statistiker die Einkommens- und Lebensumstände der Bevölkerung. Seit Anfang Februar erheben sie die Daten für das Vorjahr. 8000 Haushalte werden nach dem Zufallsprinzip zur Befragung ausgewählt, um die Zahlen für 2018 zu erfassen. In einer Presseerklärung fasste Lettlands Statisches Zentralamt (CSP) die Zahlen des Jahres 2017 zusammen: Im Vergleich zu 2016 stieg das Einkommen pro Haushalt durchschnittlich um 11,8 Prozent und erreichte 489 Euro brutto pro Einwohner. Erwartungsgemäß war 2017 das Durchschnittseinkommen in Riga am höchsten (592 Euro) und in der Region Lettgallen am geringsten (330 Euro). Armutsgefährdet waren 23,3 Prozent, 446.000 Einwohner, denn sie verfügten über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Das größte Risiko zu verarmen und sozial ausgegrenzt zu werden tragen Familien mit mindestens drei Kindern, Erwerbslose und Rentner. 74 Prozent aller alleinstehenden Rentner waren 2017 arm oder armutsgefährdet. Auch wenn Lettlands Löhne steigen: Eine Annäherung an westeuropäisches Lohnniveau ist nicht erkennbar. Auf einer Konferenz zu Demographie und Migration nannte Demoskop Arnis Kaktins eine beachtliche Zahl: Seine Umfragen ergaben, dass seit fünf Jahren der Anteil jener Einwohner innerhalb der lettischen Bevölkerung, die zur Emigration bereit sind, unverändert bei zwölf Prozent liegt. Er prognostiziert, dass „die Emigration sich fortsetzen wird, die Menschen werden in den nächsten Jahren weiterhin in größerer Zahl wegfahren als in Lettland ankommen.“ (lsm.lv) Lettlands Bevölkerungssaldo ist chronisch negativ. Mehr Menschen sterben als geboren werden, mehr emigrieren als immigrieren. Ein Grund für die EU-Binnenmigration sind die ungleichen Einkommensverhältnisse, wie Eurostat-Statistiken zeigen.

"Wir gegen Armut" war auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor zehn Jahren auf einem Müllcontainer in Riga zu lesen, Foto: LP

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