|
|
|
|
05.08.2010 |
Mehr Lettinnen und Letten sterben als geboren werden, mehr Lettinnen und Letten wandern aus als zurückkehren. Somit reduziert sich die Zahl der Einwohner weiter. 1989, als Lettland noch unfreiwilliger Bestandteil der Sowjetunion war, betrug die Bevölkerungszahl noch mehr als 2,6 Millionen Einwohner. Am 1. Juli 2010 ist sie nach Angaben der lettischen Zentralen Statistikbehörde auf den neuesten Tiefststand von 2.238.000 gesunken. Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen. Zunächst sind jene russisch- und ukrainischstämmigen Mitbürger zu erwähnen, die nach Wiedererlangung der nationalen Unabhängigkeit die Rückkehr in die Heimat vorzogen. Diese Immigranten hatten in den Fabriken der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik gearbeit. Die Umstellung auf die Marktwirtschaft bedeutete das Ende des Industriestandortes Lettland. Außerdem verloren Russischsprachige in manchen Berufszweigen ihren Job, wenn sie nicht imstande waren, die Amtssprache Lettisch zu sprechen. Betrachtet man die allgemeine Entwicklung der Geburten- und Sterberate, die Zahl der Eheschließungen sowie der Abwanderung, so scheint auch für Tausende von jungen Letten die Absicht, in Lettland zu bleiben und hier gar eine Familie zu gründen, aussichtslos. Trotz leicht verbesserter Konjunkturdaten bleibt die Erwerbslosigkeit hoch und die spärlichen Sozialleistungen reichen gerade mal für kontrolliertes Verhungern unter Rigas neuer Südbrücke, für die das Geld regelrecht verprasst wurde. Doch auch die Löhne sind in vielen Sparten wieder so schmal geworden, dass Familien davon kaum leben können.
Gewiss bedeutet Familie im Alltag selten eine solche Foto-Idylle. Doch die soziale Situation erschwert vielen jungen Letten, in ihrer Heimat überhaupt an Familiengründung zu denken, Foto: Eric Ward auf Wikimedia Commons
|
|
Weiter …
|
|
|
30.07.2010 |
 Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, als die Handwerker an den Fassaden der Neubauten begannen, zierliche Linien, Pflanzenornamente und symbolistische Figuren anzubringen, wetterte der österreichische Architekt Adolf Loos gegen die Verzierung der Architektur, nannte die Vermischung von Gebrauchs-Gegenständen mit Kunst “barbarisch”. Damit nahm er das funktionalistische Bauen vorweg. Ein Haus ist demnach nur schön, wenn seine Form vollständig seiner Funktion entspricht und keinen überflüssigen Schmuck aufweist. Doch der Philosoph Ernst Bloch hielt in seinem Werk Geist der Utopie von 1918 dagegen: “Eine Geburtszange muss glatt sein, eine Zuckerzange mitnichten.” Dabei dachte er wahrscheinlich an die vielen Blumenornamente, die die Zuckerzangen jener Zeit auf unebene Weise zierten. Stilisierte Pflanzen waren beliebte Motive der Künstler und Handwerker, die sich im Jugendstil übten, eine m neuen Dekor, das teilweise aus dem überladenen Historismus hervorging, ihn teilweise überwand oder ga r zu völlig neuen Formen gelang. Die Jugendstil-Architektur verbreitete sich schnell im noch-zaristischen Riga, das sich damals zu einer der wichtigsten Industriestädte des Imperiums entwickelte. Die Bevölkerungszahl der baltischen Metropole hatte sich innerhalb von 50 Jahren nahezu verfünffacht. Vor dem Weltkrieg zählte die Stadt fast eine halbe Million Einwohner. Die Früchte dieser Blütezeit sind noch an vielen Stellen der Innenstadt sichtbar. Riga, dessen Altstadt und Neustadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, lockt als eine der größten Jugendstil-Zentren Europas. Der deutschbaltisch-lettische Kulturverein Domus Rigensis widmete sich vom 2. bis 4. Juli 2010 diesem Thema. Fassadendetail des Gebäudes des Lettischen Vereins, das von Eižens Laube und Eižens Pole in einer Art neoklassizistischen Variante des Jugendstils errichtet wurde. Foto: UB |
|
Weiter …
|
|
|
10.07.2010 |
 Die Deutsch-Baltische Handelskammer (DBHK) vertritt deutsche Unternehmer, die in Estland, Litauen und Lettland mit ihren Firmen präsent sind oder geschäftliche Beziehungen zu dieser Region unterhalten. Sie ist die einzige Auslandskammer, die in drei Ländern zugleich aktiv ist. Die Bundesregierung hatte bereits in den neunziger Jahren Kontakte zwischen einzelnen deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK) zu Büros in der baltischen Region gefördert. So unterstützte die IHK Hagen die Vertretung in Lettland. Solche Partnerschaften hatten das Ziel, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den baltischen Ländern zu intensivieren. Die DBHK entstand dann 2004 als Dachorganisation dieser Büros in Tallinn, Vilnius und Riga. Ihr erster Vorsitzender wurde der ehemalige Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, dessen Familie deutschbaltische Wurzeln hat. Die DBHK hilft ihren Mitgliedern bei Firmenneugründungen und vermittelt Geschäftskontakte. Außerdem ebnet sie deutschen Unternehmern den Weg zu den Märkten der drei Ostseerepubliken. Die Büros organisieren Delegationsreisen, Kooperationsbörsen und Projekte. Ein Schwerpunkt bildet beispielsweise das Thema „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“. Die DBHK betreut ihre Mitglieder auch bei dem tagtäglichen Kampf mit der Bürokratie. Die Angestellten übernehmen die Lohnbuchhaltung und Personalverwaltung, vertreten die Firmen gegenüber den Finanzämtern und halten Ausschau nach geeignetem Personal. Doch die DBHK ist nicht nur in eine Richtung tätig. Sie ermutigt auch einheimische Unternehmer, sich den deutschen Markt zu erschließen und vermittelt auch dieser Zielgruppe die nötigen Kontakte. Estnische, litauische und lettische Interessenten können sich in Seminaren informieren, was sie bei Geschäftsbeziehungen mit Deutschen beachten sollten. Ferner gehören die Vertretung von acht deutschen Messestandorten und des Senioren Experten Service zu den vielfältigen Tätigkeiten der Mitarbeiter. Die DBHK hat 370 Mitglieder, davon über 100 in Lettland. Sie versteht sich als ein Netzwerk, das die deutsch-baltische Wirtschaft fördern möchte. Über die Tätigkeiten ihrer Organisation und über den Zustand der lettischen Wirtschaft gab die Leiterin des lettischen DBHK-Büros, Ginta Petra, der Lettischen Presseschau ein Interview. Frau Ginta Petra leitet das lettische DBHK-Büro, Foto: DBHK
|
|
Weiter …
|
|
| | << Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Nächste > Ende >>
| | Ergebnisse 6 - 10 von 209 | |
|
 |
September 2010 |
 |
|
|
|