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Münster, 31.5.2016
Streit um Frauenordination spaltet lettische Lutheraner PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 27. Mai 2016 um 17:44 Uhr

„...wie zweitklassige Menschen behandelt“

Janis VanagsJānis Vanags ist seit 1993 protestantischer Erzbischof in Riga. Seine konservativen Positionen sind umstritten: Er lädt die SS-Legionäre an ihrem Gedenktag, den 16. März, in seinen Dom. Er ist der Überzeugung, dass „Propaganda für Homosexualität in einer sittlich gesunden Gesellschaft keinen Platz“ habe. Seine Weigerung, Frauen zum Priesteramt zuzulassen, spaltet die lettischen Lutheraner und könnte zukünftig auch deren Organisation, die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands (LELB) entzweien. Seit Jahrzehnten wurde keine Frau innerhalb der LELB zum Priesteramt berufen. Nun wollen die Lutheraner auf ihrer Synode vom 3. bis 4.6.2016 beschließen, das Verbot der Frauenordination rechtlich abzusichern und es deshalb in die LELB-Satzung aufzunehmen. Es ist wahrscheinlich, dass Vanags` Gefolge der Änderung mit großer Mehrheit zustimmen wird. Vanags stritt gegenüber kasjauns.lv ab, Initiator dieses Vorhabens zu sein. Der Vorschlag sei aus den Gemeinden gekommen. Einige Betroffene kündigen hingegen ihren Widerstand an. Die LELB dürfte sich nicht nur als Mitglied des Lutherischen Weltbundes weiter isolieren. Liberalere Priester könnten zur konkurrierenden LELBāL wechseln, das ist die Lettische Evangelisch-Lutherische Kirche außerhalb Lettlands, ursprünglich eine Exilorganisation, die inzwischen auch in ihrem Heimatland Gemeinden hat. Sie könnte weiteren Zulauf von liberal gesinnten Gläubigen bekommen, die mit Vanags` erzkonservativer Kirchenführung nicht einverstanden sind.

Umstrittener Erzbischof Jānis Vanags, Foto: Reinis Inkēns, Saeimas Kanceleja, cropped by Maliepa - Cropped from the Flickr original image: Saeimas priekšsēdētāja tiekas ar Pasaules Luterāņu federācijas prezidentu, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38134855

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Lettische Kunstausstellungen im Juni PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 26. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Von Lettgallens kleinen Helden, dem Osmanischen Reich in schwarz-weiß, der Grünen Krähe und plastischen Deformationen

Plase mit FreundinIm Juni präsentieren die lettischen Kuratoren Bilder von Künstlern, die ein beschwerliches und zuweilen kurzes Leben hatten. Doch Hunger und Armut hinderten sie nicht am Kunststudium, denn sie fanden Freunde und Förderer. Nikolai Bogdanov-Belsky beispielsweise erlangte erste Kenntnisse vom Dorfpfarrer und ein Mäzen finanzierte ihm die akademische Ausbildung. Jānis Plase irrte auf der Suche nach dem besseren Leben durch Sibirien. Erst die Rückkehr nach Lettland ermöglichte ihm Anerkennung, als er mit Gleichgesinnten eine Künstlergruppe gründete. Der Einzelgänger Tomass Fenikss war zu experimentell und expressiv für die angepassten 90er Jahre. Damals ignorierten Lettlands Kunstförderer seine Werke. Das Mark-Rothko-Museum in Daugavpils ehrt den 2006 Verstorbenen mit einer Personalausstellung. So exotisch kann die alte Schwarz-Weiß-Fotografie sein: Die Rigaer Börse zeigt Foto-Kunst aus dem Osmanischen Reich...

Jānis Plase mit Freundin, Foto: Normunds Braslins, SBM-Kollektion

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Lettland: Sozialminister Jānis Reirs unterzeichnet Istanbuler Konvention PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 19. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Debatten um das „soziale Geschlecht“

Michelina de CesareJānis Reirs hat am 18.5.2016 in Sofia die Istanbuler Konvention unterzeichnet, die 2011 von 13 Staaten beschlossen wurde. Lettland ist eines der wenigen Länder, die sich diesem „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ bislang fernhielten. Von den 47 Mitgliedstaaten der Straßburger Organisation bleiben nun noch Armenien, Aserbaidschan, Liechtenstein, Moldau und Russland, die nicht unterschrieben haben. Das lettische Kabinett stritt in den letzten Wochen über die Konvention, beschloss dann am 10.5.2016, sie zu unterzeichnen. Zwei Minister der Nationalen Allianz (NA) lehnen sie weiterhin ab. Nach Ansicht des Justizministers Dzintars Rasnačs (NA) ist das Übereinkommen nicht mit der lettischen Verfassung vereinbar. Er prophezeit, dass die Konvention von der Saeima nicht ratifiziert werde.

Die Brigantessa Michelina De Cesare, Foto: Unbekannt - http://www.viselli.it/brigantaggio.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2252499

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