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Lettlands Olympiabilanz PDF Drucken E-Mail
01.03.2010
Die eisige Talfahrt zum Erfolg
 
Rang 23 in der Nationenwertung, das war die erfolgreichste Teilnahme lettischer Winterolympioniken aller Zeiten. Bislang war lediglich eine Bronzemedaille in Turin 2006 herausgesprungen, für den Rodler Mārtiņš Rubenis. In Vancouver wurde das Edelmetall wie gewohnt mit heißen Kufen in eisiger Rinne geschürft: Die Kufen befanden sich unter dem Skeleton-Fahrer Mārtiņš Dukurs und den Rennrodlern Andris und Juris Sics. Dukurs verpasste Gold nur um sieben Hundertstelsekunden. Auch sein Bruder Tomass ist bäuchlings prima gefahren, er wurde Vierter. Ebenfalls eine Silbermedaille gewannen die auf dem Rücken liegenden Kollegen. Im Rodel-Doppelsitzer ließ das Brüderpaar Sics sogar die deutschen Abonnement-Olympiasieger Patric Leitner und Alexander Resch hinter sich.

Verpasste Gold um sieben Hunderstelsekunden: Lettlands Skeletonstar Mārtiņš Dukurs, links neben dem kanadischen Olympiasieger Jon Montgomery und Russlands Alexander Tretjakow, der Bronze gewann, Foto: Duncan Rawlinson auf Wikimedia Commons.

 

Mit Licht und Schatten präsentierte sich das lettische Eishockey. Ein 2:8 gegen Russland und ein 0:6 gegen die Slowakei bildeten die unrühmlichen Seiten. Dem standen zwei grandiose Duelle gegen Tschechien gegenüber. Im ersten lagen die Rot-Weiß-Roten rasch 0:3 hinten, rafften sich dann aber zu einer guten Leistung auf. Am Ende hieß es 2:5 durch ein Empty Net Goal, nachdem die Letten Torhüter Edgars Masalskis zugunsten eines Feldspielers herausgenommen hatten. Unvergessen aber bleib das zwischenzeitliche 2:4, das Girts Ankipans nach vorangegangener Unterzahl direkt mit der Rückkehr von der Strafbank aus erzielte, als er von allen vergessen allein mit der Scheibe auf den tschechischen Goalie zulief und den Puck cool im Tor versenkte. Großartig dann auch die Leistung der Letten im Playoff: Wieder ging es gegen die Tschechen, wieder lag man rasch zurück: 0:2 nach elf Minuten. Die Aufholjagd begann in der 52. Minute mit einem Tor von Martins Cipulis und wurde vier Minuten später durch Mikelis Redlihs komplettiert. Schade, dass den Tschechen nach fünf Minuten der Overtime noch der Siegtreffer gelang.

 
Eisige Zeiten für die Roten von der Ostsee.
 
Lettlands Eishockey-Fans durften auch mal jubeln: Die Rot-Weiß-Roten trafen bei Olympia in vier Begegnungen sechsmal, Foto: Dave auf Wikimedia Commons

In Erinnerung bleiben wird auch ein anderer Athlet, obwohl er keine Medaille gewann. Haralds Silovs heißt er und startete, wie es sich für tüchtige lettische Sportler gehört, auf Kufen: zunächst über die 5000 Meter-Strecke im Eisschnellauf im Olympic Oval, viereinhalb Stunden später dann über 1500 Meter im Shorttrack. Der Wettbewerb wurde wie alle Entscheidungen auf der Kurzbahn im Pacific Coliseum ausgetragen; die Entfernung zwischen beiden Wettkampfstätten beträgt zwanzig Kilometer. Glücklicherweise durfte Silovs diese Distanz mit dem Auto zurücklegen. So reichte es im Shorttrack noch zu einem guten zehnten Platz. In die Olympia-Geschichte geht der 23-jährige Silovs als der Athlet ein, der als erster in zwei unterschiedlichen Disziplinen am selben Tag startete.


 

Ziemlich flexibel, dieser Lette.

 Geht in die Olympia-Geschichte ein als der Athlet, der als erster in zwei unterschiedlichen Disziplinen am selben Tag startete: Haralds Silovs, Copyright: www.haraldssilovs.com


Ralf Höller


 
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