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Nord Stream: Röhren auf giftigem Schlamm PDF Drucken E-Mail
10.04.2010
In der Ostsee gibt es verseuchte TodeszonenRussen, Niederländer und Deutsche feierten am 9.4.10 den Baubeginn der Erdgasleitung der Nord Stream AG, die ihren Sitz in der Schweiz hat. Die Aktienmehrheit besitzt der russische Energieriese Gazprom, zudem sind die BASF-Tochter Wintershall, E.ON Ruhrgas und die niederländische Gasunie beteiligt. Die Pipeline wird Russland und Deutschland ohne Transit über die Ukraine oder Weißrussland verbinden. Über die beiden 1200 Kilometer langen Röhren auf dem Meeresgrund streiten sich seit Jahren west- und osteuropäische Politiker. Vertreter der baltischen Länder und Polens beargwöhnten das Vorhaben Gerhard Schröders und Wladimir Putins. Der ehemalige litauische Staatspräsident und jetzige EU-Abgeordnete Vytautas Landsbergis sprach gar von einem neuen „Molotow-Ribbentrop-Pakt“. Schröders Gazprom-Projekt findet aber auch osteuropäische Befürworter. Die Nord Stream-AG erwähnt auf ihrer Webseite Andris Piebalgs. Der lettische EU-Kommissar, der bis zu seiner Wiederwahl für den Bereich Energie zuständig war, sieht in der Gasleitung ein vorrangiges EU-Projekt. Dabei kritisieren Umweltschützer nach wie vor, dass diese riesige Unterwasserbaustelle gefährlichen Schlamm aufwirbeln könnte. Die Militärs benutzten die See zwischen den malerischen Kiefernküsten bis in die neunziger Jahre als Sondermüllkippe für gefährliche Kampfstoffe.
 
Das EU-Gefahrensymbol für chemische Substanzen, Grafik: Wikimedia Commons
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Letten gegen BASF-Genkartoffel PDF Drucken E-Mail
04.03.2010
Von der bestaunten exotischen Zierpflanze zum MassengewächsKartupelis nennen die Letten das Grundnahrungsmittel, das sie genauso gern essen wie die Deutschen. Nun wächst und gedeiht fortan das Lieblingsgemüse des Alten Fritz (“Wo nur ein leerer Platz zu finden ist, soll die Kartoffel angebaut werden”) auch in einer künstlichen Variante, die BASF-Biochemiker konstruiert haben. EU-Kommissar John Dalli hat sie am 2.3.10 für den landwirtschaftlichen Anbau zugelassen. Im Gegensatz zu deutschen Volksvertretern haben sich lettische Politiker gegen das Kunstgewächs namens Amflora ausgesprochen. Darüber berichtete am 3.3. die LTV1-Nachrichtensendung Panorama. Auch die Tageszeitung Diena widmete sich einen Tag später diesem neuen EU-Streit.
 
Bevor ihr Nährwert entdeckt wurde, bestaunten Europäer die exotische Frucht als Zierpflanze in botanischen Gärten. Foto: Keith Weller auf Wikimedia Commons  

 

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Andris Piebalgs: Lettlands Mann in Brüssel will bleiben PDF Drucken E-Mail
27.08.2009
Andris Piebalgs
Piebalgs beabsichtigt, ein zweites Mal für das Energie-Ressort in der EU-Kommission zu kandidieren. Die fünf Parteien der lettischen Regierungskoalition unterstützen seinen Entschluss, den er am 26.8.09 vor Journalisten bekanntgab. Schon vor seiner ersten Wahl zum EU-Kommissar im Jahre 2004 galt er als Kompromisskandidat. Das klingt nach opportunistischer Parteikarriere. Doch Piebalgs` Aufstieg entspricht nicht den üblichen Klischees: Seine Ansichten zur Energiepolitik bringen frischen Wind in die europäischen Debatten. Mit geschickter Rhetorik versucht Piebalgs, seine Landsleute für erneuerbare Energien zu gewinnen. In Brüssel gilt er als der “Elektroschocker” gegen Stromkonzerne (Financial Times Deutschland), der auch Putins Sprache beherrscht.

 

Andris Piebalgs,
Foto: EU-Kommission

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