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Münster, 06.2.2016
Lettland klagt Donbass-Kämpfer an PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 06. Februar 2016 um 09:12 Uhr

Bis zu zehn Jahren Haft

Zerstörtes Haus im DonbassAm 4.2.2016 informierte Līga Pētersone die Medien: „Dieses Jahr am 25. Januar begann die Polizei ein Strafverfahren gegen einen lettischen Einwohner wegen der möglichen widerrechtlichen Teilnahme am bewaffneten Konflikt in der Ostukraine. Die erwähnte Person wurde nach ihrer Rückkehr in Lettland festgenommen und das Gericht wendete gegen den in Verdacht Stehenden als Sicherheitsmaßnahme die [Untersuchungs]haft an,“ wird die Polizeisprecherin von lsm.lv zitiert. Damit wird sich voraussichtlich erstmals ein lettischer Einwohner, Staatsbürger oder lettischer Nichtbürger, wegen seiner Beteiligung am Krieg auf ostukrainischer Seite auf der Anklagebank befinden. Vor einem Jahr ließ der nationalkonservative Justizminister Dzintars Rasnačs den Paragraphen 77 des lettischen Strafgesetzbuches ändern. Erst seitdem ist die Verfolgung solcher Fälle möglich.

Zerstörtes Haus in Donezk, Foto: NEWS UTR - https://www.youtube.com/watch?v=iDdGrE-DypQ, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34424471

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Lettische Kunstausstellungen im Februar PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 04. Februar 2016 um 14:20 Uhr

Verschwunden im Archiv

verschwunden im ArchivKunstinteressierte, die sich in Lettland herumtreiben, können sich im Februar 2016 auf Folgendes gefasst machen. Das Lettische Zentrum für zeitgenössische Kunst (LLMC, Alberta iela 13, Riga) zeigt ab 5.2.2016 die Ausstellung „Verschwunden im Archiv/ Pazudis arhīvā“, die bis 27.3.2016 in der Kunsthalle „Rīgas mākslas telpa, Kungu iela 3“ besucht werden kann. 27 Künstler wurden vom LLMC aufgefordert, Archive zu durchstöbern und sich über die Bedeutung von Archiven und Archivierung Gedanken zu machen. Die Kuratorinnen Inga Lāce un Andra Silapētere erklären in einer Pressemitteilung die Idee: „In der Ausstellung wird der scheinbar verstaubte und langweilige Begriff `Archiv` aus verschiedenen Perspektiven dargestellt – die gewöhnliche Ordnung in den Archivsammlungen wird aufgemischt werden, damit neue und überraschende Geschichten an den Tag kommen, durch welche sich nicht nur die Vergangenheit, sondern auch das Heute und die Zukunft verstehen und interpretieren lassen.“ Auch das eigene Archiv wurde zum künstlerischen Aufmischen freigegeben. LLMC-Leiterin Solvita Krese schätzt es als unschätzbare Quelle und Basis für Ausstellungen und Publikationen. Jedesmal sei es spannend zu beobachten, dass die Funde immer wieder neue und vielseitige Bedeutungen erlangten, Impulse für neue Kreativität lieferten. Mit „Pazudis arhīvā“ sind Einzelveranstaltungen verbunden. Am 13.2.2016 um 12 Uhr laden die LLMC-Mitarbeiterinnen Besucher zum späten Frühstück mit Künstlern und Kuratorinnen ein. Anschließend erfolgt ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung. Am 23.3.2016 wird von 12 bis 19 Uhr das Symposium „Verschwunden (und gefunden) im Archiv“ stattfinden. Dabei soll das Potenzial der Archive für den Prozess der Wissenssammlung und Geschichtsinterpretation besprochen werden. Das LLMC präsentiert zudem in den eigenen Räumen in der Alberta iela 13, Riga noch bis zum 19.2.2016 Ieva Balodes Ausstellung zu analogen Medien „Unsichtbare Bilder/ Neredzamie attēli”. Diese ist vor allem dem Film gewidmet, als dieser tatsächlich noch `gedreht` wurde. In diesem Rahmen können LLMC-Besucher am 10.2.2016 den Londener Künstler Karel Doing sprechen, der noch heute die analoge Filmtechnik benutzt. Am 12. und 13.2.2016 zeigt Balode im “Kino Bize” experimentelle Filme, die sie und Doing gedreht haben. Wer mit den Filmemachern reden will, sollte Englisch können. Und was ist sonst noch im Februar in lettischen Kunsttempeln zu betrachten?

Foto: Andrejs Strokins, LLCM

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Lettland schickt Soldaten nach Mali und in den Irak PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 30. Januar 2016 um 11:29 Uhr

„Wir dürfen uns nicht erlauben, passiv zu bleiben“

Raimonds BergmanisNach Beschluss der Saeima vom 14.1.2016 beteiligen sich nun auch lettische Soldaten an der von den USA angeführten Operation „Inherent Resolve“. Diese „Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat“ wurde auf dem Nato-Gipfel in Wales 2014 von neun Nato-Staaten, unter ihnen Deutschland, und Australien gegründet. Inzwischen unterstützen über 60 Staaten den Antiterror-Krieg in Irak und Syrien, doch nur 20 nehmen militärisch teil. Sargs.lv, das Nachrichtenportal des lettischen Verteidigungs-ministeriums, kündigt an, dass ab 1.2.2016 sechs Soldaten in einer dänischen Einheit dienen werden. Der Einsatzort ist eine Luftwaffenbasis etwa 180 Kilometer westlich von Bagdad. Die Letten kommen nicht an die Front, sondern bilden irakische Streitkräfte aus, die gegen das, was sich „Islamischer Staat“ nennt, kämpfen sollen. Auch in Nordafrika wird Lettland militärisch präsent sein. Am 9.2.2016 trifft der erste lettische Soldat in Bamako, der Haupststadt Malis, ein, um eine UN-Mission zu erfüllen. Dort sind Soldaten der Minusma (Mission multidimensionnelle intégrée des Nations Unies pour la stabilisation au Mali) unter niederländischer Führung stationiert. Später sollen bis zu fünf kleine lettische Kampfverbände ("troops") in Bamako hinzukommen. Verteidigungsminister Raimonds Bergmanis hob auf sargs.lv hervor, dass Lettland jetzt erstmals an einer UN-Mission beteiligt ist. Er begründete die neuen Einsätze lettischer Soldaten mit dem Terror in Frankreich.

Lettischer Verteidigungsminister Raimonds Bergmanis, Foto: By Saeima - 12.Saeimas deputāts Raimonds Bergmanis, CC BY-SA 2.0

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