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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Freitag, den 27. Januar 2012 um 18:10 Uhr |
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Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel einigten sich im Dezember darauf, alle EU-Mitgliedsstaaten mittels `Schuldenbremse` zum Abbau der Staatsschulden zu verpflichten. Allgemeine staatliche Sparpolitik soll die Lösung der Finanzkrise bringen. Die lettische Regierung, die Lettland im `Kern Europas` sehen möchte, unterstützt das Vorhaben der beiden europäischen Großmächte. Am 26.1.12 debattierten die Saeima-Abgeordneten über diese und weitere internationale Themen.
In der Saeima debattierten die lettischen Parlamentarier über Europa und die internationale Politik, Foto: Ernests Dinka, Saeima
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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Freitag, den 20. Januar 2012 um 00:00 Uhr |
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Aija Žīgure, Leiterin des lettischen Zentralamts für Statistik (Centrālā statistikas pārvalde, CSP), verkündete am 18.1.2012 in einem Rigaer Hotel die vorläufigen Ergebnisse der Volkszählung, die im letzten Frühjahr durchgeführt wurde. Die Staatsbürger und Einwohner mit lettischem Wohnsitz konnten die Fragen nach Alter, Adresse, Bildung und Beruf, Wohnraum und Nationalität im Internet beantworten. Die Übrigen wurden danach von Volkszählern besucht, bis alle Haushalte ermittelt waren. Als zentrale Frage erwies sich, wieviele Einwohner Lettland wegen des Geburtenrückgangs und der Abwanderungswellen überhaupt noch hat. Das Gerücht kursierte, dass die Bevölkerungszahl die Zweimillionengrenze bereits unterschritten habe. Die unsichere wirtschaftliche und soziale Lage ist gerade für jüngere Letten der Grund, sich nach einer besser bezahlten Arbeit im westlichen Ausland umzuschauen. Žīgure teilte den Journalisten mit, wie brisant die Situation inzwischen ist: Die Volkszählung aus dem Jahr 2000 ermittelte noch 2.377.383 Personen. Seitdem verringerte sich die Zahl der Einwohner um 309.496. Das entspricht einem Rückgang um 13 Prozent. Damit hat sich der Bevölkerungsschwund beschleunigt.
Aufgegebene Porzellanfabrik in Riga: Viele Industriebetriebe mussten nach der lettischen Unabhängigkeit schließen, Foto: LP
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Geschrieben von: Udo Bongartz
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Freitag, den 13. Januar 2012 um 14:26 Uhr |
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„Wer weiß ob des Kriegs genug ist, aber er wird nie aufhören, wenn man nicht den Palmenzweig ergreift, den allein eine geistliche Macht darreichen kann. Es wird so lange Blut über Europa strömen bis die Nationen ihren fürchterlichen Wahnsinn gewahr werden, der sie im Kreise herumtreibt und von heiliger Musik getroffen und besänftigt zu ehemaligen Altären in bunter Vermischung treten, Werke des Friedens vornehmen, und ein großes Liebesmahl, als Friedensfest, auf den rauchenden Walstätten mit heißen Tränen gefeiert wird. Nur die Religion kann Europa wieder aufwecken und die Völker sichern, und die Christenheit mit neuer Herrlichkeit sichtbar auf Erden in ihr altes friedenstiftendes Amt installieren.“
Novalis, Die Christenheit oder Europa
So manches an Novalis` Europarede von 1799 ist abgegolten, erscheint vordemokratisch und anti-aufklärerisch – und vom Stil her schwülstig. Aber sie weist auch auf eine Eigenschaft des Katholischen, die für das europäische Zusammenleben noch heute wertvoll ist: Lange, bevor Abkürzungen wie EWG, EG oder EU die politischen Schlagzeilen füllten, fühlten sich Katholiken schon als eine europäische Gemeinschaft, deren gemeinsame oberste Autorität der Papst und nicht der Kaiser oder irgendwelche Fürsten waren. Das feite die Gläubigen vor allzu fanatischem Nationalismus und unterwürfiger Staatshörigkeit. Novalis` Behauptung, dass nur die Religion Europa wieder aufwecken könne, mag dem Atheisten nicht geheuer sein. Aber zumindest können Katholiken ihren Teil zum Aufwachen in der EU beitragen. Der Rigaer Erzbischof Stankevičs wirkt in diesem Sinne. Dafür wählten ihn die Letten zum „Europäer des Jahres 2011“. Er erklärte in seiner Dankesrede zur Preisverleihung am 30.12.11, dass die europäischen Wirtschafts- und Finanzprobleme eine Folge der geistigen und moralischen Krise seien. Was das bedeutet, könne man beispielsweise an Kommentaren im Internet begutachten.
Erzbischof Stankevičs ist lettischer Europäer des Jahres 2011. Er ist der 14. Preisträger, zuvor erhielten so unterschiedliche Persönlichkeiten wie u.a. Ex-Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga, die Sängerin Marija Naumova, der Sänger Renars Kaupers, der uneigennützige PC-Hacker Ilmars Poikans (alias "Neo") und die Politiker Valdis Dombrovskis, Andris Piebalgs und Valdis Kristovskis diese Auszeichnung. Auch die einzige lettische Korrespondentin, die aus Brüssel berichtet, Ina Strazdina, wurde 2008 Europäerin des Jahres. Ein Bekannter aus der Sportredaktion erhielt 2002 ebenfalls diesen Preis: Fußballstar Maris Verpakovskis, Foto: Saeima auf Wikimedia Commons
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