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Münster, 03.9.2014
Lettlands Fußballnationalelf: Glückwunsch zur 100! Am 9. September beginnen die Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft 2016 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Samstag, den 30. August 2014 um 00:00 Uhr

Aufstellung der russischen und lettischen Nationalelf im StadionRechtzeitig vor den anstehenden Qualifikationsspielen zur EM 2016 - sie wird in Frankreich stattfinden - hat sich Lettland in der FIFA-Weltrangliste auf einen denkwürdigen Platz vorgearbeitet: Die izlase belegt im internationalen Vergleich der Fußballnationen Rang 100! Damit haben die Rot-Weiß-Roten den Nachbarn Litauen überflügelt, der inzwischen nur noch Position 103 innehat. Noch viel schlechter platziert ist Kasachstan. Das Land rund um den Weltraumbahnhof Baikonur ist zwar neuntgrößter Flächenstaat der Erde, beherbergt aber nur knapp 17 Millionen Einwohner. Sie frönen Sportarten wie Baiga, Kys-kuu oder Kokpar, die sämtlich zu Pferde ausgetragen werden. Jagt man doch einmal einem ledernen Objekt hinterher, befindet sich dieses in noch unbearbeitetem, wenn auch nicht mehr lebendem Zustand. Ein totes Schaf - es darf auch eine tote Ziege sein - wird beim Baiga aufs Spielfeld geworfen und muss von einem Angehörigen einer der beiden sich gegenüberstehenden Mannschaften über die gegnerische Torauslinie gezerrt werden. Dann ist das Spiel auch schon beendet.

Die lettische Nationalelf bei einem Freundschaftsspiel gegen Russland in Moskau im Jahr 2006, Foto: Володя Шарапов - foto.mail.ru auf lv.wikipedia.org, Lizenz

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Lettland: Im Land der Ahnen - Gottfried Bielenstein töpfert im sozialen Betreuungszentrum von Sturisi in Kurland, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. August 2014 um 00:00 Uhr

Sturisi-Hinweisschild aus Holz

Link zum ersten Teil

Wieso wollte Gottfried Bielenstein gerade in Lettland eine solche Werkstätte einrichten? Ein Grund klingt in lettischen Ohren zunächst wenig sympathisch: „Meine Grundüberlegung war: Bevor ich sterbe, möchte ich ordentlich Russisch sprechen. Eigentlich wollte ich dafür noch an die Uni gehen, um diese Sprache richtig zu studieren. Doch mein Orthopäde empfahl mir: `Gehen Sie doch lieber in das Land, wo es gesprochen wird, dann lernen Sie es viel schneller.` Es lag natürlich auf der Hand, nach Russland zu gehen. Das ist aber administrativ unglaublich schwer. Ich habe dort auch keine Behinderteneinrichtung gefunden. Russische Sozialarbeiter haben mir gesagt: `Wir haben nicht die Einrichtungen, die du suchst.` Da dachte ich: `Okay, Lettland liegt mir viel näher am Herzen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung spricht Russisch, ich weiß, dass die Letten darüber nicht glücklich sind, aber es ist so.`“ So machte der Slawophile zur Bedingung, in Lettland eine Einrichtung zu finden, wo er mit dem Personal und den Bewohnern sich auf Russisch verständigen kann. Seine neuen Kollegen von Sturisi waren einverstanden.

An der Zufahrt nach Sturisi, Foto: LP

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Lettland: Im Land der Ahnen - Gottfried Bielenstein töpfert im sozialen Betreuungszentrum von Sturisi in Kurland, Teil 1 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. August 2014 um 00:00 Uhr

BBielenstein an der TöpferscheibeDer nette Taxifahrer, der im westlettischen Talsi an der Busstation wartet, weiß gleich, wohin es geht, als ich ihm den Namen Gottfried Bielenstein mitteile. Er startet den Motor und wir kurven hinter der Kleinstadt durch eine anmutige Hügellandschaft. Im Juli leuchtet das Blattgrün der Wälder unter blauem Himmel. Nach etwa zehnminütiger Fahrt erreiche ich mein Ziel: Sturisi. Inmitten von Wiesen und Wäldern befindet sich eine Art Dorf. Die betagten Häuser scheinen nur teilweise bewohnt. Zwischen kleineren Holzbauten ragen zwei größere Steingebäude aus dem Jahr 1935 hervor. Obwohl einiges renovierungsbedürftig erscheint, wirkt das Areal idyllisch und friedlich. Vor dem Hauptgebäude sehe ich einige Senioren, die in Rollstühlen sitzen, an der Wand sind einige Rollatoren platziert. Vor einem neueren Holzpavillon parkt ein Krankenwagen. Ein jüngerer Bewohner empfängt mich freundlich und offenherzig. Er hört mit seinem Handy Radio und zeigt mir das Gelände. Es fällt mir schwer, ihn mit gängigen Bezeichnungen einzuordnen. Manche würden ihn „psychisch krank“ nennen. Dabei bezweifeln Psychiatriekritiker, ob die Psyche überhaupt wie der Körper `erkranken` kann. In neueren Psychiatriebüchern ist von „psychischen Störungen“ die Rede. Wie dem auch sei: Menschen, die hier leben, haben offenbar Schwierigkeiten, mit dem Alltag zurechtzukommen. Im Dorf Sturisi erhalten sie eine Auszeit, wenn Verwirrung und Erregungszustände die Betroffenen und ihre Angehörigen überfordern. Mein Sturisi-Empfangsmann führt mich zu einem renovierten Holzhaus. Am Eingang steht „Podniecība”, also „Töpferei“. Gottfried Bielenstein begrüßt mich freundlich.

Gottfried Bielenstein in Sturisi an der Töpferscheibe, Foto: LP

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