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Münster, 20.12.2014
EU-Sanktionspolitik und russische Wirtschaftskrise treffen auch lettische Fischverarbeiter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 20. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

Hafen VentspilsKurz vor Weihnachten erfuhren 402 Beschäftigte des Ventspils Fischkonservenkombinats/ Ventspils zivju konservu kombināts (VZKK) eine wenig frohe Botschaft: Ab Januar 2015 werden sie nicht mehr gebraucht. Hauptsächlich konservieren sie Fisch für russische Kundschaft. Doch nun verleidet er Ost-West-Konflikt die Geschäfte. Die russische Regierung hat auf westliche Sanktionen mit einem Lebensmittel-Embargo reagiert. Lettische Milchbauern sind davon betroffen. Sie erleiden hohe Einbußen, weil ihre Milch und Milchprodukte nicht mehr über die russische Grenze gebracht werden dürfen. Aber das VZKK konnte weiterhin die beliebten geräucherten Sprotten oder Brätlinge in Tomatensoße zum russischen Verbraucher liefern. Die Webseite der Firma präsentiert ihre Produkte gleich mit kyrillischen Aufschriften. Nun trifft die russische Wirtschaftskrise auch die lettischen Fischverarbeiter. VZKK-Vorstandsmitglied Ingus Klindžāns begründete am 18.12.2014 der Nachrichtenagentur Leta die Massenentlassung mit Absatzproblemen. Er gestand die Abhängigkeit vom russischen Markt ein. 70 Prozent aller Ventspilser Fischexporte enden in russischen Regalen. Jetzt wollen die VZKK-Chefs die Produktion drastisch drosseln. Ab Januar sollen nur noch 80 Mitarbeiter Fisch einlegen und verpacken. Klindžāns nennt als Hauptgrund den Rubelverfall.

Die Hafenausfahrt von Ventspils, die Stadt ist auf Geschäfte mit Russland angewiesen, Foto: Algirdas auf Wikimedia Commons

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Heroische Momente und schmachvolle Pleiten: Der Rückblick auf das lettische Sportjahr 2014 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Donnerstag, den 18. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

Oskars Melbardis im SportdressPositive Jahresrückblicke in der Presseschau sind ähnlich häufig wie Olympiasiege lettischer Sportler. Bei den Winterspielen 2014 gab es wieder keinen. Dennoch fällt das Resümee von Sotschi so schlecht nicht aus. Das liegt unter anderem an zwei silbernen und bronzenen Medaillen, die von Trägern des rotweißroten Banners allesamt in der Eisrinne gewonnen wurden: im Viererbobwettbewerb angeführt von Steuermann Oskars Melbardis und durch Martins Dukurs im Skeleton sowie von den Gebrüdern Sics im Rodel-Doppelsitzer und der lettischen Teamstaffel, ebenfalls im Rodeln. Unter den Medaillen ist die silberne von Melbardis am höchsten zu bewerten, wurde sie doch in einer Sportart mit neun Jahrzehnten Olympiatradition errungen. Hinzu kommt, dass Melbardis in der Zweierkonkurrenz einen beachtlichen fünften Platz erfuhr. Sportlich noch höher anzusiedeln ist die Leistung der lettischen Eishockeymannschaft im Verlauf der Spiele. Zugegeben, solch ein Vergleich mag ein wenig hinken. Doch rangiert das Eishockey in puncto Publikumszuspruch und Stellenwert in der internationalen Sportberichterstattung gleich hinter dem Fußball. Außer in Lettland: Dort rangiert Eishockey eindeutig vor Fußball. Was die rot-weiß-roten Kufencracks in Sotschi ablieferten, war einfach sensationell. Dieses Attribut lässt sich zwar auf zwei Partien reduzieren, doch hatten es diese wirklich in sich.

Oskars Melbardis, Foto: Romualds Vambuts, sportacentrs.com auf lv.wikipedia.org, Lizenz

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Lettlands Volkskundliche Sammelstelle feiert 90jähriges Bestehen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 13. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

JubiläumsveranstaltungAm 2.12.2014 luden die Mitarbeiter der Lettischen Volkskundlichen Sammelstelle (Latviešu folkloras krātuve, LFK) zum Jubiläumsfest in die neue Nationalbibliothek. Dort sind nun im 5. Stock volkskundliche Schriften, historische Fotographien und wissenschaftliche Forschungsarbeiten untergebracht. Bislang war die LFK-Sammlung im Zuckerbäckerbau der Wissenschaftlichen Akademie zu finden. Sie besteht inzwischen seit 90 Jahren, ist also fast so alt wie die lettische Republik. Mehr als drei Millionen Objekte wurden bislang zusammengetragen. Damit gehört sie zu den größten ihrer Art in Europa. Ojārs Sparītis, der Leiter der Wissenschaftlichen Akademie, deutete in seiner Grußrede zur Jubiläumsfeier das Sozialgeschichtliche der lettischen Volkskunde an: "Ich bin sehr erfreut, dass sich Sandis Laime und Vaira Vīķe-Freiberga mit der Volkskunde beschäftigen, um Analysemethoden einzuführen, welche befähigen, Zusammenhänge wahrzunehmen und verschiedene Zugänge und Fakten aufzudecken. Bedeutend ist die Sozialgeschichte im Schicksal der Menschen, mit dem sich unsere wissenschaftliche Vision auf andere Kontinente verstreute, um die lettische Lebensweise fortzusetzen, lettische Lebensweisheiten und Prinzipien zu verwirklichen." Im LFK verbinden sich Tradition und Moderne. Digitalisierung und Internet ermöglichen es, Lettlands Kulturerbe weltweit auf die Spur zu kommen.

LFK-Leiterin RitaTreija führte durch das Jubiläumsprogramm, Foto: Didzis Grodzs

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