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Münster, 03.3.2015
Lettland - Rigas Eckhaus des Schreckens ist wieder zu besichtigen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. Februar 2015 um 00:00 Uhr

"Was ist das höchste Haus in Riga?"

"Das Eckhaus!"

"Wieso das denn?"

"Von dort kann man Sibirien sehen!"

Die Fassade des "Stūra māja" bedeutet einfach "Eckhaus". Doch in Riga ist damit ein spezielles Haus gemeint, das historischen Schrecken birgt. 1940 bezogen Tschekisten, also Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes, das Haus mit der (heutigen) Adresse Brīvibas iela 61. Fortan verhörten und folterten sie hier politische Gefangene, erschossen sie oder planten Massendeportationen nach Sibirien. Das Haus im lettischen Staatsbesitz stand seit 2009 leer. Seine Geschichte verbietet, es wie vor 1940 als normales Wohn- und Geschäftshaus zu nutzen. Als Riga 2014 Kulturhauptstadt war, wurde das Haus wieder geöffnet. Unerhofft viele, nämlich annähernd 45.000 Besucher, besichtigten die Ausstellungen, die auf der vierten und fünften Etage gezeigt wurden. So fassten die Mitarbeiter des Okkupationsmuseums, die für das Eckhaus zuständig sind, den Entschluss, das ehemalige Tscheka-Gebäude weiterhin der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit Februar kann es wieder besucht werden.

Das "Eckhaus" in Riga, Foto: LP

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Der historischen Petrikirche in Riga fehlt die Orgel PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 26. Februar 2015 um 00:00 Uhr

Petrikirche in RigaSpendenaufruf zur Orgelrekonstruktion der Gottfried-Kloosen-Orgel von 1734 - PR-Text

Das Baltikum wurde ab dem 12. Jahrhundert durch Norddeutsche christianisiert. Bischof Albert aus Bremen gründete 1201 die Stadt Riga an der Düna/ Daugava. Riga blieb seitdem eine deutsch geprägte Stadt, bis 1918 die nationale Selbstständigkeit der Letten begann. Bis dahin war die Behördensprache in ganz Livland (also in Lettland und große Teile Estlands) deutsch, über 700 Jahre. Mit der Marienverehrung begann ein Aufschwung des religiösen Lebens in Livland. Neue Klöster wurden gegründet. Die Forscher stellten seitdem vermehrt Heiligenverehrung und eine Zunahme der Seelenmessen fest. Reformbestrebungen deuteten sich an. Eine neue Zeit begann. Martin Luther sprengte die Türen mit der Fülle von Umwälzungen und dem Durchbruch eines ganz neuen Lebensgefühls. Die reformatorische Lehre zündete zuerst in Riga, der größten und dem Ursprungsland der Reformation nächstgelegenen Stadt. Andreas Knopken, Mitarbeiter Bugenhagens, veranstaltete 1522 eine Disputation in der St.-Petri-Kirche Riga. Damit hatte die Reformation in dieser Stadt früh gesiegt. Diese Kirche wurde zur Wiege der evangelisch-lutherischen Glaubenslehre.

Die Petri-Kirche in Riga, Foto: LP

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Kulturhauptstädte sind mehr als Kulturevents - Interview mit Pia Leydolt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. Februar 2015 um 00:00 Uhr

Pia Leydolt PorträtCarina Kurta und Pia Leydolt wählten die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen für die Namensgebung ihres Unternehmens CaP.CULT, mit dem sich die beiden auf kulturelle, künstlerische, urbanistische und kulturpolitische Vermittlung von Kulturhauptstädten spezialisiert haben. Die Idee dazu hatten sie 2013 in Marseille, der Stadt, die ein Jahr vor Riga Europäische Kulturhauptstadt war. CaP.CULT ist kein Reisebüro, bucht keine Hotels und Flüge. Die Agentur pflegt Kontakte zu Städten und Regionen, die diesen EU-Titel tragen. Die beiden Österreicherinnen organisieren für Reisende individuelle Programme in diesen kulturellen Zentren. Die selbst ernannten "Neo-Marseillaises" planen Stadtrundgänge, entwickeln Führungen zu bestimmten Themen wie Architektur, Stadtentwicklung oder zeitgenössische Kunst, vermitteln Kontakte zu lokalen Kulturakteuren, Architekten und Künstlern vor Ort. So sollen ihre Kunden die Stadt jenseits touristischer Pfade entdecken und kennenlernen. Im aktuellen Angebot von CaP.CULT sind bislang, selbstverständlich neben Marseille, die derzeitigen Kulturhauptstädte: das tschechische Pilsen und das belgische Mons. Auch die lettische Hauptstadt kann weiterhin gebucht werden. Die LP sprach mit Pia Leydolt über die Kulturhauptstadt Riga 2014 und über die Idee dieser EU-Initiative im Allgemeinen.

Pia Leydolt, Foto: CaP.CULT

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