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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Sonntag, den 25. September 2011 um 15:11 Uhr |
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Rund um den Michaelstag dankt der Christ seinem Schöpfer für die vollbrachte Ernte. Auch die protestantischen Letten kennen diesen Brauch und sind dabei recht einfallsreich. Heiden können mitfeiern, denn es ist die Zeit der Tagundnachtgleiche. Vor dem Rathausplatz ehrten Letten erstmals eine ganz besondere Frucht, die Hasen und Kaninchen ebenso froh macht wie Kinder und Erwachsene. Das hat die Möhre nun wirklich verdient. Im Supermarkt ist sie ein lieblos präsentierter Allerweltsartikel, der vor allem preisgünstig sein muss. Ihre Billigkeit steht dem Anspruch jedes Lebewesens auf dieser Welt, etwas Besonderes zu sein, entgegen. Doch am 24. und 25. September richteten die Letten ihrem wichtigen Grundnahrungsmittel ein großes Fest aus. Künstler entdeckten die Möhre als Werkstoff. Kinder schauten vergnügt zu, wie sich Kaninchen in ihrem Dorf die schlankeste aller Rübengewächse einverleibten. Ein Herr Burkāns, also ein Herr Möhre, führte durch eine kleine Bühnenshow. Mit dem gelungenen Möhren-Festival, das nun alljährlich stattfinden dürfte, möchten sich die Letten auch ihren Gästen aus aller Welt präsentieren. "Das Burkānu-Festival bietet die Möglichkeit, Rigas Gästen zu zeigen: Wir sind kreativ und gastfreundlich, das in Lettland produzierte Gemüse ist das leckerste der Welt!” So schreiben es die städtischen Kulturschaffenden auf ihrer Webseite. Der Geschmack ist eine delikate Angelegenheit. Der Leser möge die Behauptung im nächsten Jahr selbst vor Ort überprüfen.
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