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Münster, 16.1.2017
Das Lutherjahr in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Grafiken von Cranach, Dürer und Co. bilden den Auftakt

Dürer Dreifaltigkeit1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen. Die Kirchenkritik des rebellischen Augustinermönchs verbreitete sich rasch. Die Städter lasen seine ketzerischen Flugschriften. Ein Anhänger der neuen Lehre, Andreas Knöpken, begab sich frühzeitig nach Riga. In der livländischen Metropole fanden seine Ideen schnell Gehör, denn hier herrschte ein toleranter, für Neues aufgeschlossener Geist. Rigas deutschsprachige Intellektuelle kannten schon die Lehren der Vorgänger, Jan Hus und Erasmus von Rotterdam. Hier konnte Knöpken erfolgreich gegen die Altvorderen der katholischen Kirche disputieren. Der Rigaer Erzbischof vermochte nicht zu verhindern, dass der aus dem Brandenburgischen stammende Theologe bereits 1522 zum Archidiakon der Petrikirche gewählt wurde. Damit hatte der Protestantismus in Riga, in einer der ersten Städte überhaupt, Fuß gefasst. Gewiss spielten auch weltliche Interessen eine Rolle. Das Luthertum bot den deutschbaltischen Vasallen die Gelegenheit, sich ihrer Kirchenfürsten zu entledigen. Die Untertanen, die lettischen Bauern, hatten das zu glauben, was ihnen die Herren befahlen. Diese sympathisierten fortan mit dem Professor aus Wittenberg. Deshalb bilden die Lutheraner heutzutage die größte christliche Konfession in Lettland. Das Lutherjahr ist folglich ein großes Thema für die Letten, nicht zuletzt, weil die Bibelübersetzung ins Lettische zur nationalen Emanzipation anregte. Das lettische Nationalmuseum, die Nationalbibliothek und die Lettische Universität haben ein Programm zum 500jährigen Jubiläum organisiert. Eine Ausstellung historischer Stiche und Radierungen im internationalen Kunstmuseum Rīgas Birža bildet den Auftakt.

Albrecht Dürers "Heilige Dreifaltigkeit", 16. Jahrhundert, Foto: Kollektion Thomas Emmerling/ LNMM

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Lettland: Verfassungsrichter prüfen umstrittenes Loyalitätsgebot im Bildungsgesetz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 12. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Der patriotische Erziehungsauftrag lettischer Pädagogen

Lacplesis20 Abgeordnete der Oppositionspartei Saskaņa haben sich am 10.1.2017 an das Verfassungsgericht gewandt, um das Loyalitätsgebot im Bildungsgesetz zu überprüfen. Pädagogen können entlassen werden, wenn sie sich nicht loyal zur lettischen Republik verhalten. Die Saeima-Mehrheit hatte eine entsprechende Gesetzesänderung Ende des letzten Jahres beschlossen. Bildungsminister Kārlis Šadurskis ließ sie innerhalb der Haushaltsdebatte verabschieden. Den Parlamentariern blieb also keine Zeit, über die umstrittene Gesetzesstelle speziell zu debattieren. Nun äußern sich die Kritiker außerparlamentarisch, auch Gewerkschafter befürchten Zensur.

Der Lāčplēsis, der Bärentöter, hier auf dem lettischen Nationaldenkmal in Riga verewigt, gehört zu den mythologischen Figuren des lettischen Patriotismus, Foto: Peters J. Vecrumba - Paša darbs, CC BY 3.0, Saite

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Lettische Kunstausstellungen im Januar 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 07. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Belcova im silbernen Kleid Die Pressequeen von 1927, eine halbe Tonne Silbergeschirr, energetische Salzkristalle und politisch unverdächtige Hakenkreuze

Die lettischen Kunstmuseen bieten zum Jahresanfang Traditionelles und Modernes. Das Angebot reicht von überlieferten Zeichen auf alten Textilien, einem kostbaren Service, das Katharina II. der Stadt Riga zur Verfügung stellte, den von Künstlern gestalteten Pressebällen der zwanziger und dreißiger Jahre bis zur Konzeptkunst von Juris Boiko.

Aleksandra Beļcova auf dem Presseball von 1927. Foto: Salon “Klio” (Vilis Rīdzenieks). SBM-Kollektion

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