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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Freitag, den 23. Dezember 2011 um 00:00 Uhr |
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Am 19.12.2011 lud der `Schlossherr` Imants Lancmanis in den Weißen Saal seines barocken Anwesens. Dieser Raum ist mit seinen zahlreichen Stuckmotiven und feudalen Kronleuchtern so etwas wie die gute Stube Lettlands. Hier feiern auch die Staatspräsidenten des Landes und gut Betuchte können sich im feudalen Gemäuer das Ja-Wort geben. Diesmal öffnete Lancmanis das Löwentor des Schlosses für eine besondere Gästeschar. Etwa 200 Besucher kamen zur bereits dunklen Stunde des späten Nachmittags, um vorweihnachtlich den Abschluss der Wohltätigkeitswoche Dāvā no sirds! (Schenke vom Herzen!) zu feiern. Die Einwohner des Bezirks Rundale (deutschbaltisch: Ruhental) spendeten Kleider, Nützliches für den Haushalt und Spielzeug. Geld wurde für eine kleine, tapfere Dame gesammelt. Schließlich schaute sich auch der Nikolaus mit einem außergewöhnlich freundlichen Begleiter das muntere Treiben an.
Unter dem Weihnachtsbaum im Weißen Saal versammelten sich die Rundaler zur vorweihnachtlichen Abschlussfeier, Foto: LP
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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Samstag, den 06. August 2011 um 00:00 Uhr |
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Das, was man beim Menschen am Gesicht misst, macht bei Städten die Altstadt aus. Und Städte haben ihren Erbauern dabei so manches voraus: Sie werden nicht nur wesentlich älter, sondern, von architektonischen Kosmetikern betreut, im hohen Alter noch immer schöner und attraktiver. Die Metropole Riga, die der lettische Schriftsteller Andris Kolbergs in seiner Stadtgeschichte als “alte Dame” beschreibt, wird mit 810 Jahren in ihrem Gesicht, also in ihrem historischen Zentrum, eine zunehmend feschere Hanse-Braut, die das Urteil ihrer touristischen Verehrer nicht scheuen muss. (Die hässliche Orangenhaut um die Hüften und die Krampfadern, diese Problemzonen, die bei Städten Plattenbauviertel und Ausfallstraßen heißen, ignoriert der Riga-Liebhaber). Und die größte Metropole der baltischen Länder reizt nicht nur mit frisch restaurierter Altstadt, sondern ebenso mit einem üppigen Dekolleté, also einer recht prächtigen Neustadt, die aus Jugendstilzeiten stammt. Dazwischen mag der Verehrer an der Halskette, also in den Parks am Stadtkanal schmachten, wo eine Barkasse ihre Bootsgäste durch die Brücken gondelt. Die Riga-Biographen berichten, dass sie vor 810 Jahren das Licht der Welt erblickte und der Bremer Domherr Albert von Buxthoeven ihr Vater ist. Er und seine Pilger konnten schreiben und daher der Nachwelt vieles verkünden. Aber 1201, als Albert hier seinen Bischofssitz errichtete, siedelten längst baltische Stämme an diesem Naturhafen der Daugava. Doch es ziemt sich nicht, eine Dame älter zu machen und daher feiern die Letten ihre Hauptstadt gemäß des deutschbaltisch verzeichneten Geburtsdatums. Vom 19. bis 21. August 2011 können auch Gäste aus dem Ausland mitfeiern und lettische Lebensart auf den Straßen und in den Parks, in Konzertsälen und Museen kennen lernen.
Rigas Stadtwappen - die Stadtväter vermissen die Schlüssel, Graphik: Wikimedia Commons
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. August 2011 um 12:33 Uhr |
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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Sonntag, den 23. Januar 2011 um 16:16 Uhr |
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Von der S-Bahnstation pilgere ich durch Friesdorf die Annaberger Straße entlang, gen Westen, dann immer gerade aus. Friesdorf ist ein stiller Bonner Vorort, genauer Zwischenort, zwischen dem Bonner Zentrum und Bad Godesberg, am Fuße des Kottenforsts, dem bewaldeten Naturschutzgebiet, das Adenauers ehemaligen Regierungssitz zur Eifel abgrenzt. Ich schaue auf die Hausnummern und ahne, dass es bis zur Nummer 400 noch ein Weilchen hin ist. Zuletzt steigt die Straße an, schlängelt sich an einem Bach vorbei. Schon beschaue ich die kleinen Wohnhäuser des Viertels von oben. Ob hier im Wald noch eine Hausnummer kommt? Schließlich schimmern Wände und Fenster durch das Geäst – noch zwei Kurven und ich befinde mich auf einer Lichtung. Das Gemäuer darauf könnte auch in Davos stehen: Es ist ein Schlösschen im historistischen Stil, das an den Zauberberg erinnert. Hans Castorp, die Figur aus diesem Thomas-Mann-Roman, konnte bekanntlich gar nicht mehr von dieser Stätte lassen. Der Annaberg ist eine ähnlich abgeschiedene multikulturelle Welt, macht aber – im Unterschied zur Romanvorlage – nicht lungenkrank. Andrejs Urdze empfängt mich. Er verwaltet die Institution Annaberg, die Tagungshaus, Herberge und Studentenwohnheim nicht nur für Balten ist. Urdze lädt mich in sein Wohnzimmer im unauffälligen Privathaus hinter dem historistischen Gemäuer. Über die wechselvolle Geschichte dieser bönnsch-baltischen Anhöhe weiß er so manches zu erzählen.
Auch im Winter lockt das Haus Annaberg mit feudalem Zauber, Foto: www.annaberg.de
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