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Münster, 22.7.2017
Lettland: Schlechte Note im Klimaschutz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 01. Juni 2017 um 00:00 Uhr

Durchschnittstemperatur 0,7 Grad höher als vor 50 Jahren

Wolkenhimmel über LettlandÜber das Wetter lässt sich mit Nachbarn oder Unbekannten gut Small Talk führen, Sonne gut, Regen schlecht. Darüber kann man kaum in Streit geraten und zwischen den Menschen herrscht dann eitel Sonnenschein. Heikler ist es schon, sich mit Mitmenschen über das Klima und dessen Erwärmung bzw. Wandel zu verständigen, denn das kann die Gemüter schnell erhitzen. Zwar sind sich die Klimaforscher ziemlich sicher, dass der Temperaturanstieg hauptsächlich menschengemacht ist, weil er viel rascher erfolgt als in früheren Erdzeiten. Doch sogenannte Klimaskeptiker, von der Ölindustrie gefördert (bund-rvso.de), leugnen den Wandel oder verharmlosen die Folgen und haben nun mit Donald Trump den mächtigsten Politiker auf ihrer Seite. Lettland hat als EU-Mitglied das Übereinkommen von Paris vor zwei Jahren ratifiziert. Damit bekennt sich die mittlere Baltenrepublik zum Ziel, den von Menschen verursachten Temperaturanstieg deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten. Doch Kritiker werfen den Letten zu wenig Engagement in der Klimapolitik vor. Ein Grund dafür liegt in einer verlockenden Prognose. Die EU-Umweltagentur sagt vorher, dass die nördliche Ostseeregion zum Profiteur höherer Temperaturen werden könnte.

Wolkengebilde über Lettland, Foto: LP

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Lettische Kommunalwahlen am 3.6.2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 27. Mai 2017 um 00:00 Uhr

Lokale Medien sind häufig von den Stadtregierungen finanziell abhängig

Das Rigaer RathausLettische Politiker befinden sich derzeit im Wahlkampf. Sie konkurrieren um Sitze in den Stadt- und Gemeinderäten. Im Mittelpunkt steht dabei das Rathaus der lettischen Hauptstadt. Hier stellt sich die Frage, ob Nils Usakovs auch die nächsten vier Jahre Bürgermeister bleiben kann. Derzeit bildet seine Partei Saskana ("Eintracht") mit der Lokalpartei Gods kalpot Rigai! ("Die Ehre, Riga zu dienen") mit 23 plus 16 Sitzen eine stattliche Mehrheit. Dagegen wartet die Opposition lediglich mit 12 Abgeordneten der Nationalen Allianz, 8 der Partei Vienotiba ("Einheit") sowie einem unabhängigen Ratsmitglied auf. Das Stadtparlament Rigas ist hinter der Saeima das zweitwichtigste Abgeordnetenhaus des Landes. Etwa jeder dritte lettische Einwohner lebt in der Daugava-Metropole. Die Mitte-Links-Partei Saskana gilt als Interessenvertreterin der russischsprachigen Minderheit, die allerdings in Riga die relative Mehrheit bildet. Saskana-Befürworter loben die städtische Sozialpolitik, die u.a. Rentnern kostenloses Fahren im städtischen Nahverkehr ermöglicht. Kritiker bemängeln dagegen Korruption und Misswirtschaft. Skandale und Missstände haben auch andere Parteien in anderen Kommunen zu verantworten. Da stellt sich die Frage, ob die Bürger darüber gut und kritisch informiert werden. Journalisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens LTV begutachteten diesbezüglich die Arbeit ihrer Kollegen, die in Lokalredaktionen tätig sind.

Im Rathaus von Riga tagt Lettlands zweitwichtigstes Parlament, Foto: By Selfmade - Paša darbs, Neaizsargāts darbs, Saite

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Letten und Russen bewerten die Historie weiterhin unterschiedlich PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 25. Mai 2017 um 00:00 Uhr

Mehr Verständnis für die Andersdenkenden

gut oder schlechtWie war es in der Sowjetunion? War Karlis Ulmanis ein guter Politiker? Ist der 9. Mai ein Tag des antifaschistischen Sieges? Je nach dem, ob man einen lettisch- oder russischsprachigen Einwohner fragt, fallen die Antworten wahrscheinlich ziemlich unterschiedlich aus. Die lettische Mehrheitsgesellschaft trennt noch so manches von der russischsprachigen Minderheit im eigenen Land. Dazu gehört die gegensätzliche Bewertung der verschiedenen Herrschaftsphasen der letzten hundert Jahre. Am besten wird jeweils die Regierungsform bewertet, die die eigene ethnische Gruppe bevorzugte: Letten die Zeit unter der nationalistischen Ulmanis-Diktatur, als es hieß „Lettland den Letten“ und Russischsprachige die Sowjetzeit, als man hierzulande Karriere machen konnte, ohne ein Wort Lettisch zu lernen. Doch insgesamt erkennen die Forscher einen positiven Trend: Mit den gegensätzlichen Einschätzungen der anderen ethnischen Gruppe gehen Lettlands Einwohner immer gelassener um. Das ergab die diesjährige Umfrage jenes Forschungszentrums der Lettischen Universität, welche das Soziale Gedächtnis erkundet (lsm.lv).

Gut oder schlecht? Das ist die zweisprachige Frage, Foto LP

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