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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Freitag, den 03. Februar 2012 um 22:06 Uhr |
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Die Liga der „Reporter ohne Grenzen“ listet 179 Staaten auf. Sie informiert alljährlich Ende Januar über die Situation von Journalisten in diesen Ländern. Können sie frei berichten? Oder sind sie von Zensur, Gefängnis, Folter und Tod bedroht? Beim Tabellenvorletzten Nordkorea dürften freie Berichterstatter kaum zu finden sein. Solche riskierten in einer Diktatur, in denen die Liebe „zum ewigen Präsidenten“ und dessen Nachfolger oberstes Gebot ist, Verfolgung, Umerziehungslager, wenn nicht gar die Todesstrafe. Von solchen Verhältnissen ist Lettland zum Glück weit entfernt. Es befindet sich gemeinsam mit der kurländischen Ex-Kolonie Trinidad und Tobago immerhin noch im oberen Tabellendrittel auf dem 50. Rang, also noch in der Reihe von Staaten, in denen Journalisten und Publizisten nur selten von Häschern bewacht, verfolgt und verhaftet werden. Dort können sie in der Regel Texte veröffentlichen, ohne Regierungsvertreter um Erlaubnis fragen zu müssen. Immerhin rangiert die mittlere Baltenrepublik vor Italien (Platz 61) und Griechenland (70) und ist kaum schlechter platziert als das Land der Freiheitsstatue USA (47). Doch auch in Sachen Meinungsfreiheit steht der Nachbar Litauen (30) besser da – und erst recht die finno-ugrischen Musterländle Finnland (1) und Estland (3). Selbst die in letzter Zeit heftig kritisierten ungarischen Verhältnisse bewerten die Reporter mit Platz 40 günstiger. Hinzu kommt, dass Lettland innerhalb eines Jahres 20 Plätze verloren hat. Über Kriterien eines jeglichen Rankings mag man streiten. Doch dieses kennzeichnet zumindest eine Entwicklung. Die Webseite der internationalen Reporter nennt einige staatliche Übergriffe, die sich lettische Beamte gegenüber Journalisten leisteten. Aber der Index der Pressefreiheit 2011-2012 führt - leider wenig konkret - auch finanziellen Druck als Kriterium an. Eine lettische Forschungsarbeit zeigt, wie Werbung und Propaganda insgeheim die lettischen Medien unterwandern. In der Krisenzeit ist manchem Journalisten der eigene Arbeitsplatz wichtiger als das Berufsethos. Er verdingt sich und verfertigt Schleichwerbung für politische Parteien und Kommerz. Der Leser muss nicht mehr wie zu sowjetischer Zeit zwischen den Zeilen lesen, aber er muss nun immer öfter mutmaßen, wer den Zeitungsartikel bezahlt hat und in wessen Interesse er geschrieben wurde.
Zeitungskiosk auf der Moskauer Straße in Riga, Foto: LP
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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Dienstag, den 31. Januar 2012 um 11:08 Uhr |
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Das Quecksilber hat sich ins Thermometer-Kügelchen verkrochen. Wer jetzt seine Ohren nicht schützt, hat bald keine mehr. Der lettische Winter bleibt abwechslungsreich. Glich er zum Jahreswechsel noch einem verregneten und stürmischen Herbst, verwandelt er nun das zarte Ostseeklima in sibirische Kälte, deren Ende noch nicht absehbar ist. Diese gibt sich sonnig schön, macht aber bei Temperaturen bis minus 20 Grad und mehr, wie sie im ostlettischen Lettgallen mancherorts zu messen sind, den Spaziergang ohne Mütze, Schal, zweiten dicken Pullover unter dem Mantel, Handschuhe, lange Unterhose und gleichsam dicke Socken in festen Schuhen zum riskanten Unterfangen. Bereits diese Anziehprozedur verleidet den Gang ins Freie. Zehn Minuten reichen, um sich ungeschützt Gliedmaßen abzufrieren. Die Medien geben Tipps, wie man sich vor Erfrierungen schützt. Besonders Obdachlose sind betroffen.
Schnee bedeckt nun allenthalben Lettland, Foto: LP
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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Freitag, den 27. Januar 2012 um 18:10 Uhr |
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Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel einigten sich im Dezember darauf, alle EU-Mitgliedsstaaten mittels `Schuldenbremse` zum Abbau der Staatsschulden zu verpflichten. Allgemeine staatliche Sparpolitik soll die Lösung der Finanzkrise bringen. Die lettische Regierung, die Lettland im `Kern Europas` sehen möchte, unterstützt das Vorhaben der beiden europäischen Großmächte. Am 26.1.12 debattierten die Saeima-Abgeordneten über diese und weitere internationale Themen.
In der Saeima debattierten die lettischen Parlamentarier über Europa und die internationale Politik, Foto: Ernests Dinka, Saeima
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