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Münster, 24.6.2018
„Man kann nicht den assimilieren, der sich nicht assimilieren will“ - Interview mit Austris Grasis, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 21. November 2013 um 00:00 Uhr

Eine Reihe russischsprachiger ZeitungenIm ersten Teil des Interviews berichtete Austris Grasis von seinem Leben im Exil und seiner Teilnahme an der lettischen Volksfront-Bewegung, die die Unabhängigkeit ihres Landes im gewaltlosen Kämpfen von 1990/91 wiedererlangte. Für die Mehrheit war das eine große Freude und Erleichterung, doch etwa 700.000 Einwohner wurden auf einmal staatenlos. Sie waren erst nach dem Einmarsch der Roten Armee im Juni 1940 immigriert, nachdem die sowjetischen Herrscher die baltische Region okkupiert hatten oder sie waren die Nachfahren dieser Einwanderer. Bis heute spaltet die antifaschistisch-russische und antibolschewistisch-lettische Erinnerungskultur die Bevölkerung. Zudem schwelen weiterhin Sprachkonflikte. Im zweiten Teil äußert Grasis seine Meinung, warum er den lettischen Beschluss, zunächst nur jenen die Staatsbürgerschaft zu erteilen, die sie vor der Okkupation schon innehatten (bzw. ihren Nachfahren) für richtig und warum er die Forderung, die Schulen für sprachliche Minderheiten abzuschaffen, für falsch hält.

Russische Zeitungen in Lettland, Foto: lv.wikipedia.orgLizenz

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Wie Exilletten die lettische Volksfront unterstützten, Interview mit Austris Grasis, Teil 1 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 16. November 2013 um 00:00 Uhr

Austris Grasis mit Bierseidel vor seinem Landsitz in MazsalacaIn diesem Jahr feiern die ehemaligen Aktivisten der Volksfront den 25. Gründungstag ihrer Bewegung. Mit Mut, Gewaltlosigkeit und demokratischen Prinzipien erreichten sie es, die völkerrechtlich nicht legitimierte sowjetische Herrschaft zu beseitigen und die Unabhängigkeit ihres Landes wieder herzustellen. Auch Exilletten, die vor dem stalinistischen Regime geflohen waren, sympathisierten mit der lettischen Volksfront. Einer von ihnen ist Austris Grasis. Im ersten Teil des Interviews, das er der Lettischen Presseschau gab, schildert er sein Leben im Exil und sein Engagement für die lettische Unabhängigkeit. Austris Grasis wurde in Rūdbarži-Kurland geboren. Sein Vater war in der ländlichen Gemeinde Schulrektor. Bereits als Zweijähriger musste er am Ende des Krieges mit den Eltern seine Heimat verlassen. Von Liepāja aus flüchteten sie mit deutschen Truppen per Schiff Richtung Deutschland. Sie gelangten nach Neuburg an der Donau. Dort dolmetschte der Vater in einem Gefangenenlager. Dann zogen sie weiter zu einem lettischen Lager in Ingolstadt. Austris kam in eine lettische Schule. Doch seine Mitschüler emigrierten alsbald in andere Länder. Ab der zweiten Klasse musste er auf eine deutsche Schule wechseln.

Austris Grasis vor seinem Landhaus in Lettland, Foto: LP

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Wo die Venta einen Sprung hat - Die lettische Kleinstadt Kuldīga und ihre deutschbaltische Vergangenheit PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. September 2013 um 00:00 Uhr

Fisch-Ornament an der Venta-BrückeVentas Rumba - das klingt nach heißem Tanz mit einer wilden Latina-Schönheit. Doch das ist weit gefehlt, die Venta ist weitaus kühler und gemäßigter. Eine deutsche Übersetzung einer Touristenbroschüre erweckt ebenso falsche Vorstellungen: Ventas Rumba bedeute Windauer Rummel. Aber die Rumba ist auch kein windiger Kirmesplatz. Im Wörterbuch des barocken Sprachforschers Johann Christoph Adelung findet sich eine Erklärung, die auf diesen Rummel irgendwie passt: Eine Menge mehrerer Dinge ohne Wahl, wo Schlechtes und Gutes unter einander ist.“ Dieser Satz stimmt fast überall. Die Deutschbalten benutzten ihr spezielles Rummel-Verständnis für Unordnung in einem Gewässer. Die norddeutschen Nachfahren der Ordensritter und Hanse-Kaufleute waren ehemals die Mitbewohner Lettlands und sprachen ein Deutsch, das zuweilen vom Duden abweicht. Die Ventas Rumba ist die breiteste Stromschnelle Europas, behaupten andere Broschüren. Die Venta ist ein 343 Kilometer langer Fluss, also längst kein Strom. Laut Duden ist eine Stromschnelle aber eine Strecke, auf der ein Fluss plötzlich schneller, reißend fließt.“ Also kann ein Fluss an manchen Stellen doch ein Strom sein, trotzdem erweckt auch das falsche Vorstellungen. Die Venta ist kein Alpenfluss, der über Geröll zu Tal stürzt.

Blick von der Brücke auf Ventas Rumba, Foto: LP

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