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30.03.2010 |
 Lettland ist das Land der Musen, der nördliche Parnass an den Gestaden der Ostsee pflegt aber nicht nur alte Volksweisen (die Dainas ...), sondern auch Blues und Rock und modernen Sound. Bei bekannten Wettbewerben (wie z.B. zuletzt die Latvian Blues Band am 31.10.2009 auf dem Baltic Blues Challenge in Eutin, die LP berichtete) stechen lettische Bands immer wieder ihre Konkurrenz durch hervorragende Bewertungen und Plätze aus. Die Basis für diese Erfolge legen die vielen musikalischen Talente und der innovative Unterricht: Zu einer guten Performance gehört aber nicht nur musikalisches Können, sondern auch eine gute Bühnen show. Der Umgang mit der Luftgitarrre will erlernt sein. Hier ein lettischer Lehrer in der Fortbildung, der die "Slow-Hand" probt. Foto: UB
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20.03.2010 |
 Der Kampfmonat März, der seinen Namen vom römischen Kriegsgott `Mars` ableitet, gibt sich in europäischen Gefilden heutzutage recht zahm. Die Menschen ersehnen erstes Frühjahrsgrün herbei und hoffen, dass das Tauwetter an der Daugava ohne größere Überschwemmungen vonstatten geht. Sie verspüren wenig Lust, für Blechorden in den Kampf zu ziehen, um den alten Götzen eigenes oder fremdes Leben zu opfern. Allerdings treffen sich am 16. März Veteranen der SS-Legion und gedenken alljährlich Ereignissen, die vom Mars eher überschattet als überstrahlt wurden. In diesem Jahr ließen sich lettische Legionfans und russische Antifaschisten aber nicht von kriegerischen Mächten anstacheln und trugen ihre Debatten weitgehend demokratisch und friedlich aus. Also eigentlich keine besonderen Vorkommnisse im demokratischen lettischen Rechtsstaat, in dem der Bürger gegensätzliche Meinungen ertragen muss. Die internationale Berichterstattung über diesen zweifellos problematischen Gedenktag selbst ist ein Problem, über das gestritten werden müsste. Statt differenzierte Informationen blühen in manchen Artikeln die Stereotypen und Halbwahrheiten. Manche Tolle westeuropäischer und russischer Journalisten scheint auf Skandal gebürstet und sträubt sich anscheinend davor, sich mit der lettischen Geschichte ernsthaft zu beschäftigen. Doch der Leser findet im Internet auch sorgfältig recherchierte Gegenbeispiele. Kämpferisch gibt sich derzeit die lettische Tautas partija (TP), die nur ihrem Namen nach eine “Volkspartei” ist: Sie gilt eher als Partei des Geldes. Ihr Vorsitzender ist der Oligarch Andris Šķēle. Die TP-Abgeordneten müssen fürchten, nach den Parlamentswahlen im Herbst ihre Sitze zu verlieren. Es ist keineswegs sicher, ob die TP die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird. Am 17. März haben ihre vier Minister die Regierung verlassen. Premier Valdis Dombrovskis muss nun mit einem Minderheitskabinett weitermachen. Doch auch diese Meldung erscheint, das sei unjournalistisch zugegeben, aufsehenerregender als sie ist. Zum lettischen Freiheitsdenkmal ziehen alljährlich am 16. März die lettischen Legionäre, Foto: UB
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15.03.2010 |
 Nahezu genüsslich stellte die deutsche Presse vor einem Jahr fest, dass die lettische “Party” vorüber sei. Dabei bestand diese Fete nur darin, dass ein Teil der Bevölkerung sich einem Wohlstandsniveau annäherte, das für die meisten Westeuropäer selbstverständlich ist. Inzwischen sind die lettischen Banken gerettet, die lettischen Schulden keine Bedrohung mehr für deutsche Sparkonten und deutsche Arbeitsplätze. Lettland ist wieder aus den Schlagzeilen verschwunden und inzwischen richtet sich die Häme deutscher Boulevardzeitungen gegen Griechenland. Was die Sparpolitik anrichtet, die die lettische Regierung in Absprache mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) durchsetzt, zeigt sich am Beispiel des Rehabilitationszentrums Vaivari im Ostseekurort Jūrmala: Therapien werden bis zur Sinnlosigkeit kaputt gespart. Jurmala ist ein international beliebter Kurort, aber auch Naherholungs- und Genesungszentrum der Rigenser, Foto: Wikimedia Commons
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