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Münster, 18.5.2012
Eurovision Song Contest: Der IWF wird einen Sieg Lettlands nicht akzeptieren PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 01. April 2011 um 03:32 Uhr

Haseninsel mit Fernsehturm und SendezentrumEin Bericht der lettischen Nachrichtenagentur LATE sorgt derzeit für Aufregung: Demnach erhielt die lettische Regierung eine Depesche des Internationalen Währungsfonds` (IWF), die Folgendes beinhaltet: Der IWF sei darüber besorgt, dass die lettische Popgruppe Musiqq am Eurovision Song Contest in Düsseldorf im Mai teilnehme. Ein lettischer Sieg bei diesem internationalen Wettbewerb könne dazu führen, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen Lettlands den Contest im Jahr 2012 organisieren müsse. Dies habe Zusatzkosten in Millionenhöhe für den lettischen Staatshaushalt zur Folge. Gemeinsam mit den Experten der Weltbank seien die IWF-Ökonomen zu dem Ergebnis gekommen, im Falle eines Sieges Lettland die Ausrichtung des Wettbewerbs zu untersagen.

Rigas Haseninsel hinter der Südbrücke in der Daugava: Darauf der Fernsehturm, dahinter das LTV-Sendezentrum, Foto: LP

 

 

Lettland ist auf einen Milliardenkredit des IWF angewiesen. Das Kabinett des Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis muss seine Sparpläne mit Vertretern des IWF und der Weltbank abstimmen. Aus der Depesche geht auch hervor, dass die Regierungen Griechenlands, Rumäniens, Ungarns, Irlands und Portugals ebenfalls gewarnt wurden. Gleichzeitig verwahrte sich der IWF gegen Behauptungen, entsprechende Richtlinien an die einzelnen Jurys versendet zu haben: “Wir kennen menschliches Verhalten. Solche Aufforderungen wären rein kontraproduktiv. Da wird der Vernunft getrotzt,” zitiert LATE den IWF-Finanzexperten Paul F. Klugman.

Die Sängerin Marija Naumova gewann den Wettbewerb für Lettland im Jahr 2002, Foto: Vladimirs Svetlovs auf Wikimedia Commons


Die lettische Öffentlichkeit zeigte sich in ersten Reaktionen empört. Musikfans organisierten erste Spontan-Demos in der Rigaer Innenstadt. Auf ihren Transparenten waren Parolen wie “Neokolonialismus” oder “Soros mag keine lettische Musik” zu lesen. Ein Rundfunkkommentator beendete seinen Beitrag mit dem Satz: “Jetzt wissen wir, warum Deutschland den Song Contest gewonnen hat.”

Diese Nachricht stammt vom 1. April!

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 02. April 2011 um 04:20 Uhr
 

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